Lauf-KolumneDie Qual mit den Zeiten: Warum die Geschwindigkeit nicht alles sein darf

Maren, Mareike und ich laufen nun schon seit einigen Wochen regelmäßig. Klar, da kommt man nicht umhin, sich auch mal Gedanken um seine Zeiten zu machen. Ich plädiere aber dafür, dass diese nicht zu wichtig genommen werden dürfen.

Samstagslauf am letzten Wochenende. Zehn Kilometer. Und ich hatte dabei das Gefühl, ganz besonders schnell und fit zu sein. Ein Blick auf meine Lauf-App am Ende meines Workouts zeigte mir aber das Gegenteil. Ich war im Schnitt 30-45 Sekunden langsamer pro Kilometer als sonst. Das hätte mir egal sein können, war es aber nicht. Erst einmal war ich enttäuscht und auch ein bisschen verärgert. Warum war ich bloß so langsam? Das konnte doch nicht sein. Schnell stellte sich bei mir aber der Gedanke ein: Warum ärgert dich das überhaupt? Warum freust du dich nicht, dass du zehn Kilometer laufen kannst?! 

Joggen für Anfänger: 7 Tipps zum Durchstarten

 

Ich kann zehn Kilometer laufen! Zehn Kilometer, hallo!

Das sah vor ein paar Wochen nämlich noch ganz anders aus. Da hätte ich bei dem Gedanken, dass ich zehn Kilometer locker laufen kann, laut aufgelacht. Jetzt ist das möglich und ich bin sogar schon noch weitere Distanzen gelaufen. 

Wenn sich aber erst einmal der Ehrgeiz einstellt, vergisst man teilweise ganz schön schnell, was man eigentlich schon erreicht hat. So ergeht es zumindest mir. In dem Moment, wo ich am letzten Samstag auf mein Smartphone schaute und meine Durchschnittsgeschwindigkeit pro Kilometer sah, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, dass ich vor wenigen Wochen noch nicht einmal in der Lage war ganz easy-peasy fünf Kilometer zu laufen - vor allem nicht regelmäßig dreimal pro Woche ohne zu meckern. Darum habe ich mir jetzt vorgenommen, mich in Zukunft nicht mehr zu sehr auf meine Zeiten zu konzentrieren und mich vor allem nicht mehr darüber zu ärgern, wenn ich mal nicht ganz so schnell laufe, wie ich mir das wünschen würde. 

Der Halbmarathon-Tag: 5 Dinge, die du beachten solltest

 

Es soll immer noch Spaß machen

Schließlich darf ich eine Sache nicht vergessen: Ich bin kein Profi! Ich mache das, weil ich Spaß an der Herausforderung habe und gerne Sport treibe. Ich verdiene damit nicht mein Geld. Natürlich ist nichts verkehrt daran, sich selbst eine Zeit vorzunehmen, wenn man für einen Halbmarathon trainiert. Keine Frage. Doch sollte man sich schwarzärgern, wenn man den Kilometer nicht ganz so schnell läuft oder auch einfach mal einen schlechten Tag in puncto Geschwindigkeit hat? Meiner Meinung nach nicht. 

Letztendlich zählt nämlich nur, dass es meinem Körper gut geht. Er ist immerhin in der Lage dazu, Strecken von über zehn Kilometern joggend zurückzulegen, ohne sich völlig zu verausgaben. Das ist das, was wirklich zählt und worüber ich mich freuen sollte. 

Lies auch unsere anderen Lauf-Kolumnen:

Kategorien: