Neues VerkehrsmittelE-Tretroller - gefährlich oder praktisch? So war meine Test-Fahrt

Ein Verkehrshindernis, viel zu gefährlich und trägt zur Verfettung der Menschheit bei – das sind meine Gedanken über den E-Tretroller. Aber man kann ja nicht über etwas meckern, wenn man es nicht ausprobiert hat – also habe ich es getan. Das sind meine Erfahrungen mit dem neuen Verkhersmittel auf Deutschlands Straßen.

Inhalt
  1. Alles spricht gegen E-Tretroller im Straßenverkehr
  2. Der E-Scooter und ich hatten einen schwierigen Start
  3. Meine Test-Fahrt mit dem E-Tretroller auf Hamburgs Straßen
  4. Mein Fazit zu meiner Test-Fahrt
 

Alles spricht gegen E-Tretroller im Straßenverkehr

Als ich gehört habe, das E-Tretroller jetzt in meiner Heimatstadt Hamburg zugelassen werden, habe ich mich tierisch aufgeregt: So ein Blödsinn! Wie faul soll die Menschheit noch werden? Und welch ein Verkehrshindernis für mich als Fahrradfahrerin, wenn diese Dinger jetzt den ganzen Fahrradweg blockieren! Außerdem sind die E-Scooter im Straßenverkehr doch viel zu gefährlich, denn es fehlt jegliche Knautschzone. Ich war also wirklich eine absolute Gegnerin dieses neumodischen Verkehrsmittels.

Aber aus Erfahrung weiß ich, dass man nicht immer über etwas meckern kann, wenn man es nicht selbst gemacht hat. Also musste ich da jetzt durch und habe mich auf den elektrisch betriebenen Roller gestellt. Mein Freund, der schon gestern ganz begeistert mit dem E-Roller durch Hamburg gedüst ist, hat mich zum Glück bei meiner Tour begleitet.

Die E-Tretroller sind jetzt auch in Hamburg unterwegs.
Zun Start muss man den E-Tretroller mit einem Fuß anschwingen. Dann kann man Gas geben.
Foto: Lisa-Franziska Inselmann
 

Der E-Scooter und ich hatten einen schwierigen Start

Als erstes muss man die App des E-Scooter-Anbieters herunterladen und sich registrieren. Bisher ist es leider nur möglich mit der Kreditkarte zu zahlen. Das ist schon ärgerlich, denn ich besitze keine und musste jetzt die meines Freundes nutzen.

Die nächste Hürde: Es gab keinen E-Roller in unmittelbarer Nähe, also sind wir etwa 15 Minuten zur nächsten Gelegenheit gelaufen. Praktisch ist, dass die App einen direkt zur nächsten Sammelstelle führt. Als wir dort ankamen, war nur leider einer der beiden Roller schon weg, also mussten wir weiterlaufen bis zur nächsten Sammelstelle. Bevor es losgeht, musste ich die App öffnen und den E-Scooter scannen. Dann konnte ich auf auf "Fahrt beginnen" drücken. Das war echt unkompliziert.

Via App kann der E-Tretroller ganz leicht gescannt werden.

Via App kann der E-Tretrroller gescannt werden - und schon kann es losgehen.
Foto: Lisa-Franziska Inselmann

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Meine Test-Fahrt mit dem E-Tretroller auf Hamburgs Straßen

Anschließend ging es los: Erstmal habe ich mich kaum getraut Gas zu geben und stand sehr wackelig auf dem Roller. Zum Glück sind wir in einer ruhigen Straße gestartet. Da hatte ich ein wenig Zeit, mich an das neue Verkehrsmittel zu gewöhnen. Doch dann mussten wir abbiegen und der Stress ging los: „Wie soll ich denn nun ein Verkehrszeichen geben, dass ich rechts abbiegen möchte?“ Ja, das geht tatsächlich nicht, denn beide Hände müssen am Lenker sein, eine gefährliche Angelegenheit.

Dann war ich auch noch mitten in der Rush Hour und das war echt heftig. Überall Fahrradfahrer um mich herum und ich war wahnsinnig gestresst und habe mich (zumindest bergab) wie ein Verkehrshindernis gefühlt. Schließlich könne die Roller nicht schneller als 20 km/h fahren und mit dem Fahrrad geht es bergab wirklich viel schneller. Dafür ein großer Vorteil des neuen Verkehrsmittels: Auch bergauf schafft der Roller es mit 20 km/h. Das ist wirklich ein riesiger Vorteil des Rollers, denn mit meinem Klapprad ist es bergauf echt kaum zu schaffen, nur mit riesiger Anstrengung schaffe ich es. Apropros Anstrengung, die Beine werden beim E-Tretroller geschont, allerdings taten mir nach meiner 40-minütigen-Probefahrt tierisch die Hände weh. Das kann aber natürlich auch damit zu tun haben, dass ich mich vor Stress wirklich sehr stark festgekrallt habe. Es war ein wenig, wie das erste Mal Auto fahren, damals habe ich auch das Lenkrad so doll festgehalten, dass es wehgetan hat. Nun passiert das nicht mehr.

Die Fahrbedingungen sind fast genau so, wie beim Fahrradfahren: Auf Kopfsteinpflaster ist es sehr schwierig, aber auf einer Teerstraße oder einem guten Fahrradweg kann man ohne Probleme mit dem –E-Scooter fahren.

Echt praktisch ist, dass man den E-Tretroller fast überall abstellen kann. Nur in den rot markierten Arealen in der App darf nicht geparkt werden. Nach Fahrtende kann man die Fahrt einfach in der App beenden und bekommt dann die Rechnung per Mail – das ist echt unkompliziert.

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Mein Fazit zu meiner Test-Fahrt

Nach meiner 40-minütigen Test-Fahrt war ich echt k.o. Meine Hände waren knallrot, taten weh, und ich war tierisch gestresst, weil ich die ganze Zeit aufpassen musste, dass mich niemand anfährt oder ich jemandem hinten reinfahre. In der Rush Hour ist es mir einfach zu stressig und die Unfallgefahr schätze ich als sehr hoch ein.

Ich denke aber, dass es auf Straßen mit nicht so hohem Verkehrsaufkommen entspannter sein kann mit dem E-Scooter zu fahren und ich denke auch, dass ich mich an das neue Fahrzeug gewöhnen kann und irgendwann nicht mehr so angespannt bin.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, den elektrischen Tretroller für kurze Strecken zu nutzen, wenn ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs bin, denn man ist deutlich schneller als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und es ist echt praktisch, dass der Roller fast überall abgestellt werden kann.

Der Preis ist allerdings happig: Zu einem festen Betrag von einem Euro pro Fahrt bezahlt man 20 Cent pro Minute. Ich habe nun fast sieben Euro für meine Test-Fahrt bezahlt.

Rückblickend bin ich froh, die Erfahrung gemacht zu haben und bergauf fahren ist mit dem elektrisch betriebenen Tretroller wirklich super einfach. In Gegenden mit hohem Verkehrsaufkommen finde ich es allerdings zu gefährlich, den E-Scooter zu benutzen. Außerdem sollten Blinker an das Fahrzeug angebracht werden, damit es möglich ist, ein Verkehrszeichen zu geben. So sind die E-Tretroller doch sehr unsicher und ich rechne damit, dass es bald viel Unfälle geben wird. Ich fahre dann doch lieber Fahrrad.

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