BioTech und Co.Corona-Impfungen: Sind Kinder erst 2022 dran?

Kinder sollten laut Jens Spahn bereits im Sommer 2021 eine Corona-Impfung bekommen. Eine zu optimistische Prognose, wie sich jetzt zeigt.

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Bisher werden vor allem ältere Menschen der Gruppe 1 gegen das neuartige Coronavirus geimpft, es folgen die Gruppen 2 und 3. Erst in Gruppe 4 sind alle Menschen dran, deren Risiko gering ist, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Die Impfungen gelten nur für Erwachsene.

Aber wann werden Kinder gegen Corona geimpft? Gesundheitsminister Jens Spahn (CSU) zeigte sich zuletzt positiv: Schon im Sommer 2021 sollten Kinder geimpft werden können. Einige Hersteller haben zwar begonnen, ihre Impfstoffe an Minderjährigen zu testen - doch bis diese dann für Kinder zugelassen sind, kann es noch dauern. 

 

Dann gibt es erste Impfungen für Kinder

Der Wirkstoff von BioNTech und Pfizer kann derzeit nur jungen Menschen ab 16 Jahren verabreicht werden. BioNTech plant aber, die Impfstoffe an Kindern zwischen 0 und 15 Jahren zu testen. AstraZeneca will nach Informationen der ARD "in den kommenden Monaten" 6- bis 18-Jährige in seine Studien einbeziehen. Moderna testet bereits seit Dezember 3.000 Minderjährige in den USA. Die Impfstoffe beider Hersteller sind derzeit erst ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen.

Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO), Fred Zepp, machte gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) nun Hoffnung auf eine baldige Impfung für Kinder zunichte: Diese werde es "frühestens Ende des Jahres, eher Anfang nächsten Jahres" geben.  

Corona-Impfungen: Sind Kinder erst 2022 dran?
Kinder können wahrscheinlich erst 2022 gegen Coroan geimpft werden.
Foto: iStock/Irina Velichkina
 

Corona-Impfung für Kinder: Darum dauert's noch 

Kinder sind in Deutschland aus ethischen Gründen nicht für frühe Tests vorgesehen, heißt es von Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Außerdem müsse sichergestellt sein, dass in Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Und genau das dauert so lange, wie Kinderarzt Zepp erklärt: "Der Prüfaufwand ist viel höher als bei Erwachsenen. Je jünger der Mensch ist, desto ausgeprägter kann er reagieren und desto stärker sind eventuell auch Nebenwirkungen." Kinder würden "dramatisch seltener" schwerwiegend als Erwachsene erkranken. "Wir würden Kinder also vor allem impfen, um Ältere zu schützen. Da müssen wir uns schon fragen, ob das abgesehen von Kindern mit besonderen Infektionsrisiken ethisch vertretbar ist."

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