Eltern sehen Entwicklung kritischBerlin: Grundschule setzt Wachschutz wegen zunehmender Gewalt ein

Gewalt an Schulen wird ein immer größeres Problem - auch in Deutschland. In einer Berliner Grundschule sind die Schüler so gewalttätig, dass ein privater Wachschutz engagiert werden muss. 

Inhalt
  1. 30 Gewalt-Vorfälle allein im letzten Jahr
  2. Sicherheitsleute sollen das Gewalt-Problem lösen
  3. Nicht alle Eltern sind mit der Maßnahme einverstanden

Es klingt eher nach einer Meldung, die aus den USA stammen könnte, doch auch an deutschen Schulen sind die Kinder mittlerweile so aggressiv, dass sie vor sich selbst geschützt werden müssen. Eine Berliner Grundschule hat einen privaten Wachdienst eingestellt - zum Schutz der eigenen Schüler. Denn Gewaltexzesse sind an dieser Schule auch schon bei den Sechs- bis Zwölfjährigen an der Tagesordnung. 

 

30 Gewalt-Vorfälle allein im letzten Jahr

"Innerhalb des vergangenen Jahres hat die Gewalt so zugenommen, dass wir jetzt diese Maßnahme ergreifen mussten", erklärt Doris Unzeitig, die Schulleiterin der Spreewald-Grundschule im Bezirk Schöneberg gegenüber der "Bild"-Zeitung. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30 Gewalt-Vorfälle der Schulbehörde gemeldet. Aber nicht nur der Streit zwischen Kindern eskaliert regelmäßig, die Schüler gehen auch auf die Lehrkräfte los. Besonders heftig: Teilweise mischen sich sogar die Eltern in die Streitigkeiten ein und gehen auf andere Kinder los, um ihr eigenes Kind zu verteidigen. 

 

Sicherheitsleute sollen das Gewalt-Problem lösen

Von 7:30 Uhr bis 16 Uhr sollen jetzt Wachleute die gewalttätigen Übergriffe eindämmen und verhindern. Morgens stehen sie am Schultor, tagsüber patrouillieren sie durchs Schulgebäude und sichern in den Pausen das Gelände. "Der Sicherheitsdienst soll dafür sorgen, dass der Schulalltag für die Kinder ohne Störung und Gewalt verlaufen kann. Das ist unheimlich wichtig", so die Schulleiterin weiter. Außerdem soll er für Respekt sorgen. 

Der erfahrene Gebietsleiter der zuständigen Sicherheitsfirma, ist von den Zuständen in der Schule überrascht: "Es ist schon schockierend, wie gewaltbereit sogar schon Grundschüler sind", so Masieh Jahn.

Die Kosten trägt die Schule selbst

1.719 Euro kostet das Wachpersonal derzeit pro Woche! Geld, das die Schule selbst aufbringen muss, denn der Bezirk weigert sich die Kosten zu übernehmen: "Mir ist nicht richtig klar, um welche Konflikte es sich konkret handelt und wie sie gelöst werden sollen", sagt Stadtrat Oliver Schworck von der SPD. Schulleiterin Doris Unzeitig hofft jedoch, dass der Stadtrat nach einer erfolgreichen Testphase einlenkt und die weitere Finanzierung übernimmt.

Die Spreewald-Grundschule gilt seit Jahren als sozialer Brennpunkt. 99 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund. 

 

Nicht alle Eltern sind mit der Maßnahme einverstanden

Eine Mutter findet es gut, dass ein Sicherheitsdienst für mehr Ordnung in der Schule sorgt. Ein anderer Vater steht der Maßnahme kritisch gegenüber: "Ich finde es nicht gut, dass ich extra den Sicherheitsdienst fragen muss, ob ich zu meiner Tochter darf. Es fühlt sich an wie im Gefängnis."

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