Wer, wann, wasCorona-Chaos um Ladenöffnungen – Jedes Bundesland mit anderen Regelungen!

Kaum hat die Bundesregierung erste Lockerungen der Corona-Einschränkungen beschlossen, wird es kompliziert: Welches Bundesland öffnet welche Läden? 
 

Inhalt
  1. Warum überhaupt 800 Quadratmeter Verkaufsfläche?
  2. Ladenöffnungen: Chaos statt einheitliche Regelungen
  3. Die Bundesländer im Überblick

Es klingt so simpel: Ab Montag, den 20. April 2020 dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern ihre Türen wieder öffnen. Doch weil in Zeiten der Coronakrise nichts wirklich simpel ist, ist das Chaos um die Ladenöffnungen groß. 800 Quadratmeter Verkaufsfläche scheint Auslegungssache zu sein… 

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Warum überhaupt 800 Quadratmeter Verkaufsfläche?

Viele empfinden die Grenze von 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, die die Bundesregierung vergangene Woche beschlossen hat, als willkürliches Maß.
Kanzlerin Merkel erklärte dazu, dass man vor allem Menschenansammlungen im öffentlichen Nahverkehr und in den Fußgängerzonen vermeiden wolle. "Deshalb müssen die großen Geschäfte, die häufig die Publikumsmagneten sind, noch eine Weile geschlossen bleiben", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun dem "ARD Morgenmagazin". 
Im Baurecht gelten 800 Quadratmeter als Grenze zwischen Laden und großflächigem Einzelhandelsbetrieb. 

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Ladenöffnungen: Chaos statt einheitliche Regelungen

Wie immer in der Politik zeigt sich: Vermeintlich klare Ansagen lassen viel Raum zur Interpretation. 800 Quadratmeter Verkaufsfläche ist eben nicht gleich 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. 
Ein Blick auf die Vorgehensweise der einzelnen Bundesländer zeigt: Je nach Auslegung und Sonderregelungen ergebt sich ein Flickenteppich an geöffneten und nicht geöffneten Läden. 

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Die Bundesländer im Überblick

    •    Baden-Württemberg:

Baden-Württemberg geht die Corona-Lockerungen recht linear an: Ab Montag dürfen kleinere und mittlere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern öffnen – sofern sie die nötigen Hygienekonzepte umsetzen.
Auto- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen dürfen ebenfalls wieder öffnen.   

    •    Bayern:

Gärtnereien, Bau- und Gartenmärkte dürfen ab dem 20. April öffnen, wenn sie auf Zugangsbeschränkungen achten: ein Kunde pro 20 qm. 
Eine Woche später sollen kleinere Geschäfte sowie alle Auto-, Fahrrad- und Buchhändler folgen, Friseure und Fußpflegeeinrichtungen dann ab dem 4. Mai. 

    •    Berlin und Brandenburg:

Der Ladenöffnungsstartschuss fällt in Berlin und Brandenburg nicht am Montag, sondern am Mittwoch, 22. April. Dafür sollen dann auch größere Läden öffnen dürfen – in Teilen zumindest: Sie müssen, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, ihre Verkaufsfläche auf 800 qm beschränken. In Brandenburg dürfen außerdem kleine Läden, die in Einkaufszentren liegen, ihren Verkauf wieder aufnehmen.
Kleinere Läden, Auto-, Fahrrad- und Buchhändler sowie Museen und Tierparks (ohne Tierhäuser) dürfen ebenfalls ab Mittwoch öffnen. 

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    •    Bremen:

Bremen möchte sich wie Baden-Württemberg an die 800-Quadratmeter-Regelung halten.

   •    Hamburg:

Hamburg erlaubt größeren Läden ebenfalls das Zurechtstutzen auf 800 qm Verkaufsfläche. Damit dürfen Kaufhäuser und Einkaufszentren in Teilen wieder öffnen. 

    •    Hessen:

Hessen verlangt für Läden bis zu 800 qm dieselben Zugangsbeschränkungen wie Bayern: 20 qm Platz pro Kunde. Dabei wird ein Mund-Nasen-Schutz dringend empfohlen. 
Ausnahmen gibt es bei Buchhandlungen und Autohäusern, die unabhängig von der Ladengröße wieder öffnen dürfen. 

    •    Mecklenburg-Vorpommern:

Mecklenburg-Vorpommern hat keine Ausnahmeregelungen festgelegt und folgt wie Bayern, Bremen und Hessen der 800-qm-Regel.  

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    •    Niedersachsen:

Auch hier gilt: Größere Geschäfte dürfen öffnen, wenn sie ihre Verkaufsfläche begrenzen. Ausnahmen soll es im Kfz-Handel, einem wichtigen Segment in Niedersachsen, geben. 
Geschäfte, die in Einkaufszentren liegen, dürfen außerdem wieder öffnen. Friseure folgen ab dem 4. Mai. 

    •    Nordrhein-Westfalen: 

NRWs Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gehört zu den größten Befürwortern der Corona-Lockerungen. Er erteilte eine Sondererlaubnis für Möbelhäuser und Babymärkte.
Interessant ist: Das Möbelhaus Ikea dürfte aufgrund der Sonderregelung ab dem 20. April in NRW öffnen, will dies aber nicht tun: Zuerst wolle man ein "umfassendes Hygienekonzept" entwickeln, hieß es vonseiten des Möbelhauses. 

    •    Rheinland-Pfalz:

Wie Bayern & Co. hat Rheinland-Pfalz keine größeren Ausnahmefälle festgelegt: Geschäfte bis zu 800 qm Größe dürfen ab dem 20. April öffnen. 

    •    Saarland:

Die Begrenzung der Verkaufsfläche auf 800 qm ist für größere Läden auch im Saarland möglich. 

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    •    Sachsen:

In Sachsen wird die 800-Quadratmeter-Regelung umgesetzt: Größere Geschäfte dürfen nicht aufmachen – das gilt auch für Einkaufszentren. Die Öffnung von Geschäften des täglichen Bedarfs bleibt bestehen. 

    •    Sachsen-Anhalt:

Sachsen-Anhalt geht Hand in Hand mit Sachsen: Die im Miet- oder Pachtvertrag genannte Ladengröße gibt vor, ob ein Geschäft öffnen darf oder nicht. Eine Begrenzung der Verkaufsfläche ist nicht möglich. 

    •    Schleswig-Holstein:

Einzelhandelsgeschäfte, die kleiner als 800 qm sind und solche, die in Einkaufszentren liegen, aber kleiner als 800 qm sind, dürfen wieder öffnen. Ausnahmen werden für Buchhandlungen gewährt, die auch bei einer Verkaufsfläche von über 800 qm Kunden empfangen dürfen. 

    •    Thüringen:

Ab dem 27. April sollen in Thüringen auch größere Geschäfte öffnen dürfen, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 qm begrenzen. Allerdings gelte dann auch: ein Kunde pro 20 qm. Friseure dürfen ihrem Handwerk ab dem 4. Mai nachgehen. 
Zusätzlich kündigte die Landesregierung die schrittweise Öffnung von Bibliotheken,  Zoos, botanischen Gärten, Freilichtmuseen, Galerien, Museen und Ausstellungshallen an. 

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