Prozessbeginn in BayernCorona-Soforthilfen: 31-Jähriger wollte Millionen erschleichen

In Bayern startete nun der Prozess gegen einen Mann, der 2,5 Millionen Euro durch Corona-Hilfeleistungen erschleichen wollte. 

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Inhalt
  1. 31-Jähriger soll über 65.000 Euro erschlichen haben
  2. Scheinidentitäten und fiktive Restaurants 
  3. Weitere Straftat aus der U-Haft 

Schon im Frühjahr 2020 wurden immer wieder Betrugsfälle der Corona-Soforthilfen bekannt. Doch keiner war bisher so groß wie dieser: Ein 31-jähriger Mann muss sich seit gestern (11.1.) in über 91 Fällen vor dem Landgericht München I verantworten. Der gebürtige Gelsenkirchener soll versucht haben, Corona-Hilfeleistungen in Höhe von 2,5 Millionen zu erbeuten. In U-Haft wurde der Mann nochmals strafbar

 

31-Jähriger soll über 65.000 Euro erschlichen haben

Wie Tagesschau.de, Spiegel-Online und die Faz-Online berichten, soll der Mann die Hilfeleistungen zwischen Ende März und Ende April in sechs Bundesländern beantragt haben. Drei Bundesländer (Hessen, Berlin und Baden-Württemberg) gaben den Anträgen statt, sodass der 31-Jährige insgesamt 67.776 Euro überwiesen bekam. Die höchste Summe soll der Angeklagte in Bayern mit 1,1 Millionen Euro beantragt haben. 

Corona-Soforthilfen: 31-Jähriger wollte Millionen erschleichen
Ein Mann muss sich derzeit in Bayern vor Gericht verantworten, weil er Corona-Soforthilfen erschleichen wollte.
Foto: imago images / imagebroker
 

Scheinidentitäten und fiktive Restaurants 

Um sich die Sofort-Hilfen zu erschleichen, soll der Mann laut Staatsanwaltschaft mehrere Scheinidentitäten angenommen haben sowie fiktive und reale Unternehmen, darunter aus der Gastronomie. Außerdem versuchte er von einem Sparkassen-Konto Geld auf eine ausländische Kryptowährungsbörse zu leiten, was ihm mit rund 36.000 Euro gelang.

 

Weitere Straftat aus der U-Haft 

Doch nicht nur wegen des Betrugs der Soforthilfen muss sich der Mann jetzt vor Gericht verantworten, ihm wird außerdem von der Staatsanwaltschaft versuchter Computerbetrug vorgeworfen: Als der 31-Jährige bereits in Untersuchungshaft saß, soll er im Sommer versucht haben, Mahnbescheide in Höhe von bis zu 1,7 Millionen Euro gegen seinen damaligen Pflichtverteidiger und andere Personen zu erwirken. 

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