Fernbeziehung„Deine Stimme überwindet meine Einsamkeit“

Das Glücksrezept für die Liebe auf Distanz? Der intensive Austausch, sagen Ronja und Erik. Da kann ein plötzlicher Stimmverlust des Partners schon mal zur Kraftprobe werden …

„Deine Stimme überwindet meine Einsamkeit“
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Kein gemeinsames Frühstück mit Brötchen von ihrem Lieblingsbäcker, keine romantischen Spaziergänge durch das Waldstück gleich hinter ihrer Wohnung und kein gemeinsames Einschlafen: Sechs Monate lang führen Ronja und ihr Mann Erik im vergangenen Jahr eine Fernbeziehung. Der Grund: Der 36-Jährige wollte sich endlich seinen Lebenstraum erfüllen und für ein halbes Jahr als Koch auf einem Kreuzfahrtschiff anheuern. Seine Route geht von Hamburg, über Southampton nach New York – und wieder zurück.

Die gewohnten Rituale des Paares sind damit von heute auf morgen auf Eis gelegt. Was ihnen bleibt, sind Videoanrufe und Telefonate. „Fast jeden Abend haben wir ewig am Telefon oder per Skype geredet“, erinnert sich Ronja. „Dadurch fühlte es sich oftmals gar nicht so an als ob wir über 6.000 Kilometer voneinander entfernt wären.“

Doch dann passiert das Unfassbare: Eine Kehlkopfentzündung verschlägt Ronja buchstäblich die Sprache – sie bekommt tagelang kein Wort heraus. „Es war die Hölle“, erinnert sie sich. „Ich hatte nur einen einzigen Gedanken: Wie soll ich es schaffen, Erik über diese Distanz nahe zu sein, wenn ich nicht mit ihm sprechen kann?“

Bei einer Fernbeziehung super wichtig: regelmäßiger Kontakt
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Ein harmloser Infekt als Härteprobe für die Liebe

Ronjas Stimmverlust trifft die Hamburgerin aus heiterem Himmel – und unterzieht die Paarbeziehung einem echten Härtetest. Aber wie ist so eine Stimmblockade möglich? Hustenreiz, Schluckbeschwerden, Kratzen im Hals – bei Ronja begann es mit einer harmlosen Erkältung. „Doch im Verlauf des Infekts machte meine Stimme immer mehr schlapp. Sie wurde zuerst rauchig, dann konnte ich nur noch krächzen – bis sie schließlich komplett versagte“, erzählt Ronja.

Aus einem viralen Infekt hat sich eine akute Kehlkopfentzündung entwickelt. Das ist nichts Ungewöhnliches. Die geschwollenen, entzündeten Stimmbänder können mitunter zum totalen Stimmverlust führen. Mediziner nennen dieses Phänomen Aphonie.

Der Hausarzt verordnete Ronja striktes Redeverbot. Dazu Gurgeln mit Salbei, Halswickel und Inhalationen. Ronja: „Ich fühlte mich hundeelend, hatte das Gefühl, jemand hat mir mein Leben gestohlen. Ich konnte meinem Mann nicht sagen, wie sehr ich ihn vermisse – seine wilden Barthaare und sein niedliches Lächeln.“

Auch Erik leidet: „Täglich miteinander zu sprechen ist wichtig, um sich weiterhin als Bestandteil des Lebens deines Partners zu fühlen. Als ich abends ihre Stimme nicht mehr hörte, fühlte ich mich verloren. Ronjas Worte halfen mir immer, nach meinem stressigen Arbeitstag in der Küche zur Ruhe zu kommen.“

Als nach zehn Tagen ihre Stimme endlich wieder zurückkehrt, kann Ronja es kaum noch abwarten. Mit zitternden Händen greift sie zu ihrem Handy. Es sind nur drei Worte, die sie Erik sagen will. Ihr „Ich liebe dich“ kommt klar und deutlich und trifft Erik mitten ins Herz.

 

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