ABC der PflegestoffeDas Lexikon der Beauty-Inhaltsstoffe

Retinol, Ceramid, Biotin, Dexpanthenol: Exotische Namen wie diese begegnen uns immer wieder, wenn es um die Pflege unserer Haut geht. Wir bringen Licht in das Dunkel der Pflegestoffe und verraten, was sie in unserer Haut bewirken und für wen sie geeignet sind.

AHAS (α-HYDROXYSÄUREN), z.B.: Glycolsäure, Zitronensäure oder Apfelsäure

Fast alle Alpha-Hydroxysäuren sind Fruchtsäuren. Sie sorgen dafür, dass sich bereits abgestorbene Schüppchen auf der obersten Hautschicht lösen und die junge Haut darunter zum Vorschein kommt. AHAs haben somit einen chemischen Peelingeffekt. Außerdem kurbeln sie die Kollagen-Neubildung an. Das Resultat ist toll, denn der Teint sieht wieder frischer und glatter aus.

Übrigens: In kosmetischer Pflege sind nur geringere Konzentrationen von AHAs enthalten. Mit höheren Konzentrationen (ab etwa zehn Prozent) kann ein Hautarzt oder eine Kosmetikerin auch starke Aknenarben oder dunkle Pigmentflecken beseitigen oder zumindest mindern.

AHAs helfen vor allem bei Frauen, die aufgrund von Lichtschäden, Pigmentflecken oder Pickelchen unter einem unregelmäßigen Teint leiden. „AHAs sind wegen ihres Säuregehaltes bei sehr empfindlicher Haut und Allergien nicht ratsam. Dunkle Hauttypen können nach einer Anwendung beim Gang in die Sonne mit Pigmentstörungen reagieren“, sagt Dr. Hans-Peter Schoppelrey, Dermatologe aus München

Radikalfänger sind typische Bestandteile von Anti-Aging-Cremes und eignen sich daher für Frauen ab 25. Da viele Antioxidantien durch Sonnenlicht geschwächt werden können, sollte man die Produkte an einem dunklen Platz aufbewahren.

Vitamin-B-Gruppe, z. B. Dexpanthenol, Niacin oder Biotin

In der Vitamin-B-Gruppe sind acht Vitamine zusammengefasst, die unterschiedliche Wirkungen auf die Haut haben. Der Mehrzahl dieser Stoffe wird ein beruhigender oder regenerierender Effekt auf die Haut zugesprochen. Der Stoff Dexpanthenol etwa erhöht das Feuchtigkeitsbindungsvermögen der Haut und zeichnet sich durch entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften aus. Niacin regt die Zellaktivität an und verbessert die Barrierefunktion der Haut.

Dexpanthenol empfiehlt sich vor allem für sehr empfindliche, aufgeraute Haut – und nach dem Sonnenbad. Niacin steckt als Zellregenerator in vielen Anti-Aging-Cremes.

Hormone, z.B Östrogen oder Progesteron

Hormone tragen maßgeblich zu unserem Aussehen bei. Das Östrogen stimuliert die Zellteilung in allen Schichten unserer Haut, beeinflusst den Aufbau des Bindegewebes und sorgt für eine optimale Feuchtigkeitsversorgung. Große hormonelle Veränderungen (zum Beispiel in der Menopause) sieht man daher oft zuerst an der Haut: Der Anteil von Kollagen verringert sich, das Wasserbindungsvermögen sinkt, die Haut erschlafft.

Da Eingriffe in den Hormonhaushalt nur unter ärztlicher Aufsicht ratsam sind, ist es in der EU untersagt, Hormone als Wirkstoffe in Kosmetikprodukten zu verarbeiten. Eine Alternative können Phytohormone sein.

Lipide, z.B. Ceramide oder essenzielle Fettsäuren

Lipide sind Bestandteile der schützenden Hautbarriere. Durch äußere Einflüsse kann diese ins Ungleichgewicht kommen, dann können Schadstoffe in die Haut eindringen. Lipide aus Cremes können dieses Gleichgewicht wieder herstellen, den Feuchtigkeitsgehalt regulieren und den Transport von Nährstoffen und Wasser zwischen den Zellen optimieren. Die Produkte von Physiogel® aus der Apotheke enthalten beispielsweise eine hautähnliche Lipidstruktur, die sich in die oberste Hautschicht einfügt und die Haut auf sanfte Weise regeneriert.

Lipide eigenen sich besonders gut für die Anwendung bei trockener und empfindlicher Haut.

Feuchtigkeitsbindende Substanzen, z.B. Hyaluronsäure, Glycerin oder Urea

Unsere Haut verliert durch Verdunstung täglich Wasser und kann mit zunehmendem Alter Feuchtigkeit immer schlechter binden. Das Resultat: Sie trocknet aus und verliert an Spannkraft. Substanzen wie Hyaluronsäure binden das entweichende Wasser in den oberen Hautschichten und halten den Teint so prall und gut durchfeuchtet.

Für Frauen mit trockener Haut und ersten Trockenheitsfältchen. Vorsicht vor dem Wirkstoff Urea: In hohen Konzentrationen (ab circa zehn Prozent) kann er leicht irritierend wirken und ist daher für empfindliche Haut ungeeignet.

Phytohormone, z.B. Soja, Rotklee, Yamswurzel, Hopfen oder Traubensilberkerze

Diese pflanzlichen Wirkstoffe haben eine ähnliche Wirkung auf unsere Haut wie unsere körpereigenen Hormone. Sie können so das Vermögen der Epidermis, Feuchtigkeit zu binden, beeinflussen, kurbeln zusätzlich die Bildung neuer Bindegewebsfasern an und verbessern die Durchblutung der Haut.

Phytohormone eigenen sich besonders für Frauen ab 45, bei denen die Östrogenproduktion nachlässt, aber auch für jüngere Frauen ab 30, die unter trockener Haut und Östrogenmangel leiden. „Durch Ihre Feuchtigkeitsbindende Wirkung kann Hyaluronsäure Trockenheitsfältchen regelrecht aufpolstern“ Dr. Sabine Zenker, Dermatologin aus München.

Retinoide, z.B. Retinol oder Vitamin A

Retinoide kurbeln die Zellerneuerung an, verbessern die Barrierefunktion der Haut und hemmen kollagenabbauende Enzyme. Sie helfen der Haut, Lichtschäden zu reparieren und haben einen peelenden Effekt. Retinoide sind die populärsten Wirkstoffe im Kampf gegen Hautalterung.

Eine Haut mit Sonnenschäden kann von Retinoiden enorm profitieren. Pflegeprodukte dürfen maximal 0,3 Prozent enthalten, „höhere Konzentrationen kann der Hautarzt verschreiben“, erklärt die Dermatologin Dr. Sabine Zenker. „Retinoide sind Derivate der Vitamin-A-Säure. Ihre hautverjüngende Wirkung ist bewiesen. Da es sich allerdings um Säure handelt, sind sie für sehr empfindliche Haut und Neurodermitiker nicht geeignet“Dr. Hans-Peter Schoppelrey, Dermatologe aus München

Proteine, z.B. Peptide, Kollagen oder Enzyme

Proteine sind die Bausteine unserer Zellen. In der Kosmetik wird das Strukturprotein Kollagen, das für ein glattes Erscheinungsbild der Haut verantwortlich ist, am häufigsten genutzt. Enzyme beschleunigen chemische Aufbauprozesse im Körper. Peptide sind kleinere Proteinbausteine, die die Bildung von Kollagen oder elastischen Fasern anregen oder das Feuchtigkeitsbindevermögen der Haut steigern können.

Für einen strafferen Teint sollten Sie auf Proteine wie Kollagen oder Acetyl Hexapeptid setzen. Cremes mit Peptiden eignen sich hingegen für trockene Haut.

Kategorien:
Hol dir jetzt den NEWSLETTER!
Beliebte Themen und Inhalte