SeucheDie Pest: Bringen Flöhe den schwarzen Tod zurück?

Inhalt
  1. Die Pest ist durch Tröpfcheninfektion übertragbar
  2. Pest nur im Frühstadium heilbar
  3. Bricht jetzt die Pest in Deutschland aus?

Gesundheitsbehörden in den USA haben Flöhe auf Pest getestet. Einige waren mit der tödlichen Krankheit infiziert. Nun warnen sie die Bevölkerung.

Die Pest hat im zwischen 1348 und 1350 hunderte Millionen Menschen das Leben gekostet. Das mutierte Pest-Bakterium Yersinia perstis ist extrem resistent. Einige Varianten widerstehen sogar Medikamenten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt den Pesterreger zu den zwölf gefährlichsten biologischen Waffen.

Der schwarze Tod: Kehrt die Pest zurück?
Die Pest ist nicht ausgerottet. In den USA wurden infizierte Flöhe entdeckt.
Foto: iStock

Im vergangenen Jahr sind schon 16 Pest-Fälle bei Amerikanern aufgetreten. Vier Menschen sind daran gestorben. Auch dieses Jahr wurden Pestinfektionen in den USA gemeldet. Das Gesundheitsamt hat in Coconino County und Navajo County (beide im US-Staat Arizona) zahlreiche verstorbene Kaninchen und Präriehunden untersucht. Auf ihnen fanden die Forscher Flöhe, die den Pesterreger in sich trugen.

 

Die Pest ist durch Tröpfcheninfektion übertragbar

Für die betroffenen Regionen veröffentlichte das zuständige Gesundheitsamt nun eine Warnung. "Die Pest kann auf Menschen oder Tiere durch den Biss eines infizierten Flohs oder direkten Kontakt mit einem infizierten Tier übertragen werden", heißt es in der Meldung. Weiter wird darauf hingewiesen, Haustiere nicht frei laufen zu lassen und sich von kranken oder toten Wildtieren fern zu halten. Vor allem "typische" Pestüberträger wie Hasen, Nagetiere (z.B. Ratten, Mäuse) und Raubtiere, welche jene Nagetiere fressen, sollen die Anwohner, Wanderer und Camper meiden.

Die Pest gilt als hochansteckend. Neben Flohbissen kann die Krankheit auch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

In den USA wurde die Pest nie komplett ausgerottet. Im Südwesten - neben Arizona auch in New Mexiko, Colorado, Kalifornien, Oregon und Nevada - werden immer wieder Pestfälle registriert. Vor allem Nagetiere sind von der Pest betroffen. Auf ihnen fühlen sich Flöhe am wohlsten - auch jene, welche Pest-Bakterien in sich tragen.

 

Pest nur im Frühstadium heilbar

Die WHO meldet jährlich durchschnittlich 2.000 Pest-Fälle bei Menschen. Über 100 davon sterben pro Jahr an dem "schwarzen Tod." Eine offizielle weltweite Seuchenwarnung gibt es bislang nicht - auch wenn in Asien und Afrika noch immer in vielen Teilen die Pestseuche aktiv ist.

Die Pest verläuft nicht in allen Fällen tödlich. Einige der vier Pest-Varianten (Beulenpest, Lungenpest, Pestsepsis, abortive Pest) lassen sich mit Antibiotika (z.B. mit Streptomycin) bekämpfen - eine Frühdiagnose innerhalb von 24 Stunden vorausgesetzt. Zu den allgemeinen Symptomen der Pest gehören plötzlich auftretendes Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und geschwollene Lymphknoten (vor allem bei der Beulenpest).

 

Bricht jetzt die Pest in Deutschland aus?

Als Grund für den Pest-Ausbruch in Arizona nennen Experten das Wetter. Der vergangene Winter verlief mild, der Sommer blieb recht kühl - das ideale Klima für Pesterreger.

Zwar gibt es inzwischen die Möglichkeit einer Impfung gegen die Pest. Allerdings schützt sie zum einen nur gegen die Beulenpest. Zum anderen bietet sie nur drei bis sechs Monate lang Schutz.

In Deutschland werden infizierte Patienten in Quarantäne, also Isolation, behandelt. Die Pest gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die Informationsstelle des Bundes für biologische Sicherheit (IBBS) rät nicht zu einer Pest-Impfung in Deutschland. Ein Ausbruch der Pest wird hierzulande bislang nicht erwartet.

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(ww7)

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