StudieAtopische Dermatitis: Günstige Cremes am wirksamsten

Vaseline könnten vielen Babys ganz günstig helfen
Oft entwickelt sich die Atopische Dermatitis schon im Säuglingsalter
Foto: Istock

Neurodermitis ist bei Babys nicht ungewöhnlich. Doch nur wenige Eltern wissen, dass es ein günstiges Mittel gibt, das besser ist als teure Cremes aus der Apotheke.

Für 10 bis 20 Prozent aller Kinder, die an einem Ekzem im Windelalter leiden, kann das schlimme Folgen haben. Denn bei ihnen wird die Neurodermitis - auch Atopische Dermatitis genannt - chronisch und kann ein Leben lang Probleme machen. Rund ein Prozent aller Erwachsenen sind betroffen.

Auch Asthma, Heuschnupfen und Allergien werden mit der Atopischen Dermatitis in Verbindung gebracht. Schlafprobleme und Gewichtsprobleme können ebenfalls dazu kommen.

 

In den USA werden jährlich 3,8 Milliarden Dollar für die Behandlung von Atopische Dermatitis ausgegeben

Eine Studie der Dermatologie der Northwestern Feinberg School of Medicine hat herausgefunden, dass ein Mittel besonders hilfreich bei Atopischer Dermatitis im Kindesalter ist. Allerdings ist das bei vielen Eltern verpönt. Zu Unrecht! Und zwar handelt es sich um Vaseline. Die Fettcreme kostet fast nichts und ist einfach zu beschaffen. Hohe Behandlungskosten könnten so eingespart werden.

In der Studie fanden die Mediziner heraus, dass das Risiko für Babys an Atopischer Dermatitis zu erkranken um die Hälfte reduziert wird, wenn sie in den ersten sechs Lebensmonaten täglich mit Vaseline eingerieben werden. Dafür hatten die Forscher 124 Babys täglich mit Vaseline behandelt.

 

Feuchtigkeitscreme, Vaseline oder Sonnenblumenöl

Nicht nur Vaseline, sondern auch andere Produkte wurden getestet. Wichtigstes Ergebnis der Studie: Egal, welches der kostengünstigen Produkte benutzt wurde, wichtig war nur, dass das Kind täglich damit in den ersten sechs Monaten behandelt wurde. Vaseline war das günstigste Produkt in der Studie. Ein Sechsmonatsvorrat Vaseline lagen bei rund 10 Euro. Eine vergleichbare Creme aus der Apotheke hätte rund 200 Euro für sechs Monate gekostet.

Der Unterschied zur sonstigen Neurodermitis-Behandlung ist, dass die günstigen Cremes vorbeugend und nicht erst im Akutfall eingesetzt wurden. Die Forscher vermuten, dass die Verwendung einer Feuchtigskeitscreme wie Vaseline der Haut hilft, Störungen schneller zu regulieren, die sich sonst verschlimmern und ein Ekzem hin zur Atopischen Dermatitis auslösen würden. Die Auslöser für Atopische Dermatitis sind bis heute nicht geklärt.

Einige Faktoren wie familiäre Vorbelastung oder sehr trockene Haut können den Ausbruch des Ekzems und späterer Atopischer Dermatitis begünstigen. Kinder, die zu dieser Hautkrankheit neigen,  können schon vorher Anzeichen dafür zeigen: faltige Handinnenflächen oder eine doppelte Lidfalte.

 
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