Schwangerschaft Coronavirus: Sind Schwangere und Babys gefährdet?

Schwanger in Zeiten von Corona: Eine doppelte Ausnahmesituation. Sind Mütter und ungeborene Babys aufgrund von Sars-CoV-2 gefährdet?

Inhalt
  1. Schwanger in Zeiten von Corona
  2. Coronavirus in der Schwangerschaft: Kann sich das Baby anstecken?
  3. Nur milde Symptome bei Babys
  4. Schwangerschaft: Was passiert, wenn ich mich mit SARS-CoV-2 anstecke?
  5. Verhalten bei Corona in der Schwangerschaft
  6. Corona: Was gilt bei der Geburt?

Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit. Und eine, in der werdende Mütter ganz besonders auf sich aufpassen müssen. Das Immunsystem von Schwangeren ist in der Regel schwächer, sie sind anfälliger für Krankheiten, wie eine Erkältung. Das schürt natürlich Unsicherheiten und Ängste

 

Schwanger in Zeiten von Corona

Und die sind nun, mitten in der Corona-Krise noch viel größer. In dieser absolut unsicheren Phase, in der wir uns alle gerade befinden, ein Baby zu erwarten oder auf die Welt zu bringen, fühlt sich bestimmt für viele Schwangere beunruhigend an. Eine zentrale Frage, die sich Schwangere stellen: Welche Gefahr stellt COVID-19 für mich, die Geburt und das Baby dar? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Coronavirus in der Schwangerschaft: Kann sich das Baby anstecken?

Bisher gibt es nur wenige Studien darüber. Das Robert Koch-Institut schreibt auf seiner Website: "Bei den bisher untersuchten Neugeborenen COVID-positiver Mütter konnte kein Nachweis einer Übertragung erbracht werden."

Prof. Dr. med. Thomas Schwenzer, Direktor der Frauenklinik Klinikum Dortmund, stimmt dem zu: "Es ist wahrscheinlich, dass das Coronavirus nicht über den Mutterkuchen auf das ungeborene Kind übertragen werden kann." 

 

Nur milde Symptome bei Babys

Allerdings gebe es laut RKI Einzelfallberichte von Neugeborenen aus China, bei denen SARS-CoV-2 nachgewiesen worden sei. "In diesen Fällen ist aber unklar, ob die Übertragung während der Schwangerschaft, während der Geburt oder nach der Geburt erfolgte, sodass hieraus keine Schlussfolgerungen gezogen werden können." Zudem werden die Symptome als sehr mild eingeschätzt.

"Die entscheidende Frage ist: Wie geht es dem Kind? Und da kann man sagen, dass Jugendliche, also alle unter 20 Jahren, extrem milde Symptome haben. Das ist auch für Neugeborene der Fall. Das heißt, das ist kein Risiko für Babys", erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, gegenüber RTL.

Bisher gibt es auch keine Erkenntnisse, wonach sich Babys über die Muttermilch mit dem Virus anstecken können, sofern die Mutter infiziert ist. 

Coronavirus: Sind Schwangere gefährdet? Was du wissen solltest
Schwanger in der Corona-Krise: Kann sich das Virus auf das Baby übertragen?
Foto: iStock/Delmaine Donson
 

Schwangerschaft: Was passiert, wenn ich mich mit SARS-CoV-2 anstecke?

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als nicht schwangere Frauen. Sofern Schwangere an COVID-19 erkranken, rechne man damit, dass "die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe" aufweisen. Das berichte der MDR unter der Berufung auf die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). 

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Verhalten bei Corona in der Schwangerschaft

Infizierten Müttern wird geraten, sich regelmäßig die Hände zu waschen und sich selbst in Quarantäne zu begeben: "Sie sollten sich an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt wenden, um sie/ihn darüber zu informieren, dass Sie sich derzeit in Selbstisolierung für eine mögliche beziehungsweise bestätigte Coronavirus-Infektion befinden", schreibt der Fachverband der Frauenärzte. "Es ist wahrscheinlich, dass routinemäßige vorgeburtliche Termine ohne Schaden für Sie oder Ihr Kind herauszögert werden, bis die Isolation endet."

Bei nicht infizierten Schwangeren gilt dasselbe, wie bei allen anderen: Möglichst soziale Kontakte vermeiden. Ansonsten den Mindestabstand einhalten und regelmäßig gründlich die Hände waschen. 

 

Corona: Was gilt bei der Geburt?

Experten des Fachverbands raten im Falle von Wehen: "Als Vorsichtsmaßnahme wird schwangeren Frauen mit Verdacht auf oder bestätigter Coronavirus-Infektion bei Wehen empfohlen, zur Geburt eine Klinik aufzusuchen, in der das Baby kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden kann."

Eine Begleitperson darf bisher übrigens noch fast in allen deutschen Städten mitkommen. Nur in Bonn wird Vätern die Geburt aufgrund einer Vorsichtsmaßnahme in einer Uniklinik untersagt.

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