Aus dem LebenDer beste Trick: Wie ich es schaffe, dass 10 Kinder auf mich hören

Während der letzten Monate konnten, durften und mussten viele Mütter und Väter selbst erfahren, was Erzieher und Erzieherinnen jeden Tag leisten. Was sind ihre Tricks und mit welchen Mitteln meistern sie den Kita-Alltag?

Der beste Trick: Wie ich es schaffe, dass 10 Kinder auf mich hören
Foto: iStock/Nikola Stojadinovic

Wir lieben unsere Kinder über alles, wirklich. Das mit dem Elternsein bekommen wir meist ganz gut hin und wenn es um Erziehung geht, wissen wir zumindest, in welche Richtung wir uns bewegen. Die letzten Monate haben uns aber vor allem gezeigt, was wir nicht sind: Erzieher und Erzieherinnen. Sie vermitteln Wissen, fördern Kreativität und unterstützen die Entwicklung des sozialen und emotionalen Verhaltens unserer Kinder. Ihr Job ist eine der wichtigsten Säulen, auf denen unsere Gesellschaft aufbaut. Was können wir von ihnen lernen und warum ist die Stimme das wichtigste Werkzeug für Erzieher und Erzieherinnen?

 

Ein Job aus Leidenschaft

Lisa R.*, 39 aus Kiel, ist Erzieherin und glücklich, dass der Kita-Alltag so langsam wieder beginnt. Für sie ist der Job nicht nur Beruf, sondern auch Berufung. Der schönste Moment ist für sie, wenn sie den Kindern beim Entdecken zusehen und mit ihnen in eine Welt eintauchen kann, in der noch alles neu ist. „Während der Doppelbelastung in der Corona-Zeit haben viele Eltern verständlicherweise einfach keine Zeit gehabt, sich mit den Kindern auf diese Reise zu begeben. Außerdem reagieren Kinder einfach weniger distaniziert auf die Eltern als auf ihre Erzieher und auch die pädagogischen Werkzeuge, die den Eltern fehlen, können eine Rolle spielen.“

 

Wie schafft man es, dass zehn Kinder auf einen hören?

Diese Frage haben sich manche Eltern sogar mit nur einem Kind in den letzten Monaten wohl öfter gestellt. „Selbst wir schaffen es nicht, dass die Kinder immer auf einen hören. Je nach Alter ist es für sie manchmal auch besonders spannend, Grenzen auszutesten und das tun sie auch, aber eben nicht nur in der Kita.“

„Einen Tipp, den man auch zu Hause anwenden kann, gibt es aber“, verrät die erfahrene Erzieherin. „Es geht nicht darum, dass die Kinder hören, sondern dass sie zuhören. Dass sie genau erklärt bekommen und verstehen, worum es in dieser speziellen Situation geht.“

 

Was ist das wichtigste Hilfsmittel im Kita-Alltag?

„Neben unserer Ausbildung und der Erfahrung gehört die Stimme zu unseren wichtigsten Werkzeugen. Kinder können anhand der Stimme Situationen sofort einschätzen. Sie schafft Vertrauen, kann aber auch Grenzen setzen. Sie tröstet und ermutigt gleichermaßen“, erklärt Lisa.

Mit der Stimme schafft man eine ganz besondere Verbindung
Foto: iStock/Lordn
 

Die Stimme behalten

Da die Stimme während des Kita-Alltags stark beansprucht wird, ist eine ausreichende Stimmpflege besonders wichtig. Das bedeutet viel Trinken, regelmäßige Sprechpausen und die Stimme am Morgen aufwärmen. Das lässt sich im Morgenkreis auch super mit den Kindern zusammen machen.

Für zwischendurch eignen sich auch Lutschtabletten mit einem speziellen Hydro-Depot, die den Hals- und Rachenraum vor dem Austrocknen schützen. Diese unterstützen auch bei Halsschmerzen und Reizhusten, falls die Erkältungszeit auch vor den Erziehern und Erzieherinnen keinen Halt macht.

 

Was können wir jetzt tun?

„Ich hoffe, dass wir die Kinder weiterhin betreuen und unserem Job nachgehen können“, sagt Lisa. Welche Tipps kann sie uns geben, falls die Kita in Zukunft doch wieder zu Hause stattfindet? „Es gibt nicht den einen Trick, der bei allen Kids funktioniert. Jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse. Diese gilt es herauszufinden. Wer die Stimme bewusst einsetzt, kann dafür sorgen, dass das Kind zuhört und versteht. Und man darf sich immer wieder klar machen: Niemand kann immer perfekt sein, weder die Kinder noch die Eltern.“

 

*Name von der Redaktion geändert

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