Corona-MaßnahmenBayern droht ein komplettes Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen!

Ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen ist laut der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) "der richtige Weg", um die Ausbreitung des Coronavirus' im Freistaat zu unterbinden. 
 

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Die bayrische Staatsregierung ermutigt kreisfreie Städte und Landkreise dazu, Alkoholverbote an öffentlichen Plätzen zu prüfen. Was das bringen soll? Das erklärte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in einem Interview.

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Alkoholverbot: Nüchtern zu mehr Abstand

"Alkohol hat eine enthemmende Wirkung, die Vernunft lässt nach, die Abstände fallen weg. Deswegen ist ein solches Verbot in meinen Augen der richtige Weg", erklärte Huml gegenüber der "tz" den Sinn hinter einem Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen. "Wir sehen bundesweit leicht steigende Infektionszahlen, und oft sind Feiern und Partys die Grundlage der Ausbrüche. Deswegen müssen wir da so vorsichtig sein."

Melanie Huml (CSU) hält ein Alkoholverbot für hilfreich
Foto: PETER KNEFFEL/POOL/AFP via Getty Images

Nun hat das bayrische Kabinett kreisfreie Städte und Landkreise dazu aufgerufen, "an einschlägigen Örtlichkeiten ihrer jeweiligen Zuständigkeit Alkoholverbote im öffentlichen Raum zu prüfen".

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Bamberg als Vorbild

Wo Menschen keinen Alkohol konsumieren, werden die Corona bedingten Abstands- und Hygieneregeln besser eingehalten. Auch deshalb, weil ohne Alkohol weniger Menschenansammlungen entstehen. Als erste deutsche Großstadt hatte Hamburg Ende Juli ein befristetes Alkoholverbot durchgesetzt.

Wie Ministerin Huml im Interview erklärte, gelte unter anderem die kreisfreie Stadt Bamberg in Oberfranken mit ihren knapp über 77.000 Einwohnern als Vorbild. "Ich habe mir das in Bamberg gründlich angeschaut. Die Stadt hat 14 Tage lang ein Alkoholverbot ab 20 Uhr durchgesetzt, das hat die Lage in der Innenstadt enorm entspannt. Am 15. Tag gab es sofort wieder die selben Bilder wie vorher, also wurde das Verbot wieder in Kraft gesetzt."

Von einer Ausgangssperre hält die konservative Politikerin aber nichts. "Wir appellieren erstmal an die Vernunft der jungen Leute und unternehmen auch den Schritt Richtung Alkoholverbot. Das Virus ist nach wie vor da, die Lage ist brandgefährlich", betonte Melanie Huml. 

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Protest aus dem Münchner Rathaus

Während die bayrische Landesregierung ein generelles Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen für vernünftig im Kampf gegen das Coronavirus hält, kommen aus München Gegenstimmen. Die Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden von den Grünen erklärte ebenfalls gegenüber der "tz": "Ein Alkoholverbot würde nur dafür sorgen, dass die Feiernden ein paar Straßen weiter ziehen und eben dort ihr Bier trinken. Damit würden wir das Problem verlagern, aber nicht lösen."
Christian Vorländer, Fraktions-Vize der Stadtrats-SPD, sieht Alkoholverbote an öffentlichen Plätzen sogar als potentiellen Brandbeschleuniger für den Unmut vieler Menschen: "Dies würde nur zur Eskalation der Lage beitragen."

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