Star aus 'Sankt Maik'Daniel Donskoy: "Über den Tod mache ich mir vielleicht zu viele Gedanken"

Wie ist das eigentlich so als Frauenschwarm und welche Werte zählen im Leben? Schauspieler Daniel Donskoy mit erfrischend ehrlichen Antworten. 

Daniel Donskoy: Was für den Sankt-Maik-Star im Leben zählt
Hätte gerne mehr als 24 Stunden am Tag: Schauspieler und Sänger Daniel Donskoy.
Foto: Tristar Media/Getty Images
Inhalt
  1. Daniel Donskoy macht jetzt auch Musik
  2. "Privat laufe ich auch mal in Adiletten herum"
  3. Das steht auf Daniel Donskoys Bucket List

Wer sich 2018 im deutschen Fernsehen auf die Suche nach neuen Comedy-Formaten machte, kam nicht an "Sankt Maik" vorbei. Die Geschichte des Kleinkriminellen Maik Schäfers, der durch einen Zufall (oder vielleicht doch göttliche Fügung?) die Identität eines Pfarrers annimmt, konnte Zuschauer überzeugen – und bekam deshalb von RTL das Go für eine zweite Staffel (ab dem 7. Mai immer dienstags um 21:15 Uhr bei RTL).

 

Daniel Donskoy macht jetzt auch Musik

Natürlich wieder dabei: Daniel Donskoy in der Rolle des Trickbetrügers. Der 29-Jährige lieferte in der ersten Staffel ab und spielte sich in die Herzen der Zuschauer. Sein eigenes Herz schlägt nicht nur für die Schauspielerei (mittlerweile auch im Tatort zu sehen), sondern auch für die Musik. Mit "Cry the River" hat der in Russland geborene Donskoy, der zwischen Berlin und London pendelt, vor wenigen Wochen seine erste Single veröffentlicht. Was er zu seinem Image als Frauenschwarm sagt, warum er das Wort „Single-Dasein“ hasst und was ihm wirklich wichtig im Leben ist, hat er Wunderweib-Redakteurin Kerstin im Interview verraten.

Wunderweib: Sie spielen in "Sankt Maik" einen falschen Pfarrer. Was gefällt Ihnen an dieser Rolle (am besten)?

Daniel Donskoy: Die schier endlose Zahl der Spielmöglichkeiten. Wenn man jemanden spielt der wiederum jemand anderen spielt, potenzieren sich die möglichen Spielvarianten ins Endlose. Maik ist zerrissen -das sind mir immer die liebsten Rollen. Jemand, der nicht das nach außen tragen darf, was er tatsächlich denkt und fühlt. Darin liegt sehr viel, woran man sich als Schauspieler natürlich bedienen kann.

Welche Rolle spielen Glaube und Religion in Ihrem Leben?

Ich finde Glaube ist etwas sehr Schönes. Es muss aber nicht immer der Glaube an Gott sein. Wir sollten viel öfter einfach nur an uns selbst glauben und in uns selbst die Antworten suchen. Dort stecken sie nämlich. Die eigene Verantwortung abzugeben und dafür alle Regeln aus einem Jahrtausende alten Buch zu befolgen, ist nichts für mein Leben. Aber da Toleranz die tollste Tugend ist, möchte ich niemandem sagen, dass sein Glaube falsch ist: Es sei denn, er basiert auf Xenophobie, Intoleranz, Chauvinismus und Homophobie.

Daniel Donskoy als Pfarrer Maik in Sankt Maik
Bei diesem attraktiven Pfarrer ist die Kirche voll: Daniel Donskoy als falscher Pfarrer in "Sankt Maik". Foto: TVnow/Frank Hempel

In den sozialen Netzwerken bekommen Sie viele positive Kommentare – auch zu Ihrem Aussehen: Wie gehen Sie mit dem Image als Frauenschwarm um? 

Ich lebe einfach das Leben, das ich habe. Ich bin mir dessen völlig bewusst, dass die Menschen nur einen klitzekleinen Teil von mir sehen - vor allem über Social Media. Natürlich ist es auch schön, Komplimente zu bekommen, aber die leite ich dann an Mama und Papa weiter. Die haben mich nämlich gemacht.

 

"Privat laufe ich auch mal in Adiletten herum"

Wie eitel sind Sie? Wie wichtig ist Ihnen Ihr Kleidungsstil?

Ich bin im Job auf jeden Fall eitel, aber nicht wegen meines Aussehens, sondern in der Wahl der Projekte, privat findet man mich in Adiletten und Jogging Hose beim Späti, wie ich nachts um zwei Uhr einkaufe. Klar, schmeißt man sich manchmal gern in Schale, dann gerne absolut britisch, aber nichts geht über 'ne Haremshose und ein altes Tanktop im Sommer. 

Pfarrer Maik ist kleinkriminell, wenn es aber zum Äußersten kommt, scheint er sein Herz am rechten Fleck zu haben. Welche Werte sind Ihnen im Leben und im Umgang mit Ihren Mitmenschen besonders wichtig?

Sei einfach kein Arschloch - das wäre in meiner Version der 5 Bücher Moses das erste Gebot.

Video: So geht's in der zweiten Staffel von 'Sank Maik' weiter ... (Artikel wird unter dem Video fortgeführt)

 
 

Das steht auf Daniel Donskoys Bucket List

In einer der neuen Folgen der zweiten Staffel geht es um den Tod und eine sogenannte Bucket List. Machen Sie sich Gedanken über den Tod? Was steht auf Ihrer Bucket List?

Über den Tod mache ich mir schon vielleicht zu viele Gedanken. Es gibt so viel, was ich noch machen, erleben, lieben und schaffen will.

Aber vorerst ein anderes Problem - warum hat ein Tag nur 24 Stunden. Aber, da dies nicht zu lösen ist, erzähle ich euch von meiner Bucket list:

Auf eine erfüllte Karriere als Musiker und Schauspieler zurückblicken zu können und Menschen, die ich liebe, um mich zu haben. Das war‘s.

Sie haben mal in einem Interview gesagt, dass Sie „kein Beziehungsmensch“ sind. Was schätzen Sie am Single-Dasein am meisten?

Ich hasse das Wort Single-Dasein! Ich verstehe auch nicht, warum man sich rechtfertigen muss. Ich genieße das Leben und zurzeit genieße ich es umso mehr, nur für mich selbst Verantwortung tragen zu müssen. Wenn sie jetzt hören möchten, dass ich wie ein Seemann in jeder Stadt eine Liebe habe, muss ich sie enttäuschen. Ich komme in den meisten Sachen im Leben gerade nicht zu kurz, aber mein Augenmerk liegt derzeit auf der Arbeit und auf meiner EP-Veröffentlichung am 3. Mai.

Sie haben vor kurzem auch Ihre erste Single Cry By The River herausgebracht. Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder? Von wem oder was wem lassen Sie sich inspirieren? 

Inspirieren lasse ich mich vom Leben selbst - ich schreibe über die Sachen, die mich bewegen. Das kann ein betrunkenes Gespräch in einer Bar sein, ein gebrochenes Herz oder der Verlust eines Freundes. Musikalische Vorbilder habe ich sehr viele, ich mag sehr unterschiedliche Musik Genres.

Zu meinen Favoriten zählen z.B. Patti Smith, Billy Idol, Elton John, Lou Reed, Bruce Springsteen, Kate Bush, Justin Timberlake, Tom Odell - die Liste könnte ich endlos weiterführen, aber ich höre jetzt auf.

Vielen Dank für das Interview!

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