Die 17 größten Irrglauben der Medizin

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17 Irrglauben

Halbwahrheiten und Irrglauben können Ihre Gesundheit beeinträchtigen! Manche dieser Behandlungstipps werden schon seit Jahrzehnten verkündet. Dabei sind sie bestenfalls wirkungslos und schlimmstenfalls schädlich.

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(2/18) John Dowland/PhotoAlto/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Antibiotika helfen gegen Grippe

Schön wär’s! Doch bei den meisten Erkältungskrankheiten und Grippe sind Antibiotika unwirksam, da die Beschwerden größtenteils durch Viren verursacht werden, die Mittel aber Bakterien bekämpfen. Deshalb ist die Einnahme nur sinnvoll, wenn ein bakterieller Infekt dazukommt.

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(3/18) Jamie Kingham/cultura/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Morphinpflaster lindern die Schmerzen von todkranken Menschen

Menschen in der letzten Lebensphase haben oft viel Gewicht verloren. Der Körper stellt nach und nach auf rein lebenserhaltende Maßnahmen um und versorgt als Erstes die Haut nicht mehr. Das Morphin, das über die Haut aufgenommen werden soll, wird nicht mehr abtransportiert. Darum sollte das Schmerzmittel bei todkranken Menschen nicht über Pflaster zugeführt werden.

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(4/18) FlorescoProductions/cultura/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Sonnenbäder erhöhen das Hautkrebs-Risiko sofort

Wer aus Angst vor Hautkrebs die Sonne komplett meidet, riskiert eine Unterversorgung mit Vitamin D. Zweimal wöchentlich Spaziergänge in der Sonne von zehn bis 20 Minuten reichen für die Vitaminproduktion aus, gefährden aber nicht die Haut.

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(5/18) Yossan/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Stuhlgang - mindestens einmal am Tag!

Von dieser Auffassung profitieren vor allem die Anbieter von Abführmitteln. Ein gesunder Mensch muss sich nicht täglich zum Toilettengang quälen. Man spricht erst von Verstopfung, wenn man weniger als drei Stuhlgänge pro Woche hat.

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(6/18) Kris Ubach and Quim Roser/cultura/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Mit Kopfschmerzmitteln kann man Kater loswerden

Leider nicht! Wissenschaftler kennen bisher nur ein Mittel, das wirklich hilft: Einfach weniger trinken.

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(7/18) I Love Images/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Bei Vollmond werden besonders viele Kinder geboren

Dieses Gerücht ist uralt. Bei genauer Betrachtung entpuppt es sich jedoch als Legende. In einer großen Studie wurden 2008 vier Millionen Geburten in Baden-Württemberg untersucht. Eine Häufung von Geburten an Vollmond ist nicht zu erkennen. Wohl aber gibt es andere Häufungen: Die Zahl der Entbindungen an Wochenenden war deutlich niedriger als zum Wochenanfang. Und: Die Anzahl der Geburten im September ist insgesamt höher als im Jahresdurchschnitt. Da hatten es sich die Eltern zu Weihnachten kuschelig gemacht.

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(8/18) Zero Creatives/cultura/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Kombinationsimpfungen verursachen Autismus

Die These des englischen Arztes Andrew Wakefield schlug 1998 wie eine Bombe ein. Der Mediziner behauptete, dass die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln unter anderem Autismus (eine Wahrnehmungsstörung des Gehirns) auslöse. Doch nach intensiver Prüfung gab die britische Ärztekammer im Frühjahr ein vernichtendes Urteil bekannt: Wakefield habe unlauter gehandelt. Seine These, die er aufgrund einer einzigen Untersuchung an nur zwölf Kindern aufgestellt hatte, erwies sich bei sorgfältiger Nachforschung als falsch.

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(9/18) ZenShui/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Man kann nie genug Wasser trinken - mindestens aber zwei Liter am Tag!

Der Flüssigkeitsbedarf hängt von mehreren Faktoren ab: Körpermasse, körperliche Aktivität und Klima spielen eine große Rolle. Wer viel schwitzt, sollte auch viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Es gibt aber keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse, dass der Körper wirklich zwei Liter Wasser braucht; wohl aber diese Menge an Flüssigkeit. Doch auch die Flüssigkeit in Obst und Gemüse sowie in anderen Getränken darf dabei mitgezählt werden. Alle pauschalen Mengenangaben sind daher genau zu prüfen. Während der eine vielleicht sogar fünf Liter Flüssigkeitsaufnahme braucht, reichen für andere Menschen durchaus 1,5 Liter.

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(10/18) Oliver Rossi/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Die meiste Kälte geht über den Kopf verloren

Diese Info stand bis vor wenigen Jahren in einem Handbuch der US-Army. Danach sollten Soldaten bei kalter Witterung ihren Kopf bedecken, weil 40 bis 45 Prozent der Körperwärme darüber verloren gehen. Totaler Blödsinn, urteilen zwei US-Forscher, die seit Jahren Medizin-Irrglauben entlarven. "Dann würden Menschen genauso frieren, wenn sie keinen Hut tragen, als wären sie ohne Hose unterwegs." Fakt ist: An allen nackten Stellen gibt der Körper Wärme ab.

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(11/18) Image Source/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Zucker macht Kinder hyperaktiv

Mittlerweile gibt es zwölf seriöse Studien, die diese Aussage als Mythos entlarven. Interessant: Eltern schätzen ihren Nachwuchs eher als hyperaktiv ein, wenn sie davon ausgehen, dass ihr Kind zuckerhaltige Limonade getrunken hat.

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(12/18) Jamie Grill/Tetra Images/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Ein Glas Sekt erhöht zu niedrigen Blutdruck

Prösterchen! Vor allem Damen erfreuten sich in der Vergangenheit an dieser vermeintlichen Medizin-Weisheit, bietet sie doch einen guten Grund, schon morgens die Korken knallen zu lassen. Doch damit ist jetzt Schluss: Bewiesen ist: Alkohol hebt zwar durchaus die Stimmung, aber nicht den Blutdruck. Vielmehr erweitert er die Gefäße, der Blutdruck sackt dadurch noch weiter ab.

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(13/18) Estelle Klawitter/Corbis

Halbwahrheiten und Irrtümer: Vitamine kann man nie genug nehmen und sie beugen Krankheiten vor

Die Erfolgsgeschichte der Vitamine begann Mitte der 60er-Jahre, als Nobelpreisträger Linus Pauling Vitamin C als Allzweckwaffe gegen das Altern und den Krebs bezeichnete. Doch immer mehr Studien der vergangenen Jahre liefern inzwischen Indizien dafür, dass die Einnahme von Vitaminpräparaten - von wenigen Ausnahmefällen abgesehen - sinnlos und im Einzelfall sogar schädlich sein kann.

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(14/18) Tomas Rodriguez/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Wir nutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns

Völlig unklar, wer diese "Erkenntnis" einmal hatte. Denn diese Story ist nicht wahr. Untersuchungen des Gehirns zeigen keinerlei inaktive Bereiche in unserer Schaltzentrale.

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(15/18) Image Source/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Der Aids-Virus wurde vom US-Militär entwickelt

Auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Verbreitet wurde es von dem DDR-Mediziner Jakob Segal in einem Interview. Tatsächlich stammt der Virus von einem afrikanischen Menschenaffen und wurde Ende der 60er-Jahre nach Haiti eingeschleppt. Von dort verbreitete er sich in den folgenden Jahren über die ganze Welt .

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(16/18) Heide Benser/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Abends essen setzt besonders an

Ein hartnäckiges Gerücht! Entscheidend ist die Kalorienmenge ! Doch leichte Kost ist abends bekömmlicher als Fettes. Denn das parasympatische Nervensystem, das für den Darm verantwortlich ist, wird aktiv, wenn wir ruhen.

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(17/18) Matilda Hartman/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Aufenthalt in der Kälte macht schnell krank

Ganz im Gegenteil! In Studien über Ansteckungen zeigt sich: Versuchspersonen, deren Körpertemperatur künstlich heruntergekühlt wurde, stecken sich nicht schneller an als normal Temperierte. Aber: Bei Kälte bleibt man öfter im Warmen, wo Viren und Bakterien sich besser ausbreiten und krank machen können.

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(18/18) Frederic Cirou/PhotoAlto/Corbis

Halbwahrheiten und Irrglauben: Zur Weihnachtszeit gibt es mehr Selbstmorde

Für die USA und Europa gilt das nicht. Zwei Studien fanden keinen Zusammenhang zwischen den Feiertagen und der Selbstmordrate.