Brief an DHL-BotenDHL-Frust in Düsseldorf: Wieso diese Anleitung an den Falschen geht

Damit ihr DHL-Paket auch wirklich ankommt, hat eine Kundin aus Düsseldorf eine Anleitung an den Boten geschickt. Die geht viral – denn den Frust mit DHL kennen viele. Wieso der Brief trotzdem nicht die richtige Botschaft vermittelt.

 

„Sehr geehrter Kunde, leider war es heute nicht möglich, Ihnen Ihre Sendung zuzustellen.“

Jeder kennt und hasst es, diese Benachrichtigung im Postkasten vorzufinden. Denn leider ist es nun einmal so, dass ein DHL-Paket selten reibungslos ankommt. Stattdessen kann es sogar vorkommen, dass man stundenlang zu Hause wartet – um dann trotzdem eine Abwesenheitsnotiz aufzufinden.

Der Frust über den Paketdienstleister ist groß. Umso mehr Anklang findet aktuell die Geschichte einer Frau aus Düsseldorf. Nachdem ihre Pakete bereits mehrmals nicht angekommen sind, obwohl die Frau zu Hause war, entschloss sie sich, eine Anleitung für ihren DHL-Boten zu schreiben:

Die Anleitung für den DHL-Boten ging innerhalb kürzester Zeit viral.
Die Anleitung für den DHL-Boten ging innerhalb kürzester Zeit viral.
Foto: Martina Rössler / Facebook

Penibel genau beschreibt sie dem DHL-Fahrer, wo er klingeln soll – und wo bitte nicht. Die Anleitung ist mit Frust nur so aufgeladen – zur Begeisterung vieler Nutzer einer Facebookgruppe, in der die Frau die Bilder teilte.

 

Wieso liegt die Anleitung den Falschen trifft

Ja, der Frust ist da. Ja, viele DHL-Kunden können ihn verstehen. Trotzdem ist die öffentliche Zurschaustellung des DHL-Boten der falsche Weg.

Denn im Endeffekt ist der Postbote die Person, die am wenigsten für die Probleme mit dem Paketdienstleister kann. Bereits vor einigen Jahren hatte sich ein DHL-Fahrer auf Reddit anonym den Fragen der Nutzer gestellt. Dort kam vor allem heraus, unter welchem Druck die Boten stehen.

Ein Reddit-Nutzer fragte den Mann, wie es sein kann, das Pakete nicht ankommen, obwohl der Empfänger zu Hause ist. Die Antwort stimmt nachdenklich: Denn die Boten müssen täglich Hunderte Pakete ausliefern – in viel zu wenig Zeit. Hochhäuser, lange Wege und schlechte Parkmöglichkeiten erhöhen den Stressfaktor.

Insofern ist die Anleitung der Dame aus Düsseldorf zwar verständlich, doch der Frust wird am falschen Ende abgelassen. Stattdessen sollte man sich besser beim Paketdienstleister und dem Vorstand selbst beschweren. Denn würde DHL die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessern, würden sicherlich auch weniger Pakete verloren gehen.

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