Neue UmfrageDie Deutschen wollen Plastikmüll im Alltag vermeiden

Ergibt das Sinn? Obwohl in Deutschland derzeit immer mehr Müll produziert wird, wollen die Bürger laut einer neuen Umfrage Plastikmüll im Alltag verstärkt vermeiden.  
 

Wer sich für die Umwelt interessiert, kommt derzeit an einem Thema nicht vorbei: der Kampf gegen den Plastikmüll. Erst Ende Oktober hatte das EU-Parlament beschlossen, mehrere Wegwerfprodukte aus Kunststoff zu verbieten. Bis 2021 sollen nun also Plastikgeschirr, dünne Plastiktüten, Strohhalme, Wattestäbchen und weitere Umweltsünden vom Markt verschwinden. 
Egal, wie groß diese Umstellung auch sein mag – eine XXL-Grillparty ohne Plastikgeschirr zu organisieren, mag dem einen oder anderen wie eine Herausforderung vorkommen –, scheinen zumindest die Deutschen dem Vorhaben nicht abgeneigt zu sein. Denn wie eine neue Umfrage von 'RTL' jetzt ergab, will ein Großteil der Menschen in Deutschland Plastikmüll im Alltag vermeiden.
84 Prozent der Befragten gaben an, ihren persönlichen Plastikverbrauch reduzieren zu wollen. Immerhin noch 62 Prozent sagten Ja zu der Idee, für umweltbewusste Produkte mehr Geld auszugeben.
Die Zustimmung der Verbraucher zu weniger Plastikmüll steht allerdings in krassem Gegensatz zu der Tatsache, dass in Deutschland mehr Müll je jemals zuvor produziert wird. 

 

Plastikverbrauch: Der Trend geht nach oben

2017 wurden in Deutschland 4,4 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen produziert, wie unter anderem die 'Wirtschaftswoche' Ende Oktober berichtete. Obwohl die negativen Auswirkungen von Kunststoff gerade auf die Weltmeere schon längst bekannt sind, sind diese 4,4 Millionen Tonnen satte 100.000 Tonnen mehr Plastikmüll als noch 2016 produziert worden waren.
Die Plastikkatastrophe hat längst nicht einen Schuldigen. Wer sich darüber informiert, wo Plastik überall eingesetzt wird, findet von Spielzeugen über Softdrinks bis hin zu Körperpflege alles. Gerade in der Körperpflege ist so genanntes Mikroplastik ein Streitpunkt – die Umweltorganisation BUND informiert auf ihrer Homepage regelmäßig über dieses Problem.

 

Easy Living: Tragen Convenience-Produkte Mitschuld am hohen Plastikverbrauch?

Doch auch die Lebensmittelindustrie steht in der Kritik, vor allem wegen in Plastik eingepackter Lebensmittel. Kein Wunder, immerhin ist es schwer nachvollziehbar, warum beispielsweise ausgerechnet Bio-Obst und Bio-Gemüse in Plastik verkauft wird. So konnte Aldi zuletzt mit zwei guten Nachrichten punkten. Ende August wurde bekannt, dass der Discounter weiterhin Plastik einsparen und bis 2025 30 Prozent der Verpackungsmengen aus seinen Regalen verbannen wird. Kurz zuvor hatte Aldi angekündigt, Bio-Obst und Bio-Gemüse in Zukunft nicht mehr in Plastik zu verpacken, sondern stattdessen auf eine Laserkennzeichnung zu setzen. 
Neuer in der Umweltdebatte sind die so genannten Convenience-Produkte – beispielsweise in mundgerechte Stücke geschnittene Obstsorten, die in der Plastikschale perfekt für die sowieso viel zu kurze Mittagspause scheinen. 
"In den Supermärkten werden immer mehr Convenience-Produkte angeboten, die ebenfalls in Kunststofffolie eingepackt werden müssen, etwa geschälte Bananen oder Zitronen", sagte Ulf Kelterborn, Hauptgeschäftsführer der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, laut 'RTL'. 

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