Wie bitte?Bei Corona-Verdacht: Kinder sollen von ihren Eltern isoliert werden

Gesundheitsämter fordern Eltern dazu auf, bei Corona-Verdacht Kinder zu Hause von der Familie zu trennen.

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Diese Forderung stößt wahrscheinlich auf wenig Verständnis! Die "Neue Westfälische" berichtet, dass Gesundheitsämter Eltern raten, ihre Kinder in häuslicher Quarantäne in einem Raum getrennt von der Familie zu isolieren, wenn ein Corona-Verdacht besteht. Die Zeitung beruft sich dabei auf Anordnungen der Gesundheitsämter der Landkreise Offenbach (Hessen) und Karlsruhe (Baden-Württemberg).

 

Gesundheitsämter fordern: Bei Corona-Verdacht Kinder isolieren

Die Behörden fordern die Eltern sogar auf, getrennt von den Kindern zu essen! In der Anordnung heißt es: "Ihr Kind muss im Haushalt Kontakte zu anderen Haushaltsmitgliedern vermeiden, indem Sie für zeitliche und räumliche Trennung sorgen. Keine gemeinsamen Mahlzeiten. Ihr Kind sollte sich möglichst allein in einem Raum getrennt von anderen Haushaltsmitgliedern aufhalten.“

Und es wird noch extremer: Wenn ein Kontakt zu Hause nicht zu vermeiden ist, sollen Masken getragen werden. Sollte es nicht zur Isolierung kommen, könnten die Kinder aus der Familie gerissen und für die Dauer der Quarantäne in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden.

 

Bei Corona-Verdacht: Übermäßigen Kontakt des Kindes mit der Familie vermeiden

Die Anordnung bezieht sich auf Familien, in denen Kinder im Alter von drei bis elf Jahren leben. Kinderschutzpräsident Heinz Hilgers sieht die Regelung kritisch: "Die Situation der Quarantäne ist für Familien, insbesondere für Kinder, ohnehin sehr belastend. Kinder in dieser Phase von ihren Eltern und Geschwistern zu isolieren, ist eine Form psychischer Gewalt", betont er gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Mutterwerden: Wie Kinder unsere Psyche verändern

Wie die Isolierung der Kinder umzusetzen sein soll, wird in der Anordnung nicht angesprochen. Darin heißt es lediglich, dass die Maßnahme mit der "Lebenswirklichkeit der Betroffenen in Einklang zu bringen“ ist. "Natürlich dürfen und sollen sich die Eltern weiter vollumfänglich und altersgerecht um das Kind kümmern. Wie bereits beschrieben, geht es darum, wo möglich und vertretbar, Alternativen im täglichen Umgang miteinander zu finden. Gemeint sind zum Beispiel übermäßige Kontakte zu den Geschwistern – wenn umsetzbar – zu vermeiden“, wird in dem Schreiben erklärt. Ob die Anordnung bei allen Eltern auf Verständnis stoßen wird, ist allerdings fraglich.

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