Anhaltende TrockenheitDürre in Deutschland: Akute Brandgefahr wegen staubtrockener Böden

Bisher hatten wir in Deutschland einen super Sommer 2018. Eigentlich dürften wir uns nicht beschweren - doch aufgrund der extremen Dürreperiode steigt die Brandgefahr.

Der Sommer ist bisher gefühlt der schönste seit langer Zeit - und der trockenste. Laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erleben Teile Ostdeutschlands im Moment eine der schlimmsten Trockenperioden seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 55 Jahren - trotz der bereits sinnflutartigen Gewitter. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands sind die Ackerböden seit Mai ausgetrocknet. Die Ernten fallen rar aus, der Ertrag liegt bei nur 50 Prozent - die Hälfte weniger, als im Vorjahr. Getreide und Gemüse wachsen kaum oder trocknen aus. "Wir werden erneut eine Ernte haben, die weit unter dem Durchschnitt liegt. Einige Betriebe haben wegen der Dürre nicht geerntet, sondern den Bestand direkt gehäckselt", sagt Verbandspräsident Joachim Rukwied vom Deutschen Bauernverband. Aber auch Rasenflächen leiden, sind in Teilen der Republik regelrecht verbrannt. „So etwas hab' ich noch nicht erlebt. Seit Ende April hat es nicht mehr richtig geregnet“, erzählte Landwirt Torben Wegener der Bild. „Die Alten meinen, das gab es seit 1959 nicht mehr.“

Die große Gefahr: Brände. So hat es bereits in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen und Thüringen. Die Feuer brechen aus, weil Erntemaschinen auf Feldern heißlaufen oder alte Kriegsmunition zünden. "Die Nummer eins bleibt aber die weggeworfene Zigarettenkippe aus dem Auto", sagt Waldbrandschutzbeauftragte von Brandenburg, Raimund Engel, dem Stern. Ein Funken kann ausreichen und die trockenen Felder stehen in Flammen. Damit die Brandgefahr auf Friedhöfen in Berlin minimiert wird, werden sogar Grablichter entfernt.

Diese des Deutschen Wetterdienstes zeigt, wo die Waldbrandgefahr am höchsten ist.

Dürre in Deutschland: Akute Brandgefahr wegen staubtrockener Böden  iStock

 

Wann kommt der Regen?

Städte, Landwirte, Gärtner - alle müssen Wässern, Wässern und nochmals Wässern. Das kostet Geld. Wann also kommt er endlich, der natürliche Regen? Der Deutsche Wetterdienst erwartet einige kurze Abkühlungen durch Regenschauer in der kommenden Woche. Doch insgesamt soll es bei bis zu 30 Grad warm und trocken bleiben - und die Gefahr vor Bränden nimmt nicht ab.

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