Reise zum neuen SelbstDie Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt auch für die Blase

Die Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt auch für die Blase
Foto: iStock // Ridofranz
Inhalt
  1. Die 3 Phasen der Wechseljahre
  2. Warum kommt es plötzlich zur Blasenschwäche?
  3. So individuell wie jede Frau, sind auch ihre Wechseljahre
  4. Körpergewicht: Keine Diäten, bitte!
  5. Immer lachen muss nicht sein
  6. Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden
  7. Zum Hausarzt? Los!

Die meisten Frauen stehen den Wechseljahren mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Das ist ausgesprochen schade, denn die Wechseljahre können der Aufbruch in eine neue, spannende Zeit der Freiheit sein. Eine Zeit in der es vor allem darum geht, was Frauen für sich selber wollen. 

Die Wechseljahre sind ohne Frage eine Zeit der Veränderung - sowohl körperlich als auch persönlich. Die gesundheitlichen Symptome, zu denen unter anderem Blasenschwäche, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Scheidentrockenheit gehören, empfinden viele Frauen dabei als störend im Alltag. Das Wissen über diese Unanehmlichkeiten dominiert die Sicht der meisten Frauen auf diese Jahre und das sorgt dafür, dass sie ihnen mit Grauen entgegenschauen.   

Wenn Frauen allerdings wissen, was genau mit ihrem Körper in den Wechseljahre passiert, können sie die Veränderungen besser verstehen und entsprechend annehmen. Sie erkennen, warum es logisch ist, dass bestimmte Symptome auftreten und, wie sie damit umgehen können und was ihnen Linderung verschafft. In Bezug auf die Blasenschwäche kann es so zum Beispiel sogar gelingen, dieses Problem komplett selbst in den Griff zu bekommen.

 

Die 3 Phasen der Wechseljahre

Die Wecheljahre sind eine Lebensphase, in der der Körper auf dem Weg hin zu einem neuen Gleichgewicht ist. Etwa fünf bis zehn Jahre vor der letzten Menstruation verändert sich das Muster der Menstruationsblutungen. Sie fällt zum Beispiel einmal aus oder wir länger oder kürzer. Das ist die sogenannte Prämenopause. Es ist auch der Zeitraum, in dem die ersten Wechseljahressymptome auftreten können. 

Die ersten Anzeichen

Der erste Tag der letzten Menstruation wird Menopause genannt. Die Menopause dauert also nur einen Tag! Dieser Tag lässt sich nur im Nachhinein bestimmen: Wenn ein Jahr lang keine Monatsblutung aufgetreten ist, kann davon ausgegangen werden, dass sie ein Jahr zuvor Ihre Menopause hatten. Die Postmenopause ist der Zeitraum danach. Es ist der Zeitraum in dem die Eierstöcke kein Östrogen mehr produzieren.

Welchseljahressymptome

Im Durchschnitt dauern die Wechseljahre sieben bis zehn Jahre. Das bedeutet aber nicht, dass über den gesamten Zeitraum Wechseljahressymptome auftreten müssen. Es ist aber so, dass der Hormonspiegel durchaus heftig schwanken kann und das kann mit starken körperlichen und emotionalen Symptomen einhergehen: 

  • Hitzewallungen
  • Transpiration
  • Herzklopfen
  • Schlafprobleme
  • Gelenkschmerzen
  • Urinverlust
  • Schmerzende Bürste
  • Trockene Augen
  • Trockene Haut und Schleimhäute
  • Dünneres Haar
  • Stimmungsschwankungen
  • Weniger Lust auf Sex
 

Warum kommt es plötzlich zur Blasenschwäche?

Während der Wechseljahre bemerken fast 70 Prozent der Frauen Veränderungen an Harnblase, Harnröhre, Vagina und der Beckenbodenmuskulatur.  Blasenschwäche kann eine Folge dieser Veränderungen sein.

Eine logische Tatsache, wenn man bedenkt, dass all diese Gewebe von Östrogen beeinflusst werden. Östrogen sorgt dafür, dass das Körpergewebe gut durchblutet und elastisch bleibt. Wenn das Östrogen wegfällt, werden diese Gewebe dünner, und die Beckenbodenmuskulatur verliert einen Teil ihrer Spannkraft. Das Gute daran ist, dass man etwas dagegen tun kann, um diese Symptome zu lindern. Zum Beispiel durch regelmäßiges Trainieren der Beckenbodenmuskulatur. In einigen Fällen kann die Blasenschwäche durch das Trainieren dieser Muskeln sogar ganz verschwinden.

 

So individuell wie jede Frau, sind auch ihre Wechseljahre

Jede Frau erlebt ihre Wechseljahre anders. Die eine hat in der Prämenopause sehr viele Probleme mit Schweißausbrüchen, während die andere das alles erst nach der Menopause erlebt. In der Postmenopaue ist der Körper stark damit beschäftigt, ein neues Gleichgewicht zu finden. Wechseljahressymptome können in dieser Phase deshalb auch noch sehr stark sein. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper an das neue Gleichgewicht und die Symptome verschwinden von selbst. 

 

Körpergewicht: Keine Diäten, bitte!

Viele Frauen halten als Folge ihrer Gewichtszunahme während der Wechseljahre strikt Diät. Besser ist es davon die Finger zu lassen, denn das bringt den Hormonhaushalt noch mehr aus dem Gleichgewicht. Besser ist es gesund, ausgewogen und ausreichend zu essen. Auch wenn es schwer fällt zu akzeptieren, dass sich der Körper verändert und sich an der einen oder anderen Stelle kleine Pölsterchen ansiedeln, die vorher nicht da waren, tut man sich am Ende doch nur selber einen Gefallen Frieden mit diesen Veränderungen zu machen.

  • In den Wechseljahren werden die meisten Frauen schwerer, im Durchschnitt etwa 5 Kilo. Dafür gibt es einen interessanten Grund: Fettgewebe produziert Östrogen. Sehr schlau vom Körper, denn nach der Menopause können Sie zusätzliches Östrogen gut gebrauchen.
  • Auch die Fettverteilung in Ihrem Körper verändert sich. Es wird nach der Menopause vor allem an Bauch, Taille und den Brüsten gespeichert. Selbst wenn Sie nicht zunehmen, verändert sich die Verteilung des Fettes über Ihren Körper. Die Form Ihres Körpers kann sich also trotzdem verändern.
 

Immer lachen muss nicht sein

Jede Frau kennt das Gefühl, wenn der Druck zu groß und einfach alles zu viel wird. Frauen wollen gleichzeitig eine gute Mutter, eine attraktive Partnerin und beruflich-erfolgreiche Karrierefrau sein. Sie möchten immer fröhlich und gut gelaunt sein... Aber glücklicherweise sind Frauen auch nur Menschen, und deshalb ist es durchaus in Ordnung, auch einfach mal Launen zu haben. Vor allem die Stimmung kann in den Wechseljahren eine Herausforderung sein.

Viele Frauen reagieren während der Wechseljahre anders als sonst, sie fühlen sich ganz plötzlich traurig und depressiv, sind schneller irritiert oder sauer. Und die Umgebung reagiert meist nicht positiv darauf. Unterstützung gibt es oft keine: Der Partner und die Kinder verstehen Sie nicht.

Das dürfte vielen Frauen bekannt vorkommen? Glücklicherweise sind Stimmungsschwankungen nichts, worüber man sich ernsthaft Sorgen machen müsste. Es ist ganz normal, dass man in dieser Phase des Lebens nicht immer ganz und gar man selbst sein kann. Es ist wichtig, sich das auch zu „erlauben“. Der Körper braucht einfach Zeit, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Gefühle sind erlaubt

Emotionen kann man nutzen, denn unsere Gefühle sagen viel darüber aus, was wir wirklich brauchen. In dem Moment, in dem wir unsere Gefühle annehmen, erkennen wir etwas in uns selbst, das Aufmerksamkeit verdient. Etwas, was eigentlich tief vergraben war. Wer auf diese Weise damit umgeht, kann seine Gefühle dafür nutzen, um sich Selbst näher zu kommen. In unserer Broschüre „Positive Energie“ gibt es mehr Wissenswertes zu diesem Thema.

 

Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden

  1. Gesund essen Viele Frauen merken, dass sie ihre Wechseljahressymptome mit guter Ernährung beeinflussen können. Kaffee, Tee, Zucker, Salz, Alkohol und Erfrischungsgetränke können sich negativ auswirken. Es gibt auch Frauen, die sagen, dass sie sich besser fühlen, wenn sie kein Fleisch essen. Am besten probiert man es einfach aus, welche Auswirkungen die verschiedenen Nahrungsmittel auf den Körper haben. Ein allgemeiner Tipp: So wenig wie möglich Fertiggerichte essen. Lieber regelmäßig selber schmackhafte Mahlzeiten zubereiten.
  2. Ausreichend trinken Immer ausreichend zu trinken ist sehr wichtig, um Ihre Haut und Schleimhäute weich und flexibel zu halten. Wenn Sie genug trinken, führen Sie darüber hinaus Abfallstoffe ab und beugen so Harnwegsinfektionen vor.
  3. Bewegung Ausreichend Bewegung ist sehr wichtig. Manchmal fällt es leichter, wenn man sich für eine Form der Bewegung entscheidet, an der man auch wirklich Spaß hat. Die Wahrscheinlichkeit ist dann nämlich viel größer, dass Bewegung ein Bestandteil des täglichen Lebens wird. Niemand muss aber anfangen, fanatisch Sport zu treiben: Spazieren gehen, schwimmen, Nordic Walking - sich regelmäßig ruhig zu bewegen reicht aus, um sich im eigenen Körper wohler zu fühlen. Das Selbstbewusstsein nimm zu und der Stoffwechsel wird angekurbelt. Und last but not least: Schlafen geht auch besser!
  4. Entspannung Genauso wichtig wie Bewegung ist die Entspannung! Am besten schafft man jeden Tag Raum für sich selbst. Es reicht schon ein schönes Buch zu lesen, ein Schaumbad zu genießen oder einfach nur sehr ausgiebig zu duschen. Auch toll: Entspannung mit Bewegung kombinieren, z.B. beim Yoga, Qi Gong oder Pilates.
 

Zum Hausarzt? Los!

Viele Frauen, insbesondere diejenigen, die unter einer sensiblen Blase leiden, warten viel zu lange, bevor Sie mit typischen Wechseljahresbeschwerden zum Arzt gehen. Das ist schade, denn erst wenn Sie wissen, welche Art von Blasenschwäche Sie haben, können Sie sich für die passende Behandlung entscheiden.

Urinverlust tritt oft beim Niesen, Husten oder Sport auf, denn dabei entsteht zusätzlicher Druck auf die Blase. Oft verbessern sich diese Beschwerden durch regelmäßige Übungen für den Beckenboden. Eine andere Art des Urinverlusts hat mit einer hyperaktiven Blase zu tun. In diesem Fall muss man in unvorhersehbaren Momenten plötzlich zur Toilette. In vielen Fällen tritt auch eine Kombination aus beiden auf. Und es gibt noch eine Reihe weiterer spezifischer Varianten des Urinverlusts.

In solchen Fällen mache es Sinn einen Termin beim Hausarzt zu vereinbaren. Es ist sinnvoll, in den Wochen vor diesem Termin ein kleines Tagebuch zu führen. Darin sollten alle Symptome notiert werden, die auffallen. Der Hausarzt kann dann besser mit zielgerichteten Empfehlungen für Wechseljahressymptome helfen. Auf geht’s!

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