Kollaps droht

Corona-Krise: Altkleider-Sammlung total überlastet

Durch die Coronakrise sortieren jetzt viele Menschen alte Kleidung aus. Doch das könnte zu einem Kollaps des Altkleider-Systems führen.

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Seit einigen Wochen gelten in Deutschland Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot. In der Corona-Krise suchen deshalb viele nach Beschäftigungen in den eigenen vier Wänden. Eine davon: Den Kleiderschrank ausmisten. Eigentlich eine gute Idee, die Sachen, die einfach nicht mehr passen oder sowieso viel zu selten getragen wurden,  mal auszusortieren. Doch die Ablenkung entwickelt sich jetzt zu einem echten Problem.

Altkleider-Container werden in der Krise überflutet

Weil in der Krise sehr viele Deutsche auf die Idee kommen, einen Teil ihrer Klamotten zu spenden, kommt es zu einer regelrechten Altkleider-Flut. Die Folge: Altkleider-Container sind hierzulande völlig überfüllt. Die Lage ist mittlerweile sogar so schlimm, dass der Dachverband Fairwertung einen Hilferuf senden muss, berichtet die „Frankfurter Rundschau“.

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Sprecher Thomas Ahlmann rät Bürgern, die spenden wollen, die Kleidung vorerst zu Hause einzulagern, anstatt sie vor Secondhandladen oder vollen Altkleidercontainern zu legen. Denn: In der Corona-Krise ist es schwieriger die Textilsammlung zu organisieren. So sind derzeit die Secondhand-Läden geschlossen und auch die sonst im Frühling üblichen Straßensammlungen finden nicht statt.

Im schlimmsten Fall droht die Kleiderverbrennung

Zwar werde weiterhin eingesammelt, doch durch die immer voller werdenden Container kämen die Verantwortlichen an ihre Grenzen. Fahrer könnten ihren Job nicht machen, weil sie derzeit zu Hause bleiben müssten. Und auch die Sortierbetriebe seien derzeit geschlossen.

Ein Großteil der Altkleider wird außerdem in Osteuropa oder in afrikanischen Ländern weiterverkauft. Doch die weltweite Nachfrage danach sei durch die Corona-Krise extrem zurückgegangen, so Alhmann. Derzeit sei man auf der Suche nach Lagerflächen für die Kleidung. „Im Extremfall müssen die Altkleider in die Müllverbrennung, das wäre schade.“

Deutsches Rotes Kreuz: 25.000 Kilo Kleidung wird täglich abgegeben

Auch das Deutsche Rote Kreuz ist alarmiert. Rund 25 000 Kilo gebrauchte Klamotten werden in Deutschland zu den Altkleider-Containern gebracht – täglich! Das ist doppelt so viel wie sonst. „Unsere Lager laufen voll. Seit einer Woche geht kein einziges Stück mehr raus“, sagt DRK-Bereichsleiter Steffen Bulling der „Bild“-Zeitung.

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Auch beim DKI droht eine Verbrennung der Kleider, sobald die Lager voll sind. „Wir versuchen weiterhin, alle Behälter zu leeren. Allerdings können die Menschen mit ihrer Kleiderspende zurzeit nichts Gutes tun“, stellt Bulling klar. Mit dem Ausmisten des Kleiderschrankes sollte also vielleicht noch ein bisschen gewartet werden. Und wer weiß, vielleicht gefällt einem das alte T-Shirt in ein paar Monaten dann doch besser als gedacht.

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