Mama-BlogDas Leben meiner Tochter wird früh genug total verplant sein!

Mama-Bloggerin Timea wundert sich darüber, warum alle anderen Eltern immer über Monate hinweg verplant sind.
Mama-Bloggerin Timea wundert sich darüber, warum alle anderen Eltern immer über Monate hinweg verplant sind.
Foto: iStock

Mama-Bloggerin Timea über Freizeitstress bei Eltern und zu viele Termine für Kinder - und warum sie ihrer Tochter mehr Freiheit gönnen will.

 

Muss man mit Kindern wirklich alles im Voraus planen?

Manchmal denke ich, mein Mann und ich sind die einzigen Eltern, die nicht jedes Wochenende der nächsten zwölf Monate im Voraus verplant haben. Wir waren schon immer sehr spontane Typen, vor allem vor der Geburt unserer Tochter. Natürlich hat sich einiges geändert seit sie auf die Welt kam und selbstverständlich mussten auch wir zwei Chaoten lernen, dass man nun mehr planen muss im Leben als in der sorglosen Zeit ohne Kind.

Als arbeitende Mutter (oder Vater) musst du jeden Tag wissen, wann du wie dein Kind wo abgibst und es wieder abholst. Du musst Mahlzeiten vorbereiten und schauen, dass der Kühlschrank immer voll ist. Wehe es fehlt etwas Wichtiges - mit einem trotzigen Kleinkind im Haus, könnte das fatal werden. Windeln sollten immer bereit stehen, dazu Feuchttücher oder Waschlappen (Gott segne das passende Abo eines großen Online-Versandhauses…). Der regelmäßige Einsatz der Waschmaschine ist ein Muss. Vorplanung für die Schließtage der Krippe ist ein notwendiges Übel. Dies und sicherlich noch tausend andere Dinge erfordern sorgfältige Planung und Organisation. Da bleibt nicht viel Raum für „Ups, habe ich vergessen“.

Doch wie sieht es aus mit der Freizeitplanung? Muss man denn wirklich die nächsten 250 Tage im Voraus planen?

Natürlich unternehme ich gerne schöne Sachen mit meiner Tochter und freue mich über das Wochenende, wenn wir alle zusammen irgendwo hin fahren können. Aber für mich gehört Spontaneität zum Leben dazu. Heißt: Nur weil wir grob darüber gesprochen haben nächsten Samstag in den Bergtierpark zu fahren, können wir am Ende trotzdem einfach nur Zuhause bleiben und nichts tun. Ich finde es völlig in Ordnung, spontan Freunde anzurufen, ob sie etwas gemeinsam machen möchten - heute und nicht in drei Wochen.

Doch in letzter Zeit merke ich, wie schwierig es geworden ist, unsere Freunde mit Kindern zu treffen. Es fällt uns immer zu spät ein, etwas zu planen - wie das eben andere Familien so tun. So bekommen wir im Grunde immer nur Absagen.

 

Freunde ohne Kinder sind zwar tendenziell spontaner, aber nicht unbedingt begeistert, wenn wir Samstag 8 Uhr morgens fragen, ob sie um 9 Uhr mit an den See fahren möchten. Verständlich. Ohne Kind lebte ich am Wochenende auch einfach so in den Tag hinein und blieb bis 11-12 Uhr im Bett liegen. Wenn du ein Kind hast, dann wirst du von einem kleinen süßen Quälgeist aus dem Bett geschmissen und die Action geht los!

 

Etwas weniger Freizeitstress täte uns ganz gut

Wenn ich von Freunden gefragt werde, ob wir im Voraus ein Treffen vereinbaren könnten, bleibe ich meist vage. Woher soll ich denn wissen, ob ich in vier Wochen Lust und Zeit habe auf diese oder jene Aktivität? Können wir nicht alle einfach wieder ein bisschen spontaner sein? Einfach mal die nächsten zwei Wochen nichts planen und schauen wo es hinführt?

Gerade im Sommer verspüre ich selber diesen inneren Druck, auf jeden Fall etwas draußen zu unternehmen. Doch geht die Welt wirklich unter, wenn man trotz Sonnenschein und 30 Grad einfach mal Zuhause bleibt oder einkaufen geht statt an den See zu fahren?

Wieso existiert das Wort „Freizeitstress“ überhaupt? Wenn wir alle ein bisschen spontaner wären, könnten die wundervollsten Dinge passieren - wer weiß?!

Meine Tochter wird früh genug mit Regeln und Terminen Bekanntschaft machen, da möchte ich die Zeit, wo sie noch klein und sorglos ist, gerne ganz viel dem Zufall überlassen.

Eure Timea

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