Angst vor AnsteckungCoronavirus: Schützt eine Atemschutzmaske wirklich?

Die Angst vor dem Coronavirus wächst und immer mehr Menschen fragen sich, ob sie sich mithilfe einer Atemschutzmaske vor einer Ansteckung schützen können. Experten haben ihre Meinung inzwischen geändert. 

Inhalt
  1. Mundschutz aus der Apotheke?
  2. Das Geschäft mit den FFP-Atemschutzmasken
  3. Richtig Händewaschen bleibt das A und O

Angst ist ein diffuses, kaum zu erklärendes Gefühl, das ansteckend wirkt. Genauso wie das aktuelle Coronavirus Sars-CoV-2, das die Weltbevölkerung seit Dezember 2019 in Atem hält. Nach aktuellem Stand (20. April) sind weltweit 4.411.553 Menschen mit dem Virus infiziert. In Deutschland stieg die Zahl in den vergangenen Tagen auf 145.743 bestätigte Fälle.  
Es ist also verständlich, dass sich die Menschen nach einem zuverlässigen Schutz vor dem Virus umsehen. 

Mehr erfahren: Coronavirus: Das sind die Symptome beim Menschen!

 

Mundschutz aus der Apotheke?

Wie schon bei SARS 2003 und MERS 2012 – die ebenfalls zur Gruppe der Coronaviren zählen – greifen viele Menschen zu Einmal-Mundschutz aus der Apotheke. Ein logischer Schritt, immerhin sieht man immer wieder Bilder von Menschen aus den Risikogebieten, die eben jene Masken tragen. In deutschen Apotheken sind die weichen, weiß-grünen Masken aus Vlies seit Wochen ausverkauft. 
Experten sprachen sich zunächst noch gegen das allgemeine Tragen eines Mundschutzes aus. Ihr Argument: Die Schutzwirkung eines Einmal-Mundschutzes sei als Präventionsmaßnahme zu gering. Erkrankte sollen sie zum Schutz ihrer Mitmenschen tragen, gesunde Menschen brauchen sie nicht. 
"Viren sind ganz kleine Partikel, diese Mundschutze unterscheiden sich in ihrer Schutzwirkung. Das, was wir verfügbar haben, ist nach zehn Minuten durchfeuchtet und schützt vor Viren nur sehr ungenügend", betont Professor Torsten Bauer, Chefarzt für Pneumologie an der Lungenklinik Heckeshorn.  

Inzwischen hat sich die offizielle Meinung zum Thema Mundschutz geändert. Nicht, weil sich die Funktionsweise der Masken verändert hat. Vielmehr ist es so, dass man inzwischen weiß, dass viele Menschen das Virus in sich tragen, ohne es zu wissen. Das Tragen einer Atemschutzmaske im öffentlichen Raum schränkt die unbewusste Ausbreitung des Coronavirus' also ein.

Mehr erfahren: Coronavirus in Deutschland: Jetzt redet Jens Spahn Klartext

 

Das Geschäft mit den FFP-Atemschutzmasken

Online werden sie wie ein Allheilmittel angepriesen: FFP-Atemschutzmasken. Bei einem der weltgrößten Versandhäuser prangt das Label "Schutz vor Viren" neben einem Foto der Maske, die eher an einen Zombiefilm als an virenfreies Atmen erinnert. Daneben ist das Coronavirus mit seinen aggressiv anmutenden Ärmchen abgebildet. 
Für diese Atemschutzmaske muss ein Käufer tief in die Tasche greifen: 199,90 Euro kosten zwei der angeblich lebensrettenden Stücke im Paket. 

Das Geschäft mit FFP-Atemschutzmasken boomt seit der Corona-Epidemie. FFP steht für "filtering face piece", es gibt sie in den Filterklassen 1, 2 und 3. Je höher die Klasse, desto besser der Schutz. 
Ihren regulären Einsatz haben die Atemschutzmasken in Krankenhäusern, zum Beispiel bei Operationen. Dort sorgen sie dafür, dass keine Bakterien vom Arzt aus ins Operationsfeld gelangen – nicht umgekehrt. "Der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", betont Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie gegenüber der 'dpa'.

Auch das Robert Koch Institut warnt vor dem Irrglauben, dass die Filtermasken vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Auf der Homepage ist zu lesen, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert". 

Mehr erfahren: Coronavirus in Deutschland: Diesen Notvorrat an Lebensmitteln solltest du haben!

 

Richtig Händewaschen bleibt das A und O

Immer mehr Bundesländer führen eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel ein und wollen damit Neuinfektionen verhindern. Wichtig aber ist: Trotz der Atemschutzmasken ist eine gründliche Händehygiene grundlegend im Kampf gegen das Coronavirus.  
Wer den persönlichen Schutz vor dem neuartigen Coronavirus erhöhen will, sollte sich beim Händewaschen mindesten 30 Sekunden Zeit zum Einseifen nehmen.

Weiterlesen: 

Kategorien: