GesellschaftsdrogeDeutschland hat ein Alkoholproblem - Neue Zahlen lüften schlimmes Geheimnis!

Nach den Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sinkt der Alkoholkonsum der Deutschen zwar seit 1972, dennoch hat Deutschland weiterhin ein Alkoholproblem.

2016 lag der pro Kopf Konsum aller alkoholischer Getränke bei rund 133,8 Liter, was einer ganzen Badewanne entspricht. Zwar entspricht das zum Vorjahr einen Rückgang von -1,25%, aber dennoch ist und bleibt der Konsum weiterhin sehr hoch.

Der Grund: Alkohol ist zu einer Gesellschaftsdroge mutiert, welche anerkannt wird. Risiken und Folgen werden dabei leider völlig außer Acht gelassen. Permanent stoßen wir in unserem Alltag auf Alkoholangebote: Bei der Tankstelle, in jedem gut sortierten Supermarkt, auf jeder Feierlichkeit und in vielen Werbeanzeigen.

Die Folgen: Wer viel und regelmäßig Alkohol konsumiert, der lebt nicht nur kürzer, sondern vermindert auch seine Lebensqualität. Denn Alkohol gehört neben Rauchen, unzureichender Bewegung und mangelhafter Ernährung zu den Top 4 der Dinge, die die Gesundheit ruinieren.

Rund 22.000 Jugendliche und junge Erwachsenen mussten 2016 aufgrund einer Überdosis Alkohol ins Krankenhaus. Seit 2000 hat sich diese Anzahl mehr als verdoppelt mit einem Zuwachs von +134,5%. Dabei sind dies nicht die einzigen Zahlen, die uns erschrecken: Knapp 1,8 Millionen der Deutschen sind alkoholabhängig und rund 3,4 Millionen leiden an einer gesundheitlichen Störung, die durch einen verstärkten Alkoholkonsum ausgelöst wurde. Was dabei kaum einer weiß ist, dass erhöhter Alkoholkonsum mehr als 200 Krankheiten verursachen kann wie z.B Herz-Kreislauf-Erkrankungen, so DHS. Außerdem erhöht der Konsum von Alkohol das Risiko bei Männern an Mund-, Rachen- oder Enddarmkrebs zu erkranken, bei Frauen dahingegen das Risiko für Brustkrebs.  

Doch damit ist noch lange nicht Schluss: Deutschlandweit sterben knapp 74.000 Menschen im Jahr an den Folgen des Alkoholkonsums oder in Kombination mit anderen Drogen.

Das der Alkoholkonsum nicht nur einem selbst schadet, sondern auch seinem Umfeld, nehmen viele nicht richtig ernst. 2,6 Millionen Kinder wachsen bereits in einem Sucht-Umfeld auf und der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft führt zu ernstzunehmenden körperlichen und geistigen Schäden, dessen Folgen oft irrreparabel sind.

Das Ziel: Der Alkoholkonsum muss dringend reduziert werden. Experte und Drogenbeauftragte fordern daher neben der Steuererhöhung und dem Werbeverbot auch einen effektiveren Jugendschutz.


 

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