LebensmittelsicherheitBundesinstitut warnt vor TV-Köchen: Alle 50 Sekunden ein Hygiene-Fehler

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor TV-Köchen. Alle 50 Sekunden unterlaufen ihnen Hygiene-Fehler. Das sind die häufigsten.

Inhalt
  1. TV-Köche schlechte Hygiene-Vorbilder
  2. Küche, Keime, TV-Köche
  3. Zuschauer kopieren Verhalten der TV-Köche

Experten vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben 100 Folgen verschiedener Kochsendungen im deutschen Fernsehen mit Adleraugen verfolgt. Was ihnen dabei auffiel, kann die Gesundheit der Zuschauer gefährden, wie die Experten nun warnen.

 

TV-Köche schlechte Hygiene-Vorbilder

Durchschnittlich alle 50 Sekunden begehen die TV-Köche Hygienefehler. Ein Unding, wenn man bedenkt, dass diese Köche von tausenden Menschen beim Kochen beobachtet werden - und ihnen somit bewusst oder unbewusst als Vorbild dienen. Laut BfR wurden zwischen März 2015 und März 2016 60 Kochshows im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Alle erfreuten sich mehr oder weniger hoher Zuschauerzahlen.

Die häufigsten Hygienefehler von TV-Köchen sind laut BfR:

  • schmutzige Hände am Geschirrtuch abwischen
  • mit Fingern salzen und würzen
  • Schneidebrett und Messer nicht ausreichend reinigen
  • kein Händewaschen nach Kratzen, Niesen, Husten
 

Küche, Keime, TV-Köche

Doch inwiefern beeinflussen TV-Köche die tatsächlichen Kochgewohnheiten der Zuschauer? Das hat das BfR getestet. Dafür haben Probanden in einer Versuchsküche ein Video eines TV-Kochs angesehen und sollten anschließend das Gericht nachkochen. Eine Gruppe schaute ein Video mit Hygiene-Fehlern, eine Kontrollgruppe schaute das Video ohne Hygiene-Fehler.

Das Test-Ergebnis: "Personen, die Kochvideos mit einwandfreier Küchenhygiene sehen, machen beim Nachkochen weniger Hygienefehler als diejenigen, die fehlerhafte Kochvideos sehen."

 

Zuschauer kopieren Verhalten der TV-Köche

Glaubwürdig, wenn man auch bedenkt, dass jedes Jahr über 100.000 Erkrankungen in Deutschland von lebensmittelbedingten Infektionen mit Mikroorganismen verursacht werden. Dazu gehören etwa Bakterien, Viren und Parasiten, speziell z.B. Salmonellen, Noroviren und Campylobacter-Bakterien. Sie können Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen verursachen.

"Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher die Regeln der Küchenhygiene einhalten, können sie das Risiko an lebensmittelbedingten Infektionen zu erkranken deutlich verringern", ist sich das BfR sicher. Um solche Infektionen zu vermeiden, reichen schon wenige Hygiene-Regeln. Die Hygiene-Tipps der BfR-Experten lauten:

  • Vor dem Kochen: Hände gründlich waschen!
  • Rohe Lebensmittel gründlich waschen!
  • Rohe Lebensmittel auf separaten Arbeitsflächen zubereiten!
  • Lebensmittel gut durchgaren (vor allem Fisch und Fleisch)!
  • Küchentücher, Lappen und vor allem Schwämme regelmäßig auswechseln!

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(ww7)

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