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Corona: Bis Ende 2022 wird jeder Kontakt mit dem Virus haben

Wie geht es in der Corona-Pandemie weiter? Experten sind sich sicher, dass jeder in Berührung mit dem Virus kommt!

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Immer mehr Menschen in Deutschland haben ihre Impfungen gegen das Coronavirus erhalten, derzeit sind es fast 60 Prozent der Gesamtbevölkerung. Sie sind gut gegen das Virus geschützt und erkranken mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schwer. Die meisten Covid-Patienten in den Kliniken sind ungeimpft. Dennoch gibt es immer wieder sogenannte Impfdurchbrüche.

Impfdurchbrüche waren laut Experten erwartbar

Das sind Menschen, die sich trotz vollständiger Impfung mit Corona infizieren. Seit Beginn der Impfkampagne bis zum 17. August wurden laut Robert-Koch-Institut bei insgesamt 13.360 symptomatische Impfdurchbrüche festgestellt. Die Zahlen sorgen bei Wissenschaftlern allerdings nicht für Verwunderung. Dies sei zu erwarten gewesen, so die einhellige Meinung.

"Wir wussten von Anfang an, dass die Impfung nicht zu 100 Prozent wirksam ist: Selbst in den Zulassungsstudien hatten sich vollständig Geimpfte infiziert", betont der Immunologe Carsten Watzl vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Datenlage zu Impfdurchbrüchen unvollständig

Allerdings: Die Zahl der Infektionen von vollständig Geimpften könne nicht gut erfasst werden, vor allem, wenn diese keine Symptome entwickeln, denn vollständig Geimpfte werden kaum getestet, erklärt der Experte. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese Gruppe Krankheitssymptome nicht mit einer Corona-Infektion in Verbindung bringe und sich deshalb nicht testen lasse oder zum Arzt gehe.

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Auch wenn eine Impfung gegen eine schwere Erkrankung verlässlich schützt, fordert der Immunologe, dass sich Geimpfte auch weiterhin regelmäßig testen lassen. Nur so könne besser einschätzt werden, wie groß das Problem von Impfdurchbrüche tatsächlich ist.

Immunologe: Jeder wird bis Ende 2022 mit Virus in Berührung kommen

Bereits vor einigen Monaten stellte Gesundheitsminister Jens Spahn klar: Wer sich nicht impfen lässt, wird früher oder später mit dem Virus infiziert. Infektionsimmunologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité geht noch einen Schritt weiter: Er ist sich sicher, dass bis Ende nächsten Jahres jeder mit dem Virus in Kontakt gekommen ist.

"Entweder, wir sind dann geimpft, sodass dieser Kontakt wie eine Impfauffrischung wirkt und wir gar nichts oder nur wenig von der Infektion merken, oder wir sind ungeimpft und haben einen Erstkontakt mit dem Virus – und damit das Risiko, schwer zu erkranken", so der Experte gegenüber dpa.

Artikelbild und Social Media: istock/BlackJack3D