Klare WorteCorona-Demo in Berlin: Das sagt Jan Josef Liefers dazu

Jan Josef Liefers hat sich in einem Interview nun deutlich zur aktuellen Corona-Situation in Deutschland geäußert.

Am Wochenende demonstrierten in Berlin Tausende gegen die Corona-Maßnahmen. Dabei eskalierte die Situation am Samstag, als Demonstranten aus dem rechtsextremen Spektrum Barrikaden der Polizei überwinden konnten und die Treppe des Reichstages stürmten. Die schlimmen Bilder sorgen derzeit im ganzen Land für Entsetzen.

 

Jan Josef Liefers: Viele Demonstranten haben Angst um ihre Existenz

Im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung hat sich nun Tatort-Schauspieler Jan Josef Liefers zu der Demo in Berlin geäußert. Die Proteste hätten den TV-Star an die Demonstrationen zur Zeit der Wende erinnert - allerdings mit einem ganz entscheidenden Unterschied: Damals sei man für eine gemeinsame Sache auf die Straße gegangen, am Wochenende habe es aber so viele verschiedene Meinungen gegeben, dass "keine richtige Wirkung und Richtung“ entstanden sei.

Was der Darsteller betont: Neben den Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen seien auch Menschen nach Berlin gekommen, weil sie Angst um ihre Existenz hätten. Allerdings werde jeder "sofort in Ecken geschubst", der die Corona-Maßnahmen der Regierung anzweifelt. "Was passiert, wenn wir den Eindruck bekommen, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus größeren Schaden angerichtet haben als möglicherweise das Virus selbst“, so der 56-Jährige im BILD-Talk "Die richtigen Fragen“.

Jan Josef Liefers: Die drei Geheimnisse, die er lieber verschweigen würde

Leute, die diese Gedanken haben, müssen diese auch äußern dürfen, erklärt er. Das Problem seiner Meinung nach: Viele verzweifeln daran, dass es so gar keine Aussicht gebe und sie nicht wissen, wann sie wieder arbeiten können. Ein Beispiel sei der Bassist seiner Band, der aufgrund der Krise wieder im Straßenbau arbeiten muss, weil er als Musiker derzeit nichts verdienen kann.

 

Jan Josef Liefers: Regierung soll "Menschen die Verantwortung zurückgeben"

Doch besteht die Gefahr, angesichts der schwierigen Umstände, sich politisch zu radikalisieren? Unter seinen Bekannten bemerke er das nicht, so Jan Josef Liefers. "In meinem Freundeskreis wird keiner radikal, weil er nicht weiß, wie er seine Miete bezahlen soll – aber traurig. Und ratlos. Das sollte niemand sein in diesem Land."

Er fordert die Politik dazu auf, ein "vernünftiges Risikomanagement" in Angriff zu nehmen und "den Menschen die Verantwortung zurückgeben". So habe sich zum Beispiel seine 76-jährige Mutter dazu entschieden, das Risiko einzugehen und ihre Enkel zu sehen. Wenn sie das womöglich bald nicht mehr dürfe, "würde uns das auf den Magen schlagen“, betont der Schauspieler.

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