Wichtige Infos zur WahlBundestagswahl 2017: Welche Partei am meisten gegen Armut von Müttern tun will

Welche Partei will sich nach der Bundestagswahl 2017 am meisten gegen die Armut von Müttern im Rentenalter einsetzen? Wunderweib.de hat nachgefragt!

 

Gegen ARMUT von MÜTTERN in der Rente – wer Frauen wirklich helfen will!

Ein Leben lang gearbeitet, mit viel Mühe und Sorge die Kinder großgezogen und im Alter trotzdem arm. In Deutschland geht etwas gewaltig schief: viele Mütter leiden im Alter unter Armut oder sind finanziell komplett abhängig von ihrem Lebenspartner.

700 Euro und weniger reguläre Rente - mit derart niedrigen Summen müssen Mütter im Rentenalter rechnen.

Die Mütter werden dafür abgestraft, dass sie ihr Berufsleben unterbrechen und oftmals ihre Arbeitszeit reduzieren, um ihre Kinder zu versorgen und großzuziehen. Eine Lebensleistung, die der ganzen Gesellschaft dient, aber nicht ansatzweise genug Anerkennung erhält – erst recht nicht in finanzieller Hinsicht.

Zwar werden Kindererziehungszeiten durch zusätzliche Entgeltpunkte bei der Rente angerechnet – diese Leistungen reichen jedoch nicht aus, um die Renteneinbußen auszugleichen. Diese sind aber eklatant und entstehen durch die geringeren Löhne für Frauen im Vergleich zu Männern und das insgesamt niedrigere Gesamteinkommen, das Müttern durch ihre oft reduzierte Lebensarbeitszeit zur Verfügung steht.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass Mütter zur Bundestagswahl 2017 genau wissen, welche Partei in Deutschland tatsächlich etwas gegen das Problem der Mütter-Armut im Rentenalter tun will.

 

Wunderweib.de fragt die Parteien: Was tun Sie gegen Mütter-Armut?

Die Redaktion von Wunderweib.de hat darum die sechs Parteien mit den besten Chancen auf einen Einzug in den Bundestag CDU / SPD / Linke / Grüne / FDP und AfD gefragt:

„Was tun Sie / Was planen Sie zum Schutz von Müttern vor Altersarmut?“

Dies sind die Antworten der Parteien. Sie werden aufgeführt in der Reihenfolge, in der die Parteien uns geantwortet haben.

DIE LINKE: "Kindererziehung muss besser abgesichert werden"
 

  • Der so genannte Gender Pension Gap ist nicht hinzunehmen. Dagegen werden wir etwas tun. Wir möchten das Rentenniveau anheben: Das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente muss wieder auf 53 Prozent erhöht werden, damit die Renten für Alle spürbar steigen. Wir wollen die Riesterrente in die gesetzliche Rente überführen, wobei individuell erworbene Ansprüche übertragen werden können. Die staatlichen Subventionierung von über drei Milliarden Euro jährlich werden wir abschließen und die Zuschüsse an die Gesetzliche Rentenversicherung entsprechend erhöhen.
     
  • Gleichzeitig müssen jedoch auch Zeiten der Erwerbslosigkeit, der Kindererziehung und Pflege besser abgesichert werden. Davon würden Frauen besonders profitieren. Konkret wollen wir für jedes Kind drei Entgeltpunkte auf dem Rentenkonto gutschreiben. Egal, ob ein Kind 1960 oder 2010, in Ost oder West geboren wurde. Diese Maßnahmen müssen als gesamtgesellschaftliche Aufgaben aus Steuern finanziert werden.
     
  • Zudem wollen wir mit unserem Konzept einer Solidarischen Mindestrente dafür sorgen, dass kein Mensch im Alter von einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze leben muss. Momentan sind davon hauptsächlich Frauen betroffen. Die Solidarische Mindestrente soll an alle Menschen jenseits der Regelaltersgrenze als Zuschlag – oder im Einzelfall auch als Vollbetrag – von der Rentenversicherung gezahlt werden, die weniger als 1.050 Euro Nettoeinkommen im Alter haben. Sie ist einkommens- und vermögensgeprüft und wird aus Steuern finanziert.

BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN: "Frauen sollen am Wohlstand beteiligt werden"

  • Bisher unterbrechen oder reduzieren meist die Frauen ihre Erwerbstätigkeit zugunsten der Familie, obwohl sich viele Familien eine partnerschaftliche Aufteilung wünschen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf ihr berufliches Fortkommen, auf ihre soziale Absicherung und ihre Rente.
     
  • Wir wollen, dass Frauen am gesellschaftlichen Wohlstand, am Einkommen und Vermögen gleichberechtigt teilhaben. Dafür muss es vor allen Dingen einfacher werden, sich durch Erwerbsarbeit selbst besser abzusichern.
     
  • Mit guten Angeboten für die Kinderbetreuung, einer Umwandlung der Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, einem Rückkehrrecht auf Vollzeit, einer echten Pflegezeit, einer fairen Abbildung von Pflegezeiten bei der Rente und mit gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit können wir die Rentenlücke für Frauen mittelfristig schließen.

FDP: "Wir setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle"
 

  • Für uns Freien Demokraten liegt der Schlüssel zur Vermeidung von Altersarmut für Eltern in einem flexiblen Arbeitsmarkt. Ein großes Hindernis für Eltern sind hierbei Pausen im Arbeitsleben oder phasenweise Teilzeit. Um diese Hürden zu überwinden, setzen wir uns für flexible Arbeitszeitmodelle und auch digitale Arbeitsplätze ein. Diese sind unabhängig von Zeit und Ort und machen es Eltern leichter, ihren Kindern Zeit zu geben.
     
  • Ferner wollen wir Frauen noch stärker ermuntern, klassische Männerbranchen zu erobern, deren Jobs meist besser bezahlt sind als diejenigen, die viele Frauen traditionell ergreifen. So kann die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern verkleinert werden. Genauso müssen gesellschaftliche Hemmnisse abgebaut werden, wenn Männer vermeintliche Frauenberufe ergreifen.
     
  • Zudem halten wir Freie Demokraten es für richtig, die Einkünfte aus privater und betrieblicher Altersvorsorge nur teilweise auf die Grundsicherung im Alter anzurechnen. Auch über die vorgesehenen Begrenzungen soll Vorsorge nur prozentual die Leistungen aus der Grundsicherung mindern. Denn freiwillige Altersvorsorge muss sich für jeden immer auszahlen. Das betrifft zum Beispiel auch Eltern, die familienbedingt viel in Teilzeit gearbeitet oder wenig verdient haben. Es kann nicht sein, dass Einnahmen aus der freiwilligen Vorsorge vollständig auf die Grundsicherung angerechnet – also voll abgezogen werden. Wir finden: Der Anreiz zur zusätzlichen Altersvorsorge gegen Altersarmut muss erhalten bleiben. Wer sich anstrengt und vorsorgt, muss ein Alterseinkommen über Grundsicherungsniveau haben. Und er muss mehr haben als derjenige, der nicht vorgesorgt hat.

Anmerkung der Redaktion:

Leider erhielten wir sowohl von der CDU als auch von der SPD keine Antworten auf unsere Fragen, sondern lediglich einen Verweis auf das Parteiprogramm. Um die beiden größten Parteien Deutschlands in diesem Artikel nicht unerwähnt zu lassen, haben wir die Wahlprogramme nach Informationen zum Thema durchforstet und zitieren folgend aus diesen. 

CDU:
 

  • In der Mütterrente haben wir einen weiteren Rentenpunkt für Kinder eingeführt, die vor 1992 geboren wurden. Dies bedeutet eine Rentensteigerung um rund 30 Euro je Kind für knapp 10 Millionen Mütter bundesweit.
     
  • Die Weiterentwicklung der Rente nach 2030 soll in einem partei- und fraktionsübergreifenden gesellschaftlichen Konsens unter Einbeziehung der Tarifpartner geregelt werden. Zu diesem Zweck setzen wir eine Rentenkommission ein, die bis Ende 2019 Vorschläge erarbeiten soll.
     
  • Die gesetzliche Rente soll zentraler Pfeiler der Altersvorsorge bleiben. Daneben sind Betriebsrenten und die private Vorsorge (z. B. Riester-Renten) ebenfalls von großer Bedeutung für eine nachhaltige und gute Altersversorgung. Unser Ziel bleibt es weiterhin Altersarmut zu vermeiden.

SPD:
 

  • Stichwort Alterssicherungspolitik: Doppelte Haltelinie - Gesetzlich festgelegtes Rentenniveau von mindestens 48 Prozent und Beitragssatz von 22 Prozent.
     
  • Um die Erwerbsbeteiligung insbesondere von Frauen weiter zu steigern, werden wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch weiter verbessern, unter anderem durch einen flächendeckenden Ausbau der Ganztags- und Randzeitenbetreuung (auch im Grundschulbereich), familienfreundliche Arbeitszeitmodelle im Rahmen einer Wahlarbeitszeit und den Anspruch auf eine befristete Teilzeit.
     
  • Wer 35 Jahre oder länger Beiträge gezahlt hat und/oder Zeiten für Kindererziehung und Pflege angerechnet bekommt, soll einen Anspruch auf eine gesetzliche Solidarrente haben, sofern keine ausreichende Anzahl an Entgeltpunkten und kein umfangreiches sonstiges Einkommen im Haushalt vorhanden ist. Mit der Solidarrente wollen wir ein Alterseinkommen für langjährig Beschäftigte gewährleisten, das zehn Prozent über dem durchschnittlichen Grundsicherungsanspruch am Wohnort liegt. Regional unterschiedliche Wohnkosten werden so berücksichtigt.

Anmerkung der Redaktion:

Die Alternative für Deutschland (AfD) reagierte nicht auf unsere Anfrage, folgend Zitate aus dem Wahlprogramm:

AfD:
 

  • Ein reformiertes Renten- und Steuersystem soll sicherstellen, dass kinderreiche Familien aus unteren und mittleren Einkommensgruppen nicht mehr am Rande des Existenzminimums leben müssen und ausreichende eigene Rentenansprüche aufbauen. Daher wollen wir bei der Rente die Kinderzahl und die Erziehungsleistung stärker als bisher berücksichtigen. Durch eine spezielle Förderung von Mehrkindfamilien möchte die AfD zudem dazu ermutigen, sich für mehr Kinder zu entscheiden.
     
 

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