PsychologieDepressionen – was tun? Wie du dich von schlechten Gefühlen befreien kannst

Depressionen – was tun? Warum du Depressionen anziehst und wie du dich von den schlechten Gefühlen befreien kannst, erklärt hier die erfahrene Mentorin Carolin Otzelberger.

Inhalt
  1. Depressionen - was tun? So kannst du dir selbst helfen
  2. Wie Depressionen von außen auf dich übergehen
  3. Die Energien deiner Umgebung übertragen sich auf dich
  4. Warum sensible Menschen Depressionen anziehen
  5. Wie du die fremden Depressionen los wirst

"Depression ist ein Fluch des Schicksals. Wenn sie einen erwischt, hat man einfach Pech gehabt. Tabletten, Therapien und ein mühsamer Kampf um jedes Quäntchen Lebensqualität sind die Folgen. Das zumindest ist die weit verbreitete Ansicht und der Hauptgrund, warum der Begriff „Depression“ den meisten Menschen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt.

Die Wissenschaft untersucht alle möglichen Zusammenhänge, um die Entstehung dieser Krankheit zu verstehen: von einer schwierigen Kindheit über seelische Traumata bis hin zur falschen Ernährung gibt es zig Erklärungsansätze für die Ursache dieser lebensmüden Grundstimmung.

Eines allerdings tun all diese Analysen nicht: heilen.

Carolin Otzelberger hilft Frauen als Mentorin dabei, ihre inneren Kräte zu entdecken und zu nutzen.
Carolin Otzelberger hilft Frauen als Mentorin dabei, ihre inneren Kräte zu entdecken und zu nutzen.
 
 

Depressionen - was tun? So kannst du dir selbst helfen

Die Diagnose Depression oder depressive Verstimmung drückt den Betroffenen einen dicken, fetten Stempel auf: Mit dir stimmt was nicht! Wir müssen dir Therapien verordnen, um deinen Makel wenigstens einigermaßen zu kaschieren und das Leben für dich (und deine Mitmenschen) wieder erträglich zu machen.

Doch was, wenn mit dir gar nichts falsch ist?

Was, wenn du nicht repariert werden müsstest, sondern einfach nur aufgeklärt?

„Aufgeklärt?“, fragst du? Nein, nicht über die Bienchen und Blümchen. Sondern über deine Fähigkeiten und Kapazitäten, von denen du noch keinen blassen Schimmer hast.

Was, wenn all die schlechten Gefühle, die dich runter ziehen, gar nicht deine sind?

Klingt abgefahren? Jep. Das ist es auch. Doch so ungeheuerlich wie es im ersten Moment erscheint, so enorm sind die Auswirkungen auf dein (Gefühls-)Leben.

 

Wie Depressionen von außen auf dich übergehen

Doch lass uns von vorne beginnen:

Emotionen sind im Grunde genommen nichts anderes als Energien. Energien von unterschiedlicher Qualität. Freude fühlt sich anders an als Angst oder Traurigkeit. Die unterschiedlichen Befindlichkeiten werden ausgelöst dadurch, dass verschiedene Energieformen sich in deinem Körper und deinem Energiefeld breit machen. Entsprechend fühlst du dich glücklich oder betrübt, wütend oder enttäuscht.

So weit, so gut. Doch jetzt kommt das Entscheidende: du produzierst nicht nur deine eigenen Gefühle, du bist auch empfänglich für die Schwingungen anderer Menschen! Emotionen anderer Menschen übertragen sich auf dich und lösen in dir ähnliche Gefühlsregungen aus.

Hast du schon mal im Kino Tränen gelacht oder Rotz und Wasser geheult?

Warum das denn? Der Film ist doch reine Fiktion und hat mit dir und deinem Leben überhaupt nichts zu tun!?

Hier kommt genau dieser Effekt zum Tragen: die Emotionen der Schauspieler übertragen sich auf dich. Im Film ist das gewollt, aber im realen Leben?

Denk mal an die Menschen, mit denen du a) am meisten Zeit verbringst (Familie, Kollegen) oder die dir b) am nächsten sind (Partner, beste Freundin, Eltern):

Gehen sie alle glücklich und beschwingt durch's Leben? Sind sie erfüllt von ihrem Job und täglich auf's Neue dankbar für ihre wunderbaren Beziehungen?

Oder eher frustriert, gestresst, unglücklich und unzufrieden?

Na, geht dir jetzt ein Licht auf?

 

Die Energien deiner Umgebung übertragen sich auf dich

Genau: die Energien deiner Umgebung übertragen sich auf dich. Heimlich, still und leise.

Depressionen - was tun? Was du tun kannst, wenn du depressive Gefühle wie magisch anzuziehen scheinst.
Schlechte Gefühle können sich von anderen Menschen auf unsere Psyche übertragen.
Foto: iStock

Wenn es um Geld und Erfolg geht sagt man: du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst. Dasselbe gilt für dein Gefühlsleben.

Kennst du diese Situation: du kommst in einem Raum und spürst sofort, dass dort schlechte Stimmung ist, obwohl kein Mensch ein Wort gesagt hat?

Völlig unlogisch, oder? Es ist der gleiche Effekt: du nimmst Energien, Gedanken und Emotionen anderer Menschen wahr. Selbst, wenn sie unausgesprochen sind.

Doch damit nicht genug. Du bist als Individuum automatisch auch Teil eines Ganzen: Teil einer Familie, eines Unternehmens, eines Vereins, einer Gesellschaft und so weiter. Und damit passt du dich an die Frequenz der Masse an: wenn ganz Deutschland im Fußball-Fieber ist, lässt du dich leicht anstecken, obwohl das runde Leder normalweise eiskalt an dir vorbei geht. Und wenn die Angst vor Terror und Schweinegrippe um sich greift, bist du mit einem Mal auch verunsichert und in Habachtstellung.

Lebst du in einer Großstadt? Was glaubst du, wieviel Menschen um dich herum sich einsam und unglücklich fühlen?

 

Warum sensible Menschen Depressionen anziehen

Noch schlimmer wird's, wenn du in Kombination mit einer gewissen Sensibilität auch noch ein Helfersyndrom hast:

Anderen Menschen geht es schlecht und du tust alles, um sie aufzumuntern? Herzlichen Glückwunsch: du bist ein Emotions-Schwamm!

Was glaubst du, wo die schlechten Gefühle hingehen? Energie entsteht und verschwindet nicht, sie ändert nur ihre Form – oder wechselt den Wirt.

Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen zwischen Eltern und Kindern, Partnern  oder guten Freundinnen.

Deine Mutter fühlt sich einsam und unglücklich: du fühlst dich verpflichtet, besonders intensiven Kontakt zu halten und sie zu bespaßen.

Deine Freundin hat Liebeskummer: du hörst dir wochenlang das Drama an und fühlst dich zuständig, sie auf andere Gedanken zu bringen und im besten Fall mit dem Traummann zu verkuppeln.

Aber wem ist damit wirklich geholfen?

Versteh' mich nicht falsch: gegenseitige Unterstützung und Empathie sind absolut wünschenswert und Zeichen einer guten Beziehung. Doch zwischen Mitgefühl und Helfersyndrom ist ein himmelweiter Unterschied.

 

Wie du die fremden Depressionen los wirst

Du kannst die Probleme anderer Menschen nicht lösen. Im Gegenteil: je mehr du ihnen versuchst, etwas abzunehmen, desto mehr nimmst du ihnen die Chance, selbst daran zu wachsen.

Überleg mal: welche Erfahrungen in deinem Leben haben dich innerlich besonders wachsen lassen? Im Allgemeinen waren das die herausfordernden Situationen. Gelegenheiten, bei denen du mit deinen alten Denk- und Verhaltensweisen nicht mehr weitergekommen bist – und so gezwungen warst, neue zu entwickeln.

Ähnliches ist auch für deine Mitmenschen möglich. Wenn du ihnen nicht dazwischen funkst, weil du denkst, ihnen etwas abnehmen zu müssen.

Andere Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen, ist völlig ok. Aber bitte nur begleitend, nicht indem du ihnen ihre Päckchen versuchst abzunehmen.

Eine Möglichkeit für dich Klarheit zu bekommen, was angemessen ist und was nicht ist, die Person zu fragen: „Möchtest du, dass ich dir helfe? Kann ich dich irgendwie unterstützen?“. Greife nur ein, wenn du ausdrücklich darum gebeten wirst. Menschen müssen lernen, aus einer potentiellen Opferhaltung heraus zu kommen und aktiv nach Hilfe zu fragen.

Letzteres gilt natürlich auch für dich!

Bist du der Meinung, etwas oder jemand anderes sei schuld an deiner misslichen Lage? Der blöde Chef, der fiese Ex-Freund oder der liebe Gott?

Sorry, Schätzchen, so kommst du nicht aus dem Sumpf.

Dich als Opfer anderer Menschen oder der Umstände zu fühlen, bringt außer Selbstmitleid gar nichts. Wenn du in deinem (Gefühls-)Leben etwas verändern möchtest, musst du(!) aktiv werden!

Und ja, mir ist bewusst, dass gerade diese Motivation und der Elan dazu in einer depressiven Phase Mangelware sind. Das kannst du tun, um das Blatt zu wenden:

Such' dir Unterstützung!

Du musst es nicht alleine schaffen. Nimm dir einen Therapeuten oder Coach, mit dem du regelmäßige(!) Termine vereinbarst, um Schritt für Schritt auf deinem Weg in ein erfülltes Leben zu gehen.

Schaffe Verbindlichkeiten!

Nichts ist schwieriger, als den inneren Schweinehund alleine besiegen zu müssen. Vereinbare feste Termine für bestimmte Aktivitäten: melde dich zu einem Kurs an, such´ dir eine Laufpartnerin, übernimm bestimmte regelmäßige Aufgaben etc.. Am besten ist es, wenn du auch noch Geld dafür bezahlst (wie zum Beispiel für einen Kurs oder einen Coach). Dann ist die Motivation dran zu bleiben höher.

Finde dein Ziel!

Veränderung braucht ein klares Ziel, das dir hilft, auch durch unbequeme Phasen zu gehen. Was sind deine Sehnsüchte? Was wolltest du als Kind immer mal tun oder sein? Wofür lohnt es sich zu leben? Halte dir dieses Ziel immer wieder vor Augen, zum Beispiel in Form eines Bildes, Gedichtes oder Visionboards.

Die Essenz von all dem lautet: triff die Entscheidung, etwas zu ändern!

Was wirst du nicht länger tun oder sein?

Für welches Ziel verpflichtest du dich?

Schon Goethe wusste um die Kraft klarer Entschlüsse und deren Potential, ungeahnte Kräfte in Bewegung zu setzen:

„Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt.“

Depressionen - was tun?

Für konkrete Tipps, wie du dich von schlechten Gefühlen befreist, schau´ dir oben das Video an - dort gebe ich dir drei wichtige Tipps zum Überwinden von schlechten Stimmungen!

 

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