Gar nicht mal so „Bio“Auch gefährlich für die Umwelt: To-go-Verpackungen mit Bio-Image

Morgens auf dem Weg zum Büro schaut man nochmal beim Bäcker vorbei und holt sich schnell einen Coffee-To-Go. Der To-Go-Becher hat sogar ein Bio-Emblem. Dann braucht man ja kein schlechtes Gewissen habe, oder? Falsch. Die Verbraucherzentrale klärt auf.

Die Zahlen des Umweltbundesamtes sprechen Bände: 222 Kilogramm Verpackungsmüll kommt in einem Jahr zusammen – pro Kopf. Ein großer Teil des Mülls ist, laut der Verbraucherzentrale, Kunststoff. Und es wird immer mehr. Aber woher kommt das?

Hier eine Wasserplastikflasche, da ein Coffee-To-Go-Becher aus Pappe mit Kunststoffdeckel und ab und zu auch mal in Plastik eingepacktes Obst oder Gemüse: Die Quellen der Umweltbelastung durch Müll sind zahlreich. Besonders der Verpackungsverbrauch steigt immer weiter an. Auch Bio-To-Go-Bechern zählen zu den Abfällen, die die Umwelt stark verschmutzen. Nicht nur wegen ihrer Menge, sondern auch wegen ihrer Herstellung.

 

Keine ökologischen Vorteile

Coffee to go-Becher mit Biokunststoffanteilen belasten die Umwelt ähnlich stark wie normale Wegwerfbecher. Denn zum einen wird Biokunststoff aufwendig aus Nutzpflanzen hergestellt und zum anderen entstehen die größten Umweltauswirkungen bei der Herstellung des Papieranteils.“ Die Bio-To-Go-Becher haben also keine ökologischen Vorteile, so klärt die Deutsche Umwelthilfe in ihrem Hintergrundpapier über Coffee to Go-Einwegbecher und ihre Umweltauswirkungen und Alternativen auf. Zudem gelangen die Becher hinterher in der Müllverbrennung und werden nicht recycelt, laut der Verbraucherzentrale. „Auch kompostierbare Kunststoffe sind nicht besser. Ihre Herstellung ist aufweidig und in der Umwelt zersetzen sie sich nur sehr langsam."

Apropos Alternativen: Was immer gut für die Umwelt und das eigene Gewissen ist, sind Mehrwegbecher und -behältnisse. Auf Wunsch können sich diese in Geschäften für Heißgetränke, wie Kaffee und Tee, befüllen lassen. Das Gefäß muss dafür sauber sein. Tuberware hingegen darf hinter der Theke nicht befüllt werden.

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