Tricks der Eis-HerstellerEis-Test im ZDF: Eisdiele, Kiosk, Supermarkt –wie gut ist das Eis?

Welches Eis ist wirklich am besten?
Welches Eis ist wirklich am besten?
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Inhalt
  1. Marke oder Discounter – welches Eis ist besser?
  2. Welches Eis ist sogar gesundheitsgefährdend?
  3. Wie gut ist Eis aus der Eisdiele?
  4. Worauf sollte man beim Eis-Kauf achten?

Im ZDF wurde Eis getestet. Nelson Müller nahm dafür Eis aus dem Supermarkt, Kiosk und der Eisdiele unter die Lupe - teils mit erschreckenden Ergebnissen. 

Die Sonne scheint, die Eis-Hersteller haben Hochsaison. Doch welches Eis ist wirklich am besten? Dem ist Sternekoch Nelson Müller im ZDF-Magazin „Langnese, Schöller & Co. – Der große Eis-Test mit Nelson Müller“ nachgegangen. Dienstagabend testete er sich durch zahlreiche Eis-Sorten. Ein schöner Job? Nicht nur, denn die Ergebnisse lassen teils doch recht schnell den Appetit vergehen.

Eis-Dielen, Supermarkt- und Kiosk-Eis wurden auf Preis, Qualität und Geschmack geprüft. Dabei testete nicht nur der Sternekoch selbst, auch wurden Proben extra ins Labor geschickt.

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Marke oder Discounter – welches Eis ist besser?

Getestet wurden sowohl Markenprodukte als auch Eis vom Discounter. Geschmacklich schnitt das Erdbeereis von Langnese Cremissimo am besten ab (1,99 Euro), gefolgt von Haägen Dasz (5,99 Euro) und der Aldi-Marke Mucci (1,49 Euro). Auch bei der Geschmackssorte Schokolade entpuppte sich Langnese als Testsieger.

Besonders schlecht wurde geschmacklich hingegen das Schokoladeneis von Mövenpick und Aldi bewertet. In Hinblick auf den Geschmack gibt es somit sowohl bei Markenprodukten, als auch beim Discounter positive und negative Beispiele. 

Negativ fiel allerdings das Vanille-Eis der Discounter auf. Und zwar in puncto Preis-Leistung: Viele Hersteller nutzen nämlich eine effektive Zutat, um das Eis-Volumen zu vergrößern. Es wird mit Luft aufgeschlagen. Bei Penny und Aldi bestand das Vanille-Eis laut ZDF sogar zu über 50 Prozent aus Gas.

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Welches Eis ist sogar gesundheitsgefährdend?

Bei falscher Lagerung kann Eis schnell zur Gesundheitsgefahr werden, frische Produkte wie Eier und Milch bergen immer auch ein Salmonellen-Risiko. Insbesondere manche Eis-Dielen wiesen im Eis-Test erhebliche Hygiene-Mängel auf. Im Labor konnten teils besorgniserregend hohe Keimzahlen festgestellt werden. Gefundene Enterobakterien können Durchfall und Erbrechen auslösen.

Besonders positiv in Bezug auf Sauberkeit fielen hingegen ausgerechnet die Fastfood-Ketten McDonalds und Burger King auf.

 

Wie gut ist Eis aus der Eisdiele?

Eisdielen brüsten sich häufig mit hausgemachtem Eis. Doch wer sich jetzt frische Produkte vorstellt, die liebevoll und mit Geduld zusammengerührt werden, liegt falsch: Hausgemacht hieß in vielen Fällen von Nelson Müllers Recherche nichts anderes, als das Basismischungen für Eis verrührt werden.

Das wird zwar hausintern gemacht – es bleiben aber Instant-Produkte. Mehr als die Hälfte aller Eisdielen in Deutschland werden von demselben Pulver-Hersteller beliefert. Lediglich Aroma-Pasten sorgen für unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Von frischen Produkten fehlt jede Spur.

Das klingt zunächst erschreckend und nicht gerade appetitlich. Wer allerdings bereits in Eisdielen gearbeitet hat, weiß: Es gibt Geschmacksrichtungen, die von Natur aus schwierig für die Eisproduktion genutzt werden können. Das kann einerseits an der Konsistenz, andererseits an fehlender Geschmacksintensivität liegen.  Zudem ist die Verwendung frischer Produkte deutlich teurer. Kunden müssen sich bewusst sein, dass sie für eine qualitativ hochwertige Eiskugel aus frischen Inhaltsstoffen auch mehr bezahlen.

 

Worauf sollte man beim Eis-Kauf achten?

Im Supermarkt als auch in der Eisdiele gilt: Weniger ist mehr. Nelson Müller rät, bei verpacktem Eis einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Je kürzer, desto besser, denn richtiges Eis braucht nicht viel mehr Zutaten als Milch, Eier und Zucker.

Derselbe Tipp gilt für Eisdielen. Auch hier sollte der Verbraucher stutzig werden, wenn besonders viele verschiedene Sorten angeboten werden.

Was kaum jemand weiß: Es gibt einen Unterschied zwischen Eis, Eiscreme und Milcheis. Bei Letzterem handele es sich immer um das hochwertigere Produkt, in absteigender Reihenfolge. Milcheis muss zu siebzig Prozent auch wirklich Milch enthalten, simples Eis bestehe hingegen oft nur auf Pflanzenfett und Aromen.

Gleichzeitig sollte auf das Gewicht geachtet werden. Denn häufig tricksen Hersteller wie beschrieben, indem sie ihr Eis zwar besonders günstig anbieten, dieses aber zur Hälfte aus Luft besteht.

Zu guter Letzt wird der Zuckergehalt erwähnt. Jedem sollte klar sein, dass Eis nicht der gesündeste Snack ist – ein vermeintlich leichtes Orangen-Capri-Eis enthält jedoch sogar mehr Zucker als die gleiche Menge Cola.

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Was lernen wir daraus? Am besten wird das Eis immer noch, wenn wir es selber machen! Zum Beispiel mit diesem Kaffee-Eis Rezept: Eiskaffee am Stiel

(ww4)

 

 

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