Steigende InfektionszahlenCoronavirus in den USA - Darum ist es dort gerade besonders schlimm!


Nirgends sonst auf der Welt verbreitet sich das Coronavirus so schnell, wie in den USA. Doch woran liegt das?

Tagtäglich kommen aus den USA neue, erschreckende Zahlen zum Coronavirus. Derzeit gibt es laut der John-Hopkins-Universität 216.722 Infizierte und 5.317 Todesfälle (Stand: 02.04.2020, 13:30 Uhr). Damit gibt es in keinem Land so viele Erkrankte, wie in den Vereinigten Staaten.

 

Coronavirus in den USA: Donald Trump reagierte zu spät

Und auch die Prognosen für die Zukunft sehen eher düster aus: Dem Weißen Haus zufolge könnten auch bei Einhaltung der geltenden Empfehlungen der Regierung 100.000 bis 240.000 Menschen sterben. Doch wie kommt es, dass es die USA in der Corona-Krise besonders schwer getroffen hat? Zum einen habe Präsident Donald Trump zu spät auf die Pandemie reagiert, so amerikanische Gesundheitsexperten. Bereits im Februar und Anfang März wurde wertvolle Zeit vergeudet, in der das Virus hätte eingedämmt werden können.

Coronavirus: Krankenschwester platzt der Kragen

So erklärt die Journalistin Katja Ridderbusch, die in den USA lebt, dass Trump zwar früh einen Einreisestopp für Menschen aus China verhängt, die Zeit aber nicht genutzt habe, um Quarantäne-Pläne zu erstellen und die Bevölkerung zu testen. Professor Christian Drosten sieht das ähnlich, wie er im NDR Podcast erklärt: „Das ist auch das große Problem in den USA, dass nicht konsequent getestet wurde, so lange das nicht bemerkt wurde“, so der Experte.

Zudem gibt es, anders wie beispielsweise in Deutschland, keine landesweiten Ausgangsbeschränkungen. Während in einige Bundesstaaten bereits Ausgangssperren verhängt wurden, wird in anderen Teilen des Landes lediglich empfohlen, zu Hause zu bleiben und Menschenansammlungen zu meiden.

 

Coronavirus belastet Gesundheitssystem der USA

Und noch ein weiteres Problem verschärft die Situation in den USA. Das Gesundheitssystem dort ist nicht auf eine derartige Ausbreitung des Virus vorbereitet. Denn obwohl es in den Staaten die besten Krankenhäuser der Welt gibt, fehlt vielen ein Zugang zu diesen.

Laut dem US-Volkszählungsbüro hatten 27,5 Millionen Menschen 2018 keine Krankenversicherung. In Zeiten extremer Belastung wie jetzt fallen diese Bürger durch das System. "Wenn man sowieso nicht krankenversichert ist, hat man noch mehr das Risiko, dass man seine Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt reduziert, deswegen zögert man das raus. Das gilt nicht nur für Corona, sondern für viele andere Krankheitsbilder, sodass das dann sehr schnell dazu führt, dass man erst das Gesundheitswesen aufsucht, wenn das schon sehr weit fortgeschritten ist“, so Prof. Dr. Timo Ulrichs gegenüber RTL.

Corona-Krise: Das Kontaktverbot wird verlängert

Eigentlich wollte Donald Trump eine Rückkehr zur Normalität bereits nach Ostern einleiten. Angesichts der aktuellen Zahlen hat der Präsident die Beschränkungen nun allerdings bis Ende April ausgeweitet – in der Hoffnung, dass die Maßnahmen in den USA bis dahin auch Wirkung zeigen.

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