NachhaltigkeitBayern: Supermarkt verschenkt Lebensmittel - aus gutem Grund

Ein Filialleiter eines Supermarktes in Bayern verschenkt Lebensmittel an seine Kunden. Der Grund: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen, die Ware aber oftmals noch gut.

Die Zahl ist schon ziemlich erschreckend: In Deutschland werden jährlich rund 18,4 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch essbar wären. Dieser Verschwendung konnte ein Geschäftsführer einer AEZ-Filiale im bayerischen Fürstenfeldbruck am Kurt-Huber-Ring nicht mehr tatenlos zusehen - und verschenkt nun abgelaufene Lebensmittel. 

Auf einem Schild in dem Geschäft steht nun: „Gratis Food Share ‚zu Gut für die Tonne‘. Lebensmittel mit knappem MHD oder kleinen Fehlern zu Ihrer Verfügung. Der Verzehr der Ware liegt in Ihrer Verantwortung.“ Vize-Marktleiterin Dragana Cosic erklärte gegenüber Merkur: "Wir bestücken die Fächer täglich. Was und wie viel reinkommt, hängt vom Tag ab.“

Bayern: Supermarkt verschenkt Lebensmittel - aus gutem Grund
Ein bayerischer Supermarkt verschenkt Lebensmittel, die laut Mindesthaltbarkeitsdatum schon abgelaufen, aber oftmals noch essbar sind.
Foto: iStock

Eigentlich muss bei einem Verkauf nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) nicht mehr der Hersteller der Ware, sondern der jeweilige Supermarkt für Mängel haften, was natürlich ein erhebliches Risiko darstellt. Mit dem Hinweisschild schützt sich die AEZ-Filiale jedoch, zudem werden die Lebensmittel erst am letzten Tag des Mindesthaltbarkeitdatums verschenkt.

Udo Klotz, Geschäftsführer der AEZ GmbH, sagte zu der Aktion: "Die Problematik geht alle Menschen etwas an. Wir präsentieren die Station so sichtbar, als wäre das völlig normal und sagen: ,Leute, es geht auch anders‘. Das sind alles Lebensmittel, die noch essbar sind." Bei Kunden und Mitarbeitern kommt die Aktion sehr gut an. "Wir hatten eine zweimonatige Testphase geplant, die wir jetzt verkürzen. Für die nächsten Wochen planen wir bereits, zwei weitere Märkte damit auszustatten. Bis zum Frühjahr 2018 rollen wir das Ganze auf alle unsere elf AEZ-Märkte aus."

Vielleicht folgen diesem vorbildlichen Beispiel für Nachhaltigkeit ja demnächst auch andere Bundesländer.

Kategorien: