Neue Erkenntnisse

Bittere Neuigkeiten für Hartz-IV-Empfänger

Trotz Erhöhung des Regelsatzes im kommenden Jahr gibt es für Hartz-IV-Empfänger nun schlechte Nachrichten.

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Im Januar 2021 wird die Bundesregierung die Hartz-IV-Regelsätze anheben, das hat das Kabinett erst kürzlich beschlossen. Für Alleinstehende soll der Regelsatz um sieben Euro auf 439 Euro pro Monat steigen. Bei Paaren gibt es eine Erhöhung pro Person um sechs Euro auf 395 Euro. Und auch der Regelsatz für die Grundsicherung für Kinder und Jugendliche vom 14. bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres steigt - um 39 Euro auf 367 Euro.

Neue Studie zeigt: Hartz-IV-Leistungen reichen nicht aus

Eigentlich sind das gute Nachrichten, doch durch eine neue Studie des Paritätische Wohlfahrtsverband geraten die Erhöhungen der Regelsätze nun in den Hintergrund, denn die Ergebnisse der Analyse des Verbandes sind schockierend. Das den Hartz-IV-Empfängern zur Verfügung gestellte Geld reicht nicht aus und gerade in der Corona-Krise könnten Arbeitslose in existenzielle Not geraten.

Besonders schwierig ist die Situation - vor allem in der derzeitigen Krise - für Alleinstehende. Sie leben in "strenger Armut" und haben ein Einkommen, das 40 Prozent unter dem mittleren Einkommen in Deutschland liege. Aber auch Alleinerziehende befinden sich in einer besonders prekären Lage, so die Forscher.

Hartz-IV-Empfänger können nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben

Laut der Studie fehle den Empfängern von Hartz IV-Leistungen vor allem das Geld für eine ausgewogene, gesunde Ernährung. "Und auch ein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe ist entgegen der verfassungsrechtlichen Vorgaben nicht gewährleistet", heißt es in der Mitteilung des Verbandes.

Die Folge der mangelnden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Viele Hartz-IV-Verhänger leiden unter Einsamkeit und fühlen sich sozial isoliert. Ein Beispiel für diese Isolierung: Mehr als ein Viertel aller Single-Haushalte können sich keinen Internetanschluss leisten - so fehlt vielen die Möglichkeit, über den digitalen Weg mit anderen in Kontakt zu treten.

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Das Arbeitslosengeld II schütze nicht davor, von Armut bedroht zu sein, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, zur Veröffentlichung der Studie. "Millionen Menschen sind von der gesellschaftlichen Wohlstandsentwicklung abgekoppelt, ausgegrenzt und werden immer weiter abgehängt." Deshalb fordere der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Regelsätze in Hartz IV und Altergrundsicherung sofort um 100 Euro pro Person und Monat zu erhöhen, bis Anfang 2021 die Beiträge neu angepasst werden.

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