GesundheitDeutschlands Grundwasser verseucht: Die Folgen der hohen Nitratwerte für uns

Das Grundwasser in Deutschland ist mit Nitrat belastet, die Filterung des Wassers teuer. Folglich könnten die Kosten für Trinkwasser enorm steigen.

Grundwasser verseucht in Deutschland
Das Grundwasser ist vielerorts verseucht. Das Leitungswasser ist nicht betroffen
Foto: iStock
Inhalt
  1. Wie Nitrat unser Trinkwasser teurer macht
  2. Landwirte verteilen zu viele Gülle auf den Feldern 
  3. Wie zu viel Nitrat dem menschlichen Körper schadet
  4. Wie die Belastung des Trinkwassers reduziert werden soll

 

Wie Nitrat unser Trinkwasser teurer macht

Bis zu 134 Euro mehr pro Jahr für Trinkwasser für eine vierköpfige Familie. Diese deutliche Kostensteigerung für Trinkwasser kommt jetzt auf die deutsche Bevölkerung zu, so das Ergebnis einer neuen Studie des Umweltbundesamtes (UBA).

Laut des aktuellen Nitratberichts sind die vorgegebenen Grenzwerte an 28 Prozent der rund 700 Messstellen im Jahr 2016 überschritten worden (konkret: über 50 Milligram pro Liter). Somit ist die Nitratbelastung in den vergangenen Jahren konstant geblieben - nämlich zu hoch. Am meisten betroffen sind Regionen in der Nähe von landwirtschaftlichen Flächen. Am nitratärmsten dagegen Waldgegenden.

 

Landwirte verteilen zu viele Gülle auf den Feldern
 

  • Ursache für die Verseuchung des Grundwassers sind die Massen an Gülle und der Kunstdünger, die in der Landwirtschaft auf den Feldern verteilt werden, und der hohe Einsatz von Mineraldünger für den Obst- und Gemüseanbau.
     
  • Die großen Gülle-Mengen stammen aus der Massentierhaltung, die unter anderem Folge des hohen Fleischkonsums ist.
     
  • Problematisch ist auch das hohe Phosphor-Vorkommen, das über die Landwirtschaft in die Nord- und Ostsee gelangt. Dort begünstigt das Phosphor das Algenwachstum.

Sollten die Belastungen des Trinkwassers nicht zurückgehen, rechnet das Umweltbundesamt mit zusätzlichen Kosten für die Aufbereitung des Wassers in Höhe von 580 bis 767 Millionen Euro pro Jahr. Für den Endverbraucher, also die Trinkwasser-Konsumenten, könnte dies Kostensteigerungen in Höhe von 32 bis 45 Prozent bedeuten. Eine vierköpfige Familie würde beispielweise bis zu 134 Euro mehr pro Jahr für Trinkwasser bezahlen müssen.

 

Wie zu viel Nitrat dem menschlichen Körper schadet

Bei einer Nitratkonzentration von 50 Milligramm pro Liter Wasser kann es für den Menschen (vor allem für Kinder und Schwangere) gesundheitsgefährdend sein - so jedenfalls die Angaben der EU-Kommission und der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung.

Nitrat wird im Körper zu Nitrit umgewandelt. Es behindert die Sauerstoff- und Jodaufnahme im Körper, verursacht Durchblutungsstörungen und kann in seiner schädlichsten Form sogar Krebserkrankungen begünstigen.

 

Wie die Belastung des Trinkwassers reduziert werden soll

Am 2. Juni 2017 ist in Deutschland eine Düngeverordnung in Kraft getreten, die den Einsatz von Gülle deutlich einschränkt. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger fordert "eine konsequente Umsetzung und verstärkte Kontrollen" in den problematischen Regionen. Wenn die schädlichen Wasserwerte nicht zurückgehen, "müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft folgen".

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(ww7/ww1)

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