Corona – und dann?

Aufschwung oder Pleitewellen: Das droht Deutschland 2021, wenn…

Die Corona-Pandemie hat Deutschland – wie dem Rest der Welt – schwer zugesetzt. Trotzdem sind nicht alle Prognosen für 2021 so düster, wie sich das Jahr 2020 angefühlt hat. Alles hängt von einem Faktor ab…  

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Wie geht es nach der Corona-Pandemie in Deutschland weiter? Drohen 2021 Pleitewellen und Massenarbeitslosigkeit oder wird es einen Aufschwung geben?
Die Bevölkerung ist zum Jahreswechsel 2020/2021 skeptisch.

Umfrage: Deutsche starten skeptisch ins neue Jahr

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presseagentur (dpa) glaubt nur jeder vierte der 2.035 Teilnehmer (26 Prozent), dass Deutschland die Pandemie und ihre Auswirkungen im kommenden Jahr hinter sich lassen kann. 22 Prozent der Befragten rechnen 2021 mit durchgehend starken Einschränkungen. 

Nur jeder zehnte Befragte glaubt an einen normalen Sommerurlaub 2021 ohne Reisebeschränkungen & Co. Satte 84 Prozent der Befragten gaben indes an, dass sie damit rechnen, bis zum Ende des Jahres 2021 an bestimmten öffentlichen Plätzen einen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. 
Die Corona-Krise hat zweifelsohne tiefe Verunsicherung hervorgerufen. Welche Prognosen stellen Experten für Deutschland im Jahr 2021?

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Experten erwarten Wirtschaftsaufschwung 2021

Zunächst die gute Nachricht: Trotz Corona-Pandemie rechnen Experten mit einem Wirtschaftsaufschwung im kommenden Jahr. 

Um rund fünf Prozent ist die deutsche Wirtschaft 2020 eingebrochen. Enzo Weber, Konjunkturexperte am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), schätzt, dass allein eine Woche Lockdown die Volkswirtschaft 3,5 Millionen kostet. 

Trotzdem geht der Großteil der Wirtschaftsexperten davon aus, dass sich die Wirtschaft 2021 unter bestimmten Voraussetzungen erholt. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung beispielsweise rechnet 2021 mit einem Plus von 4,9 Prozent. Den Aufschwung möglich machen unterschiedliche Faktoren – unter anderem die Staatshilfen, die intakten Lieferketten in Europa und die weiterhin hohe Kauflust der Bundesbürger. 

Einzelhandel droht Pleitewelle

Viel drastischer als große Konzerne wurde der Einzelhandel von der Corona-Pandemie geprägt. Geschlossene Läden im Lockdown ohne bleibende Verkaufsmöglichkeiten, deutlich weniger finanzielle Rücklagen und zu spät ausgezahlte Staatshilfen trafen diesen Sektor 2020 hart. 

Kein Wunder, dass Experten mit empfindlichen Pleitewellen im Einzelhandel rechnen. "Es ist zu befürchten, dass bis zu 50.000 Händler ihre Geschäfte schließen müssen", sagt Stefan Genth vom Branchenverband HDE gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Eine solche Pleitewelle würde nicht nur einen immensen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen, sondern auch ein großes Loch in die Innenstädte reißen."

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit trifft die Corona-Krise vor allem jene besonders hart, die schon im Vorfeld wenig hatten. In ihrem globalen Jahresbericht 2020 weist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beispielsweise darauf hin, dass vor allem Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor die Verlierer der Krise sind. "Für Arbeiter mit geringen Qualifikationen und für solche mit geringen Einkommen ist die Zahl der Arbeitsstunden besonders stark zurückgegangen", ist im Bericht zu lesen. "Das erhöht das ohnehin hohe Maß an Ungleichheit, das vor der Pandemie existierte, noch weiter."

Die Corona-Krise scheint die wirklich Reichen wenig bis nicht zu tangieren. In Deutschland stieg die Zahl der Millionäre im ersten Halbjahr 2020 um 58.000, wie aus dem Global Wealth Report der Crédit Suisse hervorgeht. Demzufolge gibt es 2,1 Millionen Deutsche, deren Vermögen eine Million oder mehr beträgt. Einer der Gründe hierfür ist, dass Reiche selten im Einzelhandel ihr Geld verdienen: Sowohl die Immobilien- als auch die Autobranche wurden von der Krise kaum berührt, um nur zwei Beispiele zu nennen – die Gewinnspannen dort sind weiterhin hoch. 

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Keine dritte Welle: Corona-Impfung das Maß aller Dinge

In einem sind sich alle Experten einig: Ob Deutschland 2021 aus der Krise findet oder nicht, hängt davon ab, wie sich das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie entwickelt. Simpel ausgedrückt: Wird Deutschland von einer dritten oder gar vierten Infektionswelle erfasst, erholen sich weder Wirtschaft, noch der Einzelhandel oder der Arbeitsmarkt als Ganzes im kommenden Jahr. 

Große Hoffnungen setzen deswegen alle in die gerade angelaufenen Corona-Impfungen in Deutschland. Lassen sich 60 bis 70 Prozent der Bundesbürger impfen, ist eine Herdenimmunität erreicht und Lockdowns sowie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen gehören der Vergangenheit an. Dann können sich Wirtschaft & Co. von der Corona-Pandemie erholen. 

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