"Drastisch überschätzt"

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie: Maßnahmen haben kaum einen Effekt

Maskenpflicht, 3G, 2G – alles vergeblich? Laut führender Virologen sind die Corona-Schutzmaßnahmen deutlich weniger effektiv als angenommen.

Corona-Maßnahmen haben kaum einen Effekt
Was bringen Corona-Maßnahmen wie 2G wirklich? Foto: Heiko119/iStock

Dämmen Maskenpflicht, Abstand halten und Zutrittsbeschränkungen wie 3G und 2G die Verbreitung des Coronavirus wirklich ein? Nein, meinen immer mehr Experten.

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Virologe: Corona-Maßnahmen überschätzt

Im Interview mit der "Bild"-Zeitung (Bezahlschranke) betonte Virologe Klaus Stöhr: "Die Wirkung von Corona-Maßnahmen wird drastisch überschätzt."

Statt Masken & Co. sorge "eine natürliche Immunität" der Bevölkerung aktuell dafür, dass sich weniger Menschen in Deutschland mit SARS-CoV-2 infizieren. Weil sich bereits "viele Menschen infiziert haben", würde das Virus "schlicht seltener empfängliche Wirte" finden, so Stöhr.

Infektionslage: Masken vs. Wetter

Eine ähnliche Meinung vertritt Hendrik Streeck. Für ihn hat mit Blick auf das Pandemiegeschehen das Wetter eine gewichtigere Rolle als die Corona-Maßnahmen. Den größten Effekt auf "die Verbreitung des Virus hat die Saisonalität", so der Virologe gegenüber "Bild". Dazu führte er aus: "Das sind unter anderem wärmere Temperaturen, mehr UV-Strahlung und das Verhalten der Menschen, die es zu Beginn des Frühlings nach draußen zieht. Das sehen wir derzeit."

Gegenüber "RTL" verdeutlichte der Experte: "Von den Daten, die wir haben, wissen wir, dass rund 70 bis 80 Prozent der Infektionen auf das Private zurückzuführen sind, also wenn man sich mit Freunden trifft." Im privaten Umfeld spielen Maskenpflicht, 3G oder 2G sowieso eine untergeordnete Rolle.

Deutschland: Infektionsgeschehen flacht ab

Am 20. März entfielen in Deutschland "alle tiefgreifenderen Schutzmaßnahmen" gegen das Coronavirus. Manche Bundesländer nutzten die von der Regierung gewährte Übergangsfrist, um Masken & Co. bis zum 2. April verbindlich zu machen. Lediglich Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern verlängerten die Maskenpflicht und Zutrittsregeln (3G) mithilfe der Hotspot-Regelung darüber hinaus.

Doch auch ohne Masken- und Testpflicht oder Zutrittsbeschränkungen sinken die Infektionszahlen in Deutschland kontinuierlich. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI am 25. April bei 790,8.

Zum Vergleich: Am 20. März, dem Tag, an dem die meisten Schutzmaßnahmen gestrichen worden waren, hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen und Woche noch 1708,7 betragen.

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Artikelbild & Social Media: Heiko119/iStock

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