Eltern warten seit MonatenWegen Corona: Leihmutter zieht Baby groß, das ihr nicht gehört

Die Welt steht Kopf während der Corona-Pandemie: Eine Leihmutter in den USA zieht seit vier Monaten das Baby groß, das sie für eine andere Familie ausgetragen hat. Die eigentlichen Eltern können die Kleine nicht zu sich holen. 
 

Inhalt
  1. Leihmutter – und dann kam Corona
  2. Die Eltern können ihr Kind nicht sehen
  3. "Sie wird geliebt"
  4. Einmal Leihmutter und nie wieder?

Corona stellt unser aller Alltag auf den Kopf. Doch während manche sich lediglich ans Home Office und das Maskentragen gewöhnen müssen, ziehen Emily und Brandon Chrislip ein Baby groß, das nie bei ihnen leben sollte. Eine Geschichte über Leihmutterschaft zur Viruszeiten, Reisebeschränkungen und ganz viel Liebe… 

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Leihmutter – und dann kam Corona

2018 brachte Emily Chrislip (25) einen Sohn zur Welt, den sie und ihr Mann Brandon in Liebe aufziehen. Diese Erfahrung brachte die junge Mutter aus Idaho, USA zum Nachdenken: Ihr eigene Schwangerschaft war ein Spaziergang, frei von jeglichen Komplikationen – könnte sie dieses Glück nicht weitergeben und als Leihmutter dafür sorgen, dass für kinderlose Paare der Traum vom Nachwuchs in Erfüllung geht? Brandon unterstützte die Idee und so fiel im September 2019 der Entschluss, dass Emily ein Kind für ein Paar in China austragen sollte. 

Als das Coronavirus im März 2020 die gesamte Welt lahmlegte, war Emily schwanger. Am 18. Mai 2020 kam ein kleines Mädchen zur Welt, das nun bei Emily und ihrer Familie lebt. 

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Die Eltern können ihr Kind nicht sehen

Die eigentlichen Eltern der Kleinen dürfen von China aus nicht in die USA einreisen. Nicht einmal, um ihr Kind abzuholen. Zwar hätten die Chrislips die Möglichkeit gehabt, die Kleine bei einer Kinderpflege-Agentur abzugeben, doch das wollten weder sie, noch die Eltern. 

"Es hat mich nicht überrascht, als die Eltern mich gebeten haben [die Kleine zu uns zu nehmen]", erzählt Emily im Interview mit dem "People"-Magazin. "Brandon und ich haben darüber gesprochen, auch mit unseren Familien. Ich habe nicht gezögert, Brandon schon… Trotzdem haben wir beschlossen, dass es das Richtige ist, wenn wir uns um die Kleine kümmern."

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"Sie wird geliebt"

Obwohl die Situation eine vollkommen andere hätte sein sollen, geben alle Beteiligten ihr Bestes, damit es dem Mädchen ans nichts fehlt. "Wir haben akzeptiert, dass wir momentan nichts vorhersagen können, und wir würden es nicht anders wollen", betont Emily. "Sie wird so sehr geliebt – wir sind die Konstante in ihrem Leben."

Klar ist jedoch, sobald die Grenzen zwischen China und den USA wieder sorglos passiert werden können, holen die Eltern ihre Tochter ab. Kein Problem für die Leihmutter und ihren Mann? "Ich glaube, für mich ist es leichter als für Brandon", sinniert Emily, die ihren Mann liebevoll einen "Softie" nennt. Brandon sei Vater aus Leidenschaft. Das kleine Mädchen nach Monaten zusammen wieder gehen zu lassen, werde ihm schwerer fallen als seiner Frau. 

Dennoch: "Wir lieben die Kleine und werden uns weiterhin um sie kümmern. Aber wir wissen, dass sie nicht unser Kind ist."

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Einmal Leihmutter und nie wieder?

Diese außergewöhnliche Erfahrung hat übrigens nicht dazu geführt, dass die junger Amerikanerin ihre Entscheidung, Leihmutter zu werden, bereut. Ganz im Gegenteil: Emily Chrislip würde es wieder tun. Nur ganz sicher nicht zu Corona-Zeiten:
"Wäre die Pandemie nicht ausgebrochen, würde ich [eine erneute Leihmutterschaft] viel stärker in Betracht ziehen. Für dieselben Eltern aber würde ich sofort wieder darüber nachdenken. Sollten sie jemals mehr Kinder wollen…" 

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