Wenn Sport krank macht Die Sport-Allergie gibt es wirklich: Bist du allergisch gegen Sport?

Die Sport-Allergie klingt nach einer schlechten Ausrede – doch man kann tatsächlich gegen sportliche Betätigung allergisch sein. Wie äußert sich die Allergie?

Wenn ich nach dem Sport Freunde treffe, nennen sie mich Tomate. Das liegt an meinem hochroten Kopf. Ich dachte immer, der ist eine natürliche Folge meiner Anstrengung – aber wer weiß, vielleicht habe ich ja eine Sport-Allergie?

Was nach einer faulen Ausrede klingt, gibt es tatsächlich und wird medizinisch als „Exercise Induced Anaphylaxis“ bezeichnet. Das Phänomen wurde bereits 1979 erstmals beschrieben. Und es ist gar nicht so ungefährlich.

 

Was sind die Symptome einer Sport-Allergie?

Forscher haben herausgefunden, dass manche Menschen auf sportliche Aktivitäten mit allergischen Symptomen reagieren. Im besten Fall handelt es sich dabei um einfachen Hautausschlag, schlimmstenfalls kommen Atemnot oder sogar ein allergischer Schock dazu. Die Symptome ähneln insgesamt denen anderer Allergien:

  • Großflächige Hautrötung
  • Nesselsucht
  • Schwellungen der Lippen
  • Schwellungen der Haut
  • Bauchschmerzen und Übelkeit
  • In schweren Fällen: Schwellungen der Zunge, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Atemnot, Schwächegefühl

Im Falle eines allergischen Schocks kann es sogar zu einem Blutdruckabfall und Ohnmacht kommen.

Hautrötung und Übelkeit nach dem Sport können auf eine Allergie hinweisen.
Hautrötung und Übelkeit nach dem Sport können auf eine Allergie hinweisen.
Foto: iStock
 

Was löst die Sport-Allergie aus?

Die Allergie-Symptome können entweder direkt während des Sports oder danach auftreten. Des Weiteren wurde mittlerweile eine Form der Allergie entdeckt, bei der die Symptome nur in Kombination mit vor dem Sport konsumierten Lebensmitteln auftreten.

So reagieren manche Menschen beispielsweise nur dann allergisch auf körperliche Betätigung, wenn sie vorher Weizen zu sich genommen haben. Andere berichten von ähnlichen Beschwerden bei Sport nach dem Verzehr von Krustentieren. Auch scheint die Allergie bei der Einnahme von Aspirin öfter aufzutreten. Die Kombination der Trigger Weizen, Krustentieren und Aspirin verschlimmert die allergische Reaktion weiter. Wie genau die einzelnen Faktoren zusammenspielen, ist bisher noch unklar.

Dass ich an einer Sport-Allergie leide, ist also unwahrscheinlich – wenn, dann wohl eher psychosomatisch. Denn schätzungsweise reagieren nur 50 von 100.000 Menschen in dieser Form allergisch auf Bewegung.  Trotzdem sollte das Auftreten allergischer Symptome beim Sport ernst genommen und mit einem Arzt besprochen werden –  so unrealistisch es klingen mag, die Sport-Allergie existiert tatsächlich.

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(ww4)

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