UnglückBundeswehr-Soldat (22) bei Schießübung in Deutschland gestorben

Soldat bei Schießübung in Deutschland gestorben
In Bayern musste ein Soldat bei einer Schießübung mit einer Panzerfaust sterben
Foto: iStock

Ein 22-jähriger Soldat der Bundeswehr ist bei einer Schießübung mit einer Panzerfaust gestorben. Der tragische Unfall ereignete sich in Bayern.

"Der Unfall ereignete sich bei einem Gefechtsschießen. Die Soldaten üben dabei mit scharfer Munition", sagte ein Sprecher des Heeres gegenüber der Öffentlichkeit. Und: "Wir sind geschockt." Doch wie konnte es zu diesem tragischen Unglück kommen?

 

Vom Rückstrahl erfasst und durch die Luft geschleudert

Laut der Polizei Unterfranken (Bayern) stand der 22-jährige Bundeswehrsoldat (Hauptgefreiter) am Dienstag, dem 16. Mai, zu nah an der von einem (gleichaltrigen) Kollegen abgefeuerten Panzerfaust 3 und wurde von dem Rückstrahl erfasst. Dieser nach hinten austretende Strahl beim Abfeuern der rund 13 Kilogramm schweren Panzerfaust kann auf kurze Entfernung durchaus tödlich sein.

Im vorliegenden Fall wurde der junge Soldat aus Paderborn (Nordrhein-Westfalen) durch den wuchtigen Rückstrahl durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass er noch auf dem Truppenübungsplatz gegen 15 Uhr verstarb. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln und rekonstruieren nun die Abläufe des Unglücks. Ob der schießende Soldat vor dem Abfeuern eine Warnung ausschrie - wie vorgeschrieben - muss noch ermittelt werden. Die Polizei gab bereits bekannt, dass es bislang keine Hinweise auf eine vorsätzliche Straftat gibt.

 

Seelsorger betreuen Angehörige des verstorbenen Soldaten

Die Angehörigen des verstorbenen Soldaten sowie die bei dem Unglück anwesenden Soldaten der Panzerbrigade 21 werden von Seelsorgern und Psychologen betreut. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte am Dienstag nach dem Unfall: "Dieser Unfall verdeutlicht wieder einmal auf tragische Weise, was wir unseren Soldaten im Einsatz und in der Ausbildung für den Einsatz abverlangen."

Die Waffe Panzerfaust 3 wird von der Bundeswehr, der Schweizer Armee und der Streitkräfte der Niederlande genutzt. Produziert werden die Waffen von der ehemaligen Dynamit Nobel AG, einem deutschen Rüstungsunternehmen aus Würgendorf (NRW). Inzwischen gehört das Unternehmen zum Großteil der amerikanischen Rockwood Inc. Die Panzerfaust 3 gilt seit der offiziellen Einführung 1992 als die primäre Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr.

 

(ww7)

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