Trauriger Abschied

Dagmar Wöhrl: Der Verlust raubt mir den Atem

Sie wohnten nur eine halbe Stunde voneinander entfernt – und fast täglich sahen sie sich, lebten und lachten gemeinsam. Doch nun ist dieser Platz neben Dagmar Wöhrl (67) für immer leer.

Dagmar Wöhrl musste jetzt Abschied von ihrer Mutter nehmen. Annemarie Winkler starb vor wenigen Tagen, mit 96 Jahren.

„Ich wusste, dieser Tag würde kommen, aber trotzdem nimmt es mir den Atem“, sagte die trauernde Tochter. „Mach’s gut, Mama. Danke, dass du so lange an meiner Seite warst und ich mehr Zeit hatte, dich zu lieben.“

Dagmar Wöhrl: Sie hat viel von ihrer Mutter gelernt

Obgleich sie als Unternehmerin, frühere CSU-Bundestagsabgeordnete oder amtierende Jurorin bei „Die Höhle der Löwen“ stets einen vollen Terminkalender hatte, war die Familie für Dagmar Wöhrl das Wichtigste. Und sie achtete darauf, genug Zeit mit ihren Lieben zu verbringen. Das hatte die Mutter ihr vorgelebt – und noch vieles mehr.

„Meine Mama war immer berufstätig, teils sogar im Schichtbetrieb. Ich habe von Kindheit an gelernt, dass man als Frau auf eigenen Beinen stehen sollte“, erzählt Dagmar.

„Glücklicherweise ist sie in Rente gegangen, als meine Kinder auf die Welt kamen. So konnte sie mich bei der Betreuung unterstützen – ein riesiges Glück für uns alle. Wir hängen schon sehr an ihr“, sagte sie einst. Die Mutter war also nicht nur eine Stütze und Ratgeberin, sondern viel mehr. „Je älter wir geworden sind, desto inniger wurde unser Verhältnis. Sie war immer ein großes Vorbild. Sie hat immer ein selbst bestimmtes Leben geführt.“

„Der Verlust, den ich spüre, ist nicht in Worte zu fassen“

Nachdem Annemarie Winkler im letzten Jahr einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hatte, lag sie im Krankenhaus und war ans Bett gefesselt. „Ich bin so froh, dass ich sie nun sogar gegen den Rat der Ärzte nach Hause geholt habe. Sie musste da einfach raus.“

Von einem Physiotherapeuten hatte sich Dagmar Wöhrl die wichtigsten Griffe erklären lassen, um ihre Mutter zu unterstützen.

Als diese jetzt überraschend starb, war die Tochter in Kenia, wo sie mit ihrer Stiftung soziale Projekte betreut. „Der Verlust, den ich spüre, ist nicht in Worte zu fassen“, sagt Dagmar Wöhrl traurig. „Und man empfindet es als viel zu früh.“