Konsequenzen nach VorfallBerlin: 10-Jähriger von Gleichaltrigem vergewaltigt

Nach der Vergewaltigung unter Grundschülern auf der Klassenfahrt einer Schule aus einem sozialen Brennpunkt Berlins, meldet sich die Bildungssenatorin Sandra Scheeres zu Wort. Sie fordert bessere Prävention gegen Missbrauch.

Es sollte eine ganz normale Klassenfahrt werden. Doch für einen Schüler wurde sie zum Albtraum. Unter Beobachtung zweier unbeteiligter Schüler wurde ein Zehnjähriger von zwei Mitschülern festgehalten, während er von einem anderen Schüler vergewaltigt wurde. Die Lehrer und Erzieher bekamen davon nichts mit, berichtete die „Bild“. Erst eineinhalb Wochen später vertraute sich ein Freund des Opfers einem Sozialarbeiter an. Es wurden sofort Konsequenzen gezogen.

 

Opfer und Mithelfer befinden sich an anderen Schulen

Während das Opfer nun zur Sicherheit und auf eigenem Wunsch eine andere Schule besucht, soll der Haupttäter, der bereits vorher als auffällig galt, außerhalb einer öffentlichen Schule unterrichtet werden, schreibt die „Berliner Zeitung“. Auch die Mithelfer wurden auf andere Schulen geschickt. Bildungssenatorin Sandra Scheeres meldete sich zu Wort und äußerte sich bei der „Berliner Zeitung“: „Ich finde es richtig und wichtig, dass alle Institutionen vom ersten Tag an kooperiert haben – die Polizei, das Jugendamt und die Schule, die sofort schulpsychologische Maßnahmen ergriffen hat.“

 

Forderung zu mehr Prävention

Ulli Freund, eine Berliner Erziehungswissenschaftlerin, ruft zu mehr Präventionsarbeit auf. „Programme zu Vorbeugung sexueller Gewalt – auch unter Kindern – sollten Standard sein“, sagt sie der „Berliner Zeitung“. Auch Klaus Seifert vom Berufsverband Deutscher Psychologen, äußert sich zu dem Vorfall und zur geforderten Prävention. „Dafür brauchen die Lehrkräfte Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und -psychologen, aber auch Zeit – etwas in Form von Klassenleiterstunden“, sagt der ehemalige Leiter des schulpsychologischen Beratungszentrums in Tempelhof-Schöneberg. Insbesondere sei die Unterstützung in Berliner Schulen verbesserungsbedürftig, vor allem in sozialen Brennpunkten.

Weiterlesen

>>> Berlin: Wegen Gewalt und Drogen kündigt Leiterin von Spreewald-Grundschule ihren Job

>>> Sachsen-Anhalt: Grundschullehrer sind verzweifelt wegen Schüler - und bitten Eltern um Hilfe

>>> Schulschwänzer: Was Eltern erwartet, wenn sie ihre Kinder früher aus der Schule nehmen

Kategorien: