Neues VerbotBGH-Urteil: Kleine Apotheken-Geschenke sind in Zukunft verboten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden: In Zukunft dürfen in in Verbindung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten keine Apotheken-Geschenke mehr ausgegeben werden.

Taschentücher, ein bisschen Traubenzucker, eine Probierpackung Halsbonbons - vermutlich jeder hat in der Apotheke schon einmal eines dieser kleinen "Geschenke" in die Hand gedrückt bekommen, wenn er dort ein Medikament gekauft hat. Doch damit ist nun Schluss, wie der BGH entschieden hat. In Apotheken dürfen keine kleinen Annehmlichkeiten verteilt werden, wenn der Kunde mit einem Rezept für sein Medikament in die Filiale kommt. 

Mit diesen Medikamenten darfst du nicht in die Sonne

 

Keine Apotheken-Geschenke mehr: Das ist der Grund

Bisher hatte der BGH kleine Geschenke, deren Wert unter einem Euro lag, noch gestattet - jetzt nicht mehr. Der Grund für das Verbot der kleinen Geschenke ist eine mögliche Verschärfung des Wettbewerbs unter einzelnen Apotheken. Nach einer Gesetzesänderung in Deutschland im Jahr 2013 müssen in den Apotheken alle verschreibungspflichtigen Medikamente gleich viel kosten. Damit soll unterbunden werden, dass die Apothekenbetreiber in einen Preisstreit geraten. Wenn nun aber einige Geschäfte kleine Geschenke verteilen, wenn ein Kunde ein Rezept einlöst, würde dieses Gesetz nicht geachtet werden. BGH-Vorsitzender Thomas Koch sagte, dass das Verbot "einen ruinösen Wettbewerb zwischen den Apotheken, einen Preiswettbewerb verhindern und eine flächendeckende und gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherstellen" solle. 

Die Diskussion um das Verbot von Apotheken-Geschenken kam auf, weil zwei Apotheken, eine in Berlin und eine Darmstadt, verklagt wurden. In der Apotheke in Berlin wurden zusammen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auch Ein-Euro-Gutscheine ausgegeben, in Darmstadt wiederum wurden Brötchengutscheine an die Kunden verteilt, die ein Rezept einlösten. Daraufhin schaltete sich die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs ein. 

 

Rezeptfreie Medikamente sind nicht betroffen

Da bei rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke keine Preisbindung besteht und Wettbewerb sogar erwünscht ist, sind diese von dem neuen Verbot ausgeschlossen. Außerdem greift das in Deutschland geltende Geschenke-Verbot auch nicht bei Versand-Apotheken aus dem Ausland. 

Weiterlesen:

 

Kategorien: