KindergesundheitBabyspielzeug ist oft giftig - sagt Stiftung Warentest

Babyspielzeug kann giftig sein, wie Stiftung Warentest in einer Untersuchung feststellte. Sechs von 30 Erstspielzeugen fielen beim Test durch.

Inhalt
  1. Diese 3 Baby-Spielsachen sind mangelhaft
  2. Diese 3 Baby-Spielsachen sind sehr gut
  3. Worauf beim Kauf von Baby-Spielzeug achten?

In der aktuellen Ausgabe des Magazins test (12/2017) präsentiert Stiftung Warentest die Ergebnisse einer Babyspielzeug-Untersuchung.

30 Greiflinge, Schnuller- und Kinderwagenketten wurden auf Schadstoffe geprüft. Die Erstspielzeuge waren aus Holz, Textilien, Kunststoffen oder einem Materialien-Mix. Das Ergebnis: Nur 3 Produkte sind sehr gut - 4 dagegen mangelhaft.

Stiftung Warentest: Baby-Spielzeug oft giftig
Erstspielzeug enthält oftmals Schadstoffe, wie die Stiftung Warentest herausfand
Foto: iStock

Untersucht wurden

  • 16 Greiflinge
  • 8 Wagenketten und -clips
  • 6 Schnullerketten

Im Endeffekt schnitten 3 Spielsachen sehr gut ab, 20 gut, 1 befriedigend, 2 ausreichend und 4 mangelhaft. Der Mythos, Holzprodukte seien grundsätzlich besser als Kunststoffprodukte, konnte Stiftung Warentest nicht bestätigen. "Beide Materialien stecken sowohl in sehr guten als auch in mangelhaften Produkten", heißt es seitens der Tester.

Getestet wurden die 30 Baby-Produkte nach folgenden Kriterien:

  • gesundheitsschädliche Stoffe (Prüfung auf 280 chemische Substanzen)
  • verschluckbare Kleinteile (Belastungstests)
  • Strangulationsgefahr
  • Stoßgefahr im Rachen (Bedürfnisprüfung)
 

Diese 3 Baby-Spielsachen sind mangelhaft

Vor allem drei Produkte haben die Tester enttäuscht: "Die Schnul­lerkette von Glücks­käfer sowie eine Schnuller- und eine Kinder­wagenkette Nixe von Hess halten recht­liche Vorgaben nicht ein. Sie hätten nicht verkauft werden dürfen. Die Anbieter und die zuständigen Aufsichts­behörden wurden informiert."

  • Die Schnullerkette von Glückskäfer war Experten zufolge zu lang (über 22 Zentimeter) - Babys könnten sich an ihr strangulieren.
  • Bei der Schnul­lerkette "Käfer Tom" von Hess war unstabil: Kleinteile können sich leicht ablösen, die Käfer-Öhrchen können Babays abziehen und verschlucken.

  • Die mangelhafte Kinder­wagenkette "Nixe" von Hess hat eine große Holz-Schwanz­flosse, mit der sich Babys in den Rachen stoßen und verletzen können. Zudem sind hier Schadstoffe festgestellt worden (mehr Organozinn­-Verbindungen als erlaubt).

Auch der Greifling "Space" von Selecta enthält gesundheitsschädliche Substanzen, wie die Tester feststellten: Hier scheinen zu große Mengen nitrosierbarer Stoffe zu bestehen, die im Babymagen krebserregende Nitrosamine bilden.

 

Diese 3 Baby-Spielsachen sind sehr gut

Mit sehr gut schnitten folgende Erstspielsachen ab:

 

Worauf beim Kauf von Baby-Spielzeug achten?

Stiftung Warentest rät Eltern auf folgende Kriterien bei Baby-Spielzeug zu achten:

  • Spielsachen mit spitzen Ecken und scharfen Kanten vermeiden.
  • "Ziehen Sie an Nähten, Knöpfen und Augen. Ist alles stabil? Vor allem kleine Teile müssen fest angebracht sein. Rasseln, die kleine Teile enthalten, müssen dicht sein. Prüfen Sie die Verschlüsse."
  • auf Qualitäts­siegel und Gütezeichen achten (GS-Zeichen, TÜV-Siegel sind besser als CE-Zeichen, da letzteres nicht kontrolliert wird!)
  • "Kaufen Sie keine Rasseln oder Spiel­uhren, deren Geräusch Sie selbst als unangenehm empfinden. Kinder lärmen zwar gern, aber ihre Ohren sind dennoch empfindlich."
  • Spielzeug altersgerecht aussuchen: "Achten Sie darauf, dass das Spielzeug Ihr Kind nicht über- und nicht unter­fordert."

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(ww7)

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