LebensmittelvergiftungBotulismus: Ehepaar vergiftet sich mit grünen Bohnen

Sie hatten grüne Bohnen verspeist – danach lag das Ehepaar monatelang auf der Intensivstation. Die Diagnose: Botulismus. Das Paar hatte sich aus Versehen selbst vergiftet.

Schwindel, Seh- und Sprechstörungen: Mit diesen Symptomen wurde eine 47-jährige Frau vor einigen Monaten ins Krankenhaus gebracht. Doch die Untersuchungen gaben keinen Hinweis, woher die Beschwerden kamen. Erst als 24 Stunden später auch ihr Mann eingeliefert wurde, stutzten die Ärzte. War das Ehepaar vergiftet worden? Er litt an ähnlichen Symptomen.

Die Äußerung des Sohnes, seine Eltern hätten Bohnen gegessen, und ein anschließender Bluttest bestätigten den Verdacht. Das Paar hatte sich selbst vergiftet. Die Diagnose: Botulismus.

In den selbst eingemachten Bohnen hatte sich das Nervengift Botulinumtoxin gebildet. Das wird von einem Bakterium namens Clostridium botulinum produziert. Die Bakterien vermehren sich in luftdichtverschlossenen Gefäßen – wie in den eingemachten Bohnen des Ehepaars.

Das Paar lag nach der Diagnose monatelang auf der Intensivstation. Bei Botulismus kann ein Gegengift verabreicht werden. Da die Lähmungen jedoch bereits weiter fortgeschritten waren und der Konsum über 72 Stunden zurück lag, war es dafür zu spät. Folglich mussten Mann und Frau intensiv medizinisch überwacht werden, um einen Atemstillstand auszuschließen.

Insgesamt lag die Frau elf Monate im Krankenhaus, ihr Mann acht. Beide mussten künstlich beatmet werden. Mittlerweile wurde das Ehepaar entlassen, kämpft jedoch immer noch mit den Nachwirkungen der Vergiftung. Beide sind noch schwach und leiden unter psychischen Problemen.

 

Wie kann man sich vor Botulismus schützen?

Botulismus ist eine schwere Form der Lebensmittelvergiftung, die durch Gift produzierende Bakterien ausgelöst wird. In Einweckgläsern oder Konserven, die luftdicht verschlossen sind, aber auch in Wurstwaren, können sich die Bakterien vermehren.

Ob ein Nahrungsmittel die Bakterien enthält, ist schwer zu merken: Man sollte daher darauf achten, dass sich der Deckel einer Konserve nie nach oben wölbt. Das ist das einzige Erkennungsmerkmal - die Bakterien verändern nämlich weder Geschmack, noch Geruch des Lebensmittels.

Das Nervengift lässt sich aber unschädlich machen, indem man die Nahrung 15 Minuten auf mindestens 100 Grad Celsius erhitzt.

 

Wie äußert sich die Vergiftung?

Der Botulismus äußert sich meist 12 bis 36 Stunden nach Verzehr vergifteter Lebensmittel durch Magen-Darm-Beschwerden, danach treten die ersten Lähmungen auf. Da das Nervengift meist zunächst den Augenmuskel lähmen, kommt es zu Sehstörungen. Es folgen Sprech- und Schluckstörungen, bis zu weiteren Lähmungen im ganzen Körper. Wirkt sich die Vergiftung zudem auf die Atemmuskulatur aus, kann sie tödlich enden.

Übrigens: Wem der Name bekannt vorkommt – das Nervengift wird in kleinen Dosen auch in der Kosmetik eingesetzt. Bei einer Botox-Behandlung ist die Lähmung der Gesichtsmuskeln erwünscht.

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