Neues GesetzCorona-Lockdown: Schweden gibt seinen Sonderweg auf

In der Corona-Pandemie ist Schweden einen Sonderweg gegangen, doch jetzt ändert sich auch hier das Vorgehen.

Im vergangenen Jahr sorgte Schweden mit seiner Strategie im Kampf gegen das Coronavirus für Aufsehen: Der Sonderweg des Landes bestand zuletzt eher aus Appellen und Aufforderungen als aus strengen Regeln und Maßnahmen. Doch jetzt scheint sich das Vorgehen der Regierung zu ändern.

 

Lockdown in Deutschland - Sonderweg in Schweden

Während sich Deutschland seit Mitte Dezember wieder in einem harten Lockdown befindet, verzichtet Schweden weiterhin darauf. Durch den Sonderweg des skandinavischen Landes, der vor allem vom Epidemiologen Anders Tegnell geleiteten Gesundheitsamt entschieden wurde, sieht weder eine Maskenpflicht noch strenge Kontaktbeschränkungen vor.

Auch die Geschäfte, Restaurants, Bars, Cafés sowie die Schulen und Kitas sind nach wie vor geöffnet. Schweden setzt auf Freiwilligkeit und die Vernunft der Bewohner und hält lediglich dazu an, Kontakte zu minimieren. Bisher ist das Land damit überraschend gut gefahren, doch seit einigen Wochen herrscht auch hier Alarmstimmung.

 

Schweden: Corona-Infektionszahlen steigen deutlich an

Mittlerweile hat Schweden laut der John-Hopkins-Universität über 9000 Corona-Tote zu beklagen und ingesamt fast 489.500 bestätigte Infektionen und steht damit deutlich schlechter da als die Nachbarn Norwegen und Finnland. Und auch der Vergleich zu Deutschland zeigt, dass die zweite Welle Schweden hart getroffen hat. Während die 14-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 319 liegt, ist sie in Schweden bereits bei 785.

Corona-Krise: Weniger Alarmismus, mehr Eigenverantwortung und damit leben lernen!

Zuletzt kritisierte sogar König Carl Gustaf in seiner Weihnachtsansprache das derzeitige Vorgehen seines Landes. "Ich glaube, wir haben versagt. Viele Menschen sind gestorben und das ist furchtbar. Das schwedische Volk hat enorm gelitten", erklärte er. Weil der Unmut allgemein wächst, trat am Sonntag ein neues Pandemiegesetz in Kraft.

 

Neues Pandemiegesetz ermöglicht Lockdown-Maßnahmen

Das neue Gesetz gibt der Regierung juristisch die Möglichkeit, Lockdown-Maßnahmen durchzusetzen. Wer gegen die Anordnungen verstößt, muss jetzt mit Bußgeldern rechnen. Außerdem können jetzt Geschäfte und Einkaufszentren geschlossen und eine maximale Besucheranzahl in Fitnessstudios, Läden und anderen Einrichtungen festgelegt werden, so Gesundheits- und Sozialministerin Lena Hallengren.

In einen harten Lockdown geht das Land aber trotzdem noch nicht. Öffentliche Treffen sind weiterhin mit bis zu acht Personen erlaubt. Zudem darf auch die Gastronomie unter Auflagen geöffnet bleiben und das Tragen einer Maske, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, bleibt eine Empfehlung.

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