Risikofaktor DatenerhebungCorona-Pandemie: Darum droht die 4. Welle – Deutliche Warnung von Karl Lauterbach

Die 3. Corona-Welle flacht gerade mit wohltuender Kontinuität ab, da warnen erste Experten schon vor einer 4. Welle! Karl Lauterbach erklärt das Risiko. 

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Inhalt
  1. Corona: Die Angst vor der 4. Welle 
  2. Karl Lauterbach mahnt 
  3. Risiko örtliche Impfunterschiede

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken seit Wochen – und das, obwohl immer wieder neue Virusmutationen entdeckt werden. Aktuell nähert sich die bundesweite 7-Tage-Inzidenz dem beinahe schon entspannten Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Damit einhergehen spürbare Lockerungen der Corona-Regeln. Vielerorts ist die Außengastronomie geöffnet, man darf sich mit Menschen aus mehreren Haushalten treffen und die nächtlichen Ausgangssperren entfallen.

 

Corona: Die Angst vor der 4. Welle 

Doch die Lage ist nicht überall gleich entspannt. Während der Landkreis Rügen-Vorpommern nur noch mit einer Inzidenz von 4,5 zu kämpfen hat, führt der Landkreis Hildburghausen mit einer Inzidenz von 150,3 die Liste der Corona-Hotspots in Deutschland an (Stand 1. Juni 2021). 

Inmitten dieses Zwiespalts warnen immer mehr Experten vor einer möglichen 4. Welle. Erst vor wenigen Tagen betonte Virologe Hendrik Streeck, es sei noch nicht an der Zeit, jegliche Sicherheitsmaßnahmen in den Wind zu schlagen: "Es könnte sein, dass wir eine vierte Welle erleben im Herbst."

 

Karl Lauterbach mahnt 

Zu Gast im ARD-Politmagazin "Report Mainz" erklärte Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) nun, was seiner Meinung nach zu den Risikofaktoren einer 4. Welle gehört – und das hat nichts mit AHA-Regeln oder Reiserückkehrern zu tun. 

Ein Problem seien vielmehr lokale Unterschiede im Impffortschritt. Aktuell könne man lediglich die Gesamtanzahl an Impfungen in Deutschland angeben, was das Robert Koch-Institut (RKI) im täglichen Lagebericht auch tut. Doch wo genau im Land, wie viele Geimpfte leben, wird nicht ausreichend dokumentiert. So könne es passieren, dass die 4. Welle nicht ganz Deutschland überrollt, sondern lokal zuschlägt.
 
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Risiko örtliche Impfunterschiede

"Wir erheben nicht ausreichend gut, wo die Menschen leben, die geimpft werden", betonte Lauterbach in der ARD. "Das würde dazu führen, dass in bestimmten Brennpunkten die Fallzahlen steigen und auch schwere Erkrankungsverläufe zu erwarten wären." Überall dort, wo die Impfquote nicht hoch genug sei, drohe eine 4. Welle in Form von lokalen Ausbrüchen. Das könne laut des Experten schon im Herbst passieren. 

Die Wurzel des Problems sind die unterschiedlichen Meldepflichten bei Impfzentren und Arztpraxen. Laut Bundesgesundheitsministerium müssen Arztpraxen ihre Aufzeichnungen nicht täglich übermitteln, sondern liefern diese mit der Quartalsabrechnung an die Kassenärztliche Vereinigung. Von dort aus erhält sie das RKI zur Datenerhebung. Dieser Prozess führt zu deutlichen und langfristigen Verzögerungen. 

Es bleibt abzuwarten, ob Karl Lauterbach mit seiner Warnung vor lokalen 4. Wellen in Deutschland Recht behält.  

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