Kinderlos für die UmweltBrunschweiger provoziert weiter: "Ein Kind reicht, mehr ist verantwortungslos"

Verena Brunschweiger plädiert mit ihrem Buch für die Kinderfreiheit - und sorgt für Aufruhr. In einem Interview provoziert die Lehrerin aufs Neue. Feminismus und Familie seinen für sie nicht kombinierbar.

Eins muss man Verena Brunschweiger lassen. Während vor einigen Wochen wohl kaum jemand von ihrem Namen gehört hatte, ist er nun in aller Munde. Die Lehrerin hat ein Buch namens "Kinderfrei statt kinderlos" geschrieben. Und sie weiß, wie sie es populär macht. Ihre These, Kinder seien "das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann" dominiert derzeit die Medien. Nun legt die Autorin erneut nach. In einem Interview mit Focus Online lehnt sich Brunschweiger weit aus dem Fenster. 

 

Mutter aus Langeweile?

Jede Frau muss selbst entscheiden, ob sie Mutter werden möchte oder nicht. Manchen wird diese Entscheidung sogar unfreiwillig abgenommen. Die Motive einer Elternschaft sind ein sensibles Thema. Brunschweiger schreckt davor jedoch nicht zurück. Vielmehr unterstellt sie Frauen, die heutzutage Kinder bekämen, sie wüssten nichts mit ihrer "neugewonnen feministischen Freiheit" anzufangen. Sie würden sich daher nach einer traditionellen Rolle sehnen, so Brunschweiger. Vom Staat werde dieser Weg weiterhin gefördert - eine Aussage, der Mütter, die versuchen, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen, durchaus widersprechen könnten. . Feminismus und Familie? Das sei für die Lehrerin unvereinbar. Ein Schlag in die Magengrube für sämtliche Frauen - denn ist die Familiengründung nicht genau eine der zahlreichen Möglichkeiten der feministischen Freiheit, die Frauen laut Brunschweiger heutzutage hätten? Die Lehrerin scheint sich jedoch sicher zu sein, "dass man im Jahr 2019 immer noch dafür bestraft wird, kinderlos zu sein"

 

"Als Kinderlose wird man diskriminiert"

Zum Beispiel müssten sich Kinderlose nicht nur mit dem hohen CO2-Ausstoß des Nachwuchs anderer, sondern auch deren Lautstärke auf Flugreisen herumschlagen. Ihr Vorschlag: Eine Entschädigung der Fluggesellschaft, sollte die Reisezeit von schreienden Kindern dominiert werden. In manchen Passagen liest es sich, als müsste man Brunschweiger dezent daran erinnern, dass auch sie Tochter einer Mutter ist. Nun wäre es interessant zu wissen, ob Brunschweiger wohl selbst Geschwister hat. Dann nämlich würde sich die Autorin auch gegen ihre eigene Mutter stellen. Denn schließlich ist Brunschweiger der Meinung: "Ein Kind reicht vollkommen, mehr ist verantwortungslos."

Nun könnte man sich über die Aussagen der Lehrerin durchaus aufregen. Man kann es aber auch lassen. Denn letztendlich spielt man der Autorin damit in die Karten, wenn man ihrer Einladung zum Ende des Interviews folgt: "Shitstorms mag ich sowieso".

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