Deutliche WorteCoronavirus in Deutschland: Jetzt redet Jens Spahn Klartext

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlägt ernste Töne an: Deutschland befände sich am "Beginn einer Corona-Epidemie". Panik wolle er jedoch nicht verbreiten.

Inhalt
  1. "Beginn einer Corona-Epidemie"
  2. Noch kein Grund zur Panik
  3. Das ganze Interview mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Seit dem Aufkommen des Coronavirus' Ende 2019 im chinesischen Wuhan haben sich weltweit über 81.100 Menschen infiziert und über 2.700 Menschen sind gestorben. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO (Stand 27. Februar 2020) hervor.  
Deutschland meldete den ersten bestätigten Fall in Bayern Ende Januar. Inzwischen sind laut des Robert Koch Instituts 21 gemeldete Krankheitsfälle hierzulande bekannt. 

Was vielen Menschen Angst macht: Die neuen Infektionen in Nordrhein-Westfalen folgen erstmals keiner klar erkennbaren Infektionskette. Niemand weiß, wo und wie sich der schwer erkrankte 47-Jährige und seine Frau aus Gangelt im Kreis Heinsberg, NRW angesteckt haben. 

Auch deswegen äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39) nun besorgt über die aktuelle Lage in Deutschland. 

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"Beginn einer Corona-Epidemie"

Auf einer Pressekonferenz am Dienstag (25. Februar) sagte der CDU-Politiker: 
"Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland. Die neuen Fälle in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind ein Zeichen dafür." 

In den "Tagesthemen" äußerte sich der Minister ausführlicher zu einer möglichen Epidemie. 
"Wir haben eine neue Qualität", so Spahn über die neuen Ansteckungsfälle in Deutschland. "Bisher konnten wir bei den Infizierten in Deutschland immer eine direkte Verbindung zu China, zum Ausbruchsgeschehen in Wuhan, herstellen. Das ist jetzt in Nordrhein-Westfalen erstmalig nicht mehr möglich. Gleichzeitig ist es der Fall, dass es möglicherweise hunderte Kontaktpersonen geben könnte – es war ja Karneval im Rheinland."

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Noch kein Grund zur Panik

Als unmittelbare Reaktion auf die neuen Erkrankungsfälle hat die Bundesregierung einen Krisenstab gebildet. Zusätzlich wies Jens Spahn die Gesundheitsminister der Länder an, ihre Pandemiepläne "zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten". Kommende Woche sollen die nächsten Schritte bei einem Krisengipfel geplant werden. 

Das Coronavirus trägt offiziell den Namen Sars-CoV-2, die daraus resultierende Lungenkrankheit wird Covid-19 genannt. Bis jetzt ist nicht klar, wie sich das Ehepaar aus Gangelt mit dem Virus infiziert hat. Diese fehlende Information ist es, die die Menschen so nervös macht. 

Trotz seiner ernsten Warnungen betonte Jens Spahn allerdings auch, dass in Deutschland noch keine Epidemie ausgebrochen sei. "Noch sind wir da nicht", untermauerte der Politiker. "Die Behörden in Heinsberg arbeiten unter Hochdruck. Dennoch müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern rechtzeitig und frühzeitig sagen, wenn wir von der einen Phase – in der wir jeden Einzelfall isolieren und behandeln können – in die neue Phase übergehen."  

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Das ganze Interview mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

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