Depression nach Geburt Auch Männer können an postnataler Depression leiden: Dieser Vater erzählt

Auch Väter können eine postnatale Depression bekommen
Auch Väter können eine postnatale Depression bekommen
Foto: Istock

Wenn einfach alles zu viel wird ... Dieses Gefühl einer postnatalen Depression kennen nicht nur Mütter, sondern auch Väter.

Der australische Vater Wilfred Zee berichtet jetzt der britischen Daily Mail über seine Gefühle nach der Geburt seiner zwei Kinder. "Es gab einen Punkt, wo ich mich selbst nicht mehr wiedererkannte", so Wilfred. Er musste daraufhin eine Auszeit in seinem Beruf als Anwalt nehmen. Er merkte erst spät, dass er an einer postnatalen Depression litt.

 

Postnatale Depression: Was ist das überhaupt?

Rund 15 Prozent aller Frauen haben nach der Geburt kurzzeitig eine vorübergehende Depression. Diese geht über den kurzeitigen hormonell bedingten "Baby-Blues" hinaus. Nur rund die Hälfte lässt sich deshalb behandeln. Viele Frauen schämen sich, weil sie nicht einfach nur glücklich sind ihr Kind in den Armen zu halten.

Eine postnatale Depression äußert sich durch verschiedene Faktoren: Gefühle flachen ab und werden dumpf. Die anfängliche Freude über das Baby verschwindet. Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit gehören dazu. Außerdem können Betroffene schlecht schlafen und essen und habe kein sexuelles Lustempfinden. Mütter leiden oft an Schuldgefühlen und fragen sich, warum sie ihr Kind nicht ganz normal lieben können.

Eine postnatale Depression kann durch ein hormonelles Ungleichgewicht ausgelöst werden. Aber auch andere Risikofaktoren wie vorherige Depressionen, mangelende partnerschaftliche oder soziale Unterstützung oder belastende Ereignisse können eine Depression begünstigen. Diese Risikofaktoren können auch Männer betreffen.

Antidepressiva können helfen den Zustand der postnatalen Depression zu überstehen. Immer wieder gibt es das Gerücht, dass Abhängigkeit oder körperliche Schäden entstehen könnten. Das ist allerdings unberechtigt. Im Gegenteil: Sie können für besseren Schlaf und so auch mehr Kraft für den Alltag sorgen.

 
 

Wilfred bemerkt seine postnatale Depression erst gar nicht

Konzentrationsschwäche im Büro, die ständige Sorge um seine Frau, die sich Zuhause mit den Kindern allein ist. Der 31-Jährige merkt, dass seit der Geburt seiner Kinder etwas nicht stimmt. Aber er kann nicht sagen, was es ist.

Nach der Geburt seines zweiten Kindes wurde es besonders schlimm: "Ich habe ständig alles vergessen, konnte nachts nur noch 3 Stunden schlafen", erzählt der junge Vater.

Eines Nachts stolpert Wilfred im Internet über einen Eintrag über postnatale Depression und erkennt seine Symptome. Er macht sich einen Termin beim Arzt, seine Behandlung beginnt. ER dachte immer nur, er sei müde und ausgelaugt, dass eine Erkrankung dahinterstecken könnte, war ihm nicht klar.

Sechs Monate später ging es Wilfred dank einer Therapie besser. Er hat sich eine Auszeit bei der Arbeit genommen und verbringt seine Zeit als Vollzeit-Vater mit seinen Kindern. Ihm ist besonders wichtig, dass andere Väter in seiner Situation in sich hinein horchen und sich Hilfe suchen, wenn sie spüren, dass etwas nicht mit ihm stimmt.

 

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